Zusammen mit seinen Mitstreitern möchte Andreas Guder von der IG Katzenholz das Hühnerhaus zu einer Bildungsstätte ausbauen. - © Karin Wessler
Zusammen mit seinen Mitstreitern möchte Andreas Guder von der IG Katzenholz das Hühnerhaus zu einer Bildungsstätte ausbauen. | © Karin Wessler

Spenge Naturpädagogik im Katzenholz

Interessengemeinschaft möchte das Hühnerhaus zu einer Bildungsstätte für kleine und große Nutzer ausbauen

Karin Wessler

Spenge. Das Hühnerhaus im Katzenholz ist alt und der Zahn der Zeit hat mächtig an ihm genagt. Doch es gibt in Spenge eine ganze Reihe von Menschen, die hier so etwas wie ein zweites Zuhause gefunden haben und die das historische Gebäude erhalten und sinnvoll nutzen möchten. „Hier lautet das Stichwort ,Naturpädagogik’", betont Andreas Guder, 1. Vorsitzender der IG Katzenholz. Er und seine Vorstandskollegen haben sich mit Hegering und Waldkindergarten kurz geschlossen und Pläne für eine zukünftige Nutzung gemacht. „Das Hühnerhaus könnte sich zu einer innovativen Begegnungsstätte entwickeln." Ideen, das Häuschen aus dem Jahr 1847 und das Katzenholz auf lange Sicht mit Leben zu füllen, sind reichlich da. Antrag auf Denkmalschutz Im November hatten die IG, Hegering und Waldkindergarten einen Antrag an die Stadt „zum langfristigen Erhalt des Hühnerhauses" gestellt, wie Guder erklärt. „Es soll in die Denkmalliste der Stadt Spenge aufgenommen werden", so der Wunsch. „Von dieser Entscheidung hängt ab, ob eine naturpädagogische Arbeit für die nächste Generation gesichert werden kann", erklärt Guder. Aus seiner Sicht wie auch aus der Sicht seiner Mitstreiter sei das Hühnerhaus „denkmalwert – sowohl historisch wie auch baulich", wie Guder betont. Grünes Klassenzimmer Im vergangenen Jahr habe sich viel getan: Die Nachfrage seitens der Kindergärten und Schulen aus dem ganzen Kreisgebiet nach einer „Schulstunde" im „Grünen Klassenzimmer" sei stetig gestiegen. „Im Jahr 2016 nutzten rund 500 Kinder dieses Angebot, und der Hegering möchte es unbedingt viele weitere Jahre anbieten", so Guder. Der Hegering stoße hier allerdings an Grenzen, da das Gebäude nur in der warmen Jahreszeit nutzbar sei. „Es ist ja nicht beheizbar." Der Waldkindergarten finde ebenfalls großen Zuspruch. „Der wird jetzt von über 20 Kindern besucht, und für das nächste Jahr liegen weitere Anfragen vor." Und: „Das Hühnerhaus steht schon jetzt für eine generationenübergreifende, naturpädagogische Bildungsstätte", so Guders Einschätzung. Die IG Katzenholz hatte im letzten Jahr zu unterschiedlichen Pflegeeinsätzen eingeladen. „Da stand Großreinemachen und Ausmisten an", blickt Guder zurück. „Wir haben frisches Häckselgut auf den Wegen verteilt und defektes Mobiliar aussortiert." Ähnliche Aktionen seien auch für 2018 wieder geplant. Viele Aufgaben zu erledigen Zunächst müsse allerdings eine Schadensanalyse des Hühnerhauses durchgeführt werden, auch müsse eine Baukostenkalkulation erstellt werden. „Dann müssen Finanzierungsmöglichkeiten über verschiedene, in Frage kommende Stiftungen sondiert werden", erklärt Andreas Guder. „Für die Antragstellung sind aussagestarke Unterlagen, wie Nutzungskonzepte, Nutzungsstatistiken, naturpädagogische Konzepte und vieles mehr von den Nutzergruppen auszuarbeiten und zu formulieren." Die gemeinsame Arbeit und das gemeinsame Ziel, das Hühnerhaus zu erhalten, hat Guder festgestellt, habe die drei Nutzergruppen weiter zusammen rücken lassen. „Die IG Katzenholz ist im Umbruch. Es gibt heute jüngere aktive Mitglieder und somit auch neue Ideen zur weiteren Nutzung." So könne es etwa eine Jugendgruppe mit Natur- und Umweltschutzthemen oder Biologie-AGs vor Ort geben. „Wir möchten Menschen wieder mehr für die Natur interessieren und Umweltbewusstsein schaffen." Es könnten beispielsweise Nistkästen in einer Eltern-Kind-Aktion hergestellt werden. „Die Kästen könnten hier im Katzenholz aufgehängt oder mit nach Hause genommen werden." Häuschen für die Fledermäuse Da ein heimischer Stromversorger eines der Umspannwerke an der Mühlenburger Straße aufgeben will, könnte das vielleicht zu einem Fledermaushäuschen eingerichtet werden. „Das sollte dann in enger Abstimmung mit der Stadt und mit Fachleuten geschehen." Außerdem soll es wieder einen Standort für die Imker im Katzenholz geben, dies sei mit dem Imkerverein abzustimmen. „Wir können uns gut vorstellen, dass Kinder- und Jugendgruppen von Werner Schmid am Parkplatz an der Mühlenburger Straße abgeholt werden, dass sie dann am Teich und Biotop und am Hühnerhaus vorbei bis zu einem noch zu bauenden Bienenhäuschen an der Straße oberhalb des Katzenholzes laufen und dabei viel über Fledermäuse und die heimischen Tiere hier erfahren", so eine Idee des IG-Vorsitzenden. „So etwas würde ins Gesamtkonzept passen."

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