Sieht das Museum auf einem guten Weg: Werner Best ist mit den Besucherzahlen zufrieden. Sonderausstellungen sollen Menschen, die das Museum kennen, einen Anreiz bieten, wiederzukommen. - © Ekkehard Wind
Sieht das Museum auf einem guten Weg: Werner Best ist mit den Besucherzahlen zufrieden. Sonderausstellungen sollen Menschen, die das Museum kennen, einen Anreiz bieten, wiederzukommen. | © Ekkehard Wind

Spenge „Zum regionalen Museum gemausert“

Interview: Werner Best, Leiter des Werburg-Museums, zu den Besucherzahlen 2017, der künftigen Nutzung der Scheune und warum es in diesem Jahr etwas Besonderes zu feiern gibt

Ekkehard Wind

Herr Best, sind Sie mit den Besucherzahlen 2017 zufrieden? WERNER BEST: Ja, das bin ich. Rund 2.700 Besucher kamen im vergangenen Jahr ins Werburg-Museum. Das ist durchaus zufriedenstellend unter der Berücksichtigung, dass wir nur samstags und sonntags geöffnet haben und wir wirklich nur die zahlenden Besucher zählen. Wie groß ist das Einzugsgebiet des Museums mittlerweile? BEST: Wir fragen hin und wieder die Besucher, woher sie kommen. Die Menschen kommen aus den Kreisen Gütersloh, Lippe, Minden-Lübbecke, Osnabrück, der Region Bielefeld und natürlich aus dem Kreis Herford. Man kann feststellen: Das Haus hat sich zu einem regionalen Museum gemausert. Was begeistert die Besucher ganz besonders in der Ausstellung? BEST: Ich unterscheide zwischen Kindern und Erwachsenen. Für Kinder sind die inszenierte Grabung unten im Gebäude und oben das virtuelle Ausgrabungsspiel die absoluten Renner. Bei den Erwachsenen ist es die Gesamt-Inszenierung der Ausstellung, die ihnen besonders gefällt. In die Ausstellung sind Original-Fundstücke der Werburg eingebettet. Die zeitliche Rekonstruktion soll dem Besucher vor Augen führen, wie sich das Leben auf der Werburg früher abgespielt hat. Workshops und Kindergeburtstage Welchen Stellenwert hat die museumspädagogische Arbeit von Sonja Voss? BEST: Allerhöchsten Stellenwert. Sie entwickelt sämtliche Programme, die wir anbieten, leitet Workshops und führt Kindergeburtstage durch. Die Museumspädagogin ist unentbehrlich für uns. Ehrenamtlich wäre das gar nicht zu leisten. Die halbe Stelle finanziert die Stadt Spenge. Wird es auch in diesem Jahr wieder ein Ferienprogramm für Kinder geben? BEST: 2017 hatten wir vier Ferienprogramme mit jeweils eigenem Thema. Insgesamt wurde das Angebot gut angenommen. Deshalb wollen wir dies fortsetzen. „Wir wollen die Zusammenarbeit mit den Schulen intensivieren"  Zehn Themenveranstaltungen Wie ist die Resonanz auf die Familiennachmittage im Museum? BEST: Die Familiennachmittage sind gut gelaufen. Insgesamt zehn Veranstaltungen mit eigenen Themen-Familienführungen und Mitmachaktionen haben stattgefunden. Es gilt, das Museum dynamisch zu halten. Was heißt das aus Ihrer Sicht? BEST: Ein wichtiges Element sind Sonderausstellungen, damit Menschen, die das Museum kennen, einen Anreiz haben, wiederzukommen. Wichtig ist auch die Kooperation mit Schulen. Mit der Grundschule Spenge/Hücker-Aschen gibt es bereits eine Zusammenarbeit. 20 Besuche von Schulen und Kitas haben wir im vergangenen Jahr gezählt. Wir wollen die Zusammenarbeit mit Schulen intensivieren, wenn uns die Werburg-Scheune dafür zur Verfügung steht. Studio-Ausstellung zum Jubiläum Sind Sonderausstellungen 2018 geplant? BEST: Ja, in Zusammenhang mit dem Jubiläum der Werburg wird es eine kleine Studio-Ausstellung geben. Sie thematisiert das Mai-Läuten an der Werburg und geht der Frage nach, ob es das auch woanders gab. Sie haben das Jubiläum angesprochen. Was wird genau gefeiert? BEST: Gefeiert wird 550 Jahre Werburg. Konkret: 1468 erfolgte die erste namentliche, urkundliche Erwähnung der Werburg. Heinrich von Ledebur vererbte seinen Söhnen einerseits die Werburg, anderseits die Mühlenburg. Zu dem Thema wird Ulrich Henselmeyer referieren. „Open-Air-Veranstaltung mit der Musikgruppe Von Weiden" Und wie wird das Jubiläum gefeiert? BEST: Zusammen mit dem Stadtmarketing soll ein Programm entwickelt werden, das sich durchs ganze Jahr zieht. Die letzten Abstimmungsgespräche stehen noch aus. Ein Vortrag, ein Fest, eine Musikveranstaltung, die Einbindung der Spenger Kulturtage und die Aufführung eines Kindertheaterstücks sind geplant, das Schülerinnen und Schüler des Offenen Ganztags in Lenzinghausen aufführen werden. Abschluss soll eine Open-Air-Veranstaltung an der Werburg sein mit der heimischen Musikgruppe „Von Weiden". Scheune ertüchtigen Die Werburg-Scheune soll für Museumszwecke hergerichtet werden. Wie wird sie künftig genutzt? BEST: Das Museum hat räumlich nur begrenzte Möglichkeiten. Wir wollen die Scheune künftig für die museumspädagogische Arbeit nutzen, um Gruppen in Klassenstärke – auch im Winter – betreuen zu können. Sie soll auch für Sonderausstellungen genutzt werden, die aufgrund der beengten räumlichen Verhältnisse im Museum nicht gezeigt werden können. Das heißt: Das Potenzial des Museums kann mit den Räumen im Herrenhaus allein nicht voll ausgeschöpft werden. Deshalb ist eine Ertüchtigung der Scheune für die genannten Zwecke wünschenswert. Baldige Entscheidung Die Kosten dafür belaufen sich insgesamt auf rund 140.000 Euro. Woher kommt das Geld? BEST: Der Werburgverein, die Stadt und das LWL-Museumsamt Westfalen beteiligen sich. Wenn nun auch noch die NRW-Stiftung das Projekt fördert, ist es durchfinanziert. Mit einer Entscheidung der Stiftung rechne ich bald. Wann soll mit den Arbeiten an der Scheune denn begonnen werden? BEST: Zunächst müssen wir ohnehin die Finanzierungszusage der NRW-Stiftung abwarten. Begonnen werden soll mit den Arbeiten aber erst nach dem Festprogramm. Das heißt: voraussichtlich ab Oktober. Dank an alle Helfer Das Museum wird ehrenamtlich geführt. Wo engagieren sich Mitglieder des Werburgvereins? BEST: Es gilt, den Museumsbetrieb zu ermöglichen. Mitglieder kümmern sich also um den Kassendienst und die Aufsicht. Der Museumsbetrieb wird dabei von Sonja Voss unterstützt. Mitglieder engagieren sich zudem in der Cafeteria des Museums. Hier werden Servicekräfte und Küchenpersonal gebraucht. Zwei 450-Euro-Kräfte helfen hier. Danken möchte ich all den ehrenamtlichen Helfern für ihr Engagement. Ohne sie wäre das alles nicht zu stemmen. Das Gespräch führte Ekkehard Wind

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