Gerne lassen sich Paare im Mühlenkotten an der Engeraner Liesbergmühle trauen. Dafür nehmen manche Heiratswillige eine lange Anfahrt in Kauf. - © Wind
Gerne lassen sich Paare im Mühlenkotten an der Engeraner Liesbergmühle trauen. Dafür nehmen manche Heiratswillige eine lange Anfahrt in Kauf. | © Wind

Enger/Spenge Heiraten in historischem Ambiente

Trauungen in Enger und Spenge: Mühlenkotten und Torhaus sehr beliebt. Eingetragene Lebenspartnerschaften können in Ehen umgewandelt werden

Karin Wessler

Enger/Spenge. Es soll romantisch sein, wenn Paare sich das Ja-Wort geben. Viele Heiratswillige kommen zum Teil von weit her, um sich in den historischen Räumen des Mühlenkotten an der Engeraner Liesbergmühle oder des Spenger Torhauses trauen zu lassen. Das bestätigen die Standesbeamtinnen Miriam Scharf und Heidrun Warncke. „Es soll ein unvergesslicher Moment für alle sein", sagen sie. In Enger gingen im Jahr 2017 133 Paare den Bund fürs Leben ein. „Damit haben wir etwa das Niveau der Vorjahre gehalten", sagt Miriam Scharf. Außerdem habe es noch drei Eintragungen von Lebenspartnerschaften gegeben. „Aber seit dem 1. Oktober gibt es ja die Ehe für alle", sagt sie. „Mittlerweile sind schon einige Lebenspartnerschaften in Ehen umgewandelt worden." Für eine solche Umwandlung, berichtet die Standesbeamtin, müssten beide Partner im Amt erscheinen. „Das kann dann direkt im Büro erledigt werden." Lebenspartnerschaften umgewandelt Aber ein Engeraner Paar, das eine eingetragene Lebenspartnerschaft habe, wolle sich noch einmal „richtig" trauen lassen. „Es ist einigen wichtig, dass die Trauung auch in der Gesellschaft anerkannt wird", macht sie deutlich. Die meisten Heiratswilligen lassen sich im Mühlenkotten trauen. „Aber es gibt auch Trauungen im Rathaus." Vielleicht liege das an der neuen Hochzeitsdekoration in den Räumen der Stadtverwaltung, sinniert die Standesbeamtin schmunzelnd. Miriam Scharf macht einen kleinen Trend aus: „Nicht selten kommen die Paare ganz allein oder mit nur einer sehr kleinen Hochzeitsgesellschaft", hat sie beobachtet. „Es geht zurück zur Einfachheit – viele verzichten inzwischen auf größeres Brimborium." Viele Hochzeitspaare kommen von außerhalb Rund zwei Drittel der Hochzeitspaare stammen aus Enger oder habe zumindest die Wurzeln in der Widukindstadt. „Ein Drittel der Hochzeitspaare kommt von außerhalb, vorwiegend aus Bielefeld", so ihre Beobachtung. „Die heiraten dann ausschließlich an der Liesbergmühle – wegen des besonderen Ambiente." Im kommenden Jahr werde es dann möglicherweise weniger Trauungen in Enger geben. „Unser Limit ist erreicht. Wir schaffen es zeitlich nicht, so viele Trauungen von Heiratswilligen von außerhalb vorzunehmen. Da müssen wir sicher einige Nachfragen absagen." Insgesamt 132 Eheschließungen hat es laut Heidrun Warncke im vergangenen Jahr in Spenge gegeben. „Die meisten wollen sich im Torhaus trauen lassen. Nur drei Trauungen fanden im Rathaus statt", berichtet sie. Annähernd die Hälfte, immerhin 63 Paare, kam von außerhalb oder aus Nachbarstädten. „Die Heiratswilligen kamen vielfach aus Bielefeld, aber auch aus Berlin und Düsseldorf", sagt sie.Viele Hochzeiter hätten aber zumindest einen Bezug zu Spenge. „Entweder stammen sie gebürtig hierher oder sie haben Eltern oder Verwandtschaft hier." Auch in Spenge wurden im vergangenen Jahr bereits eingetragene Lebenspartnerschaften umgewandelt. „Aber seit es die Ehe für alle gibt, wollen hier keine gleichgeschlechtlichen Paare Lebenspartnerschaften eingehen – sie wollen sich wohl lieber trauen lassen", so ihre Feststellung. „Demnächst gibt es zwei Trauungen – mit richtiger Zeremonie und Trauzeugen und allem, was dazu gehört", sagt die Standesbeamtin.

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