Gut sichtbar: Auch wenn der neue blaue Polizeiroller nicht sofort als solcher zu erkennen ist, dann trägt Ulrich Müller doch stets die Polizeiweste, die ihn als Bezirksbeamten ausweist. - © Andreas Sundermeier
Gut sichtbar: Auch wenn der neue blaue Polizeiroller nicht sofort als solcher zu erkennen ist, dann trägt Ulrich Müller doch stets die Polizeiweste, die ihn als Bezirksbeamten ausweist. | © Andreas Sundermeier

Spenge Auf zwei Rädern fix zur Stelle

Neu im Fuhrpark: Seit einem Vierteljahr fährt Bezirksbeamter Ulrich Müller mit einen Dienstroller durchs Revier. Zweirad erleichtert die Kontrolle von Wegen und Pfaden. „Schnelles Nacheilen“ funktioniert

Andreas Sundermeier

Spenge. In der Spenger Polizeiwache läuft es nicht nur rund; seit kurzem rollt es dort auch; ebenfalls rund. Seit gut einem Vierteljahr ist Bezirksbeamter Ulrich Müller mit einem 125er-Roller unterwegs; „Fast polizeiblau", scherzt er. Doch der Schriftzug „Polizei" fehlt. Dafür hat das motorisierte Zweirad ein NRW-Kennzeichen. Ulrich Müller ist mit seinem neuen Gefährt ganz glücklich. „Die Kollegen vom Fahrzeugpool wussten schon länger, dass ich an so einem Roller als Dienstfahrzeug interessiert bin", sagt er. „Und dann gab es einen in einer Dienststelle, in der er kaum bewegt wurde. Den habe ich dann ganz unbürokratisch bekommen." Und Ulrich Müller nutzt das Gefährt rege. Schon fast 2.000 Kilometer hat er allein auf Kurzstrecken damit in der Stadt Spenge zurück gelegt. ". . . mal schnell über den Schulhof gucken" Der Roller habe gegenüber einem Auto eine Menge Vorteile: „Ich kann damit Fuß- und Wanderwege abfahren, selbst mal schnell über einen Schulhof gucken. Oder kann sogar bei einem polizeilichen Einsatz das Katzenholz durchsuchen." Im vergangenen Jahr hatten sich die heimischen Polizisten zum Widufix-Lauf noch das geländegängige Motorrad der Bünder Wache ausgeliehen. Das könnte Müller jetzt mit dem Roller übernehmen. „Auch bei Radsportveranstaltungen ist der Roller sinnvoll." Zudem zeigt das Duo Müller/Roller jetzt verstärkt Präsenz. Und sorgt für Akzeptanz. Jüngst habe der Bezirkspolizist einen jungen Rollerfahrer angehalten. „Der sagt: Ich weiß, dass Sie jetzt selbst Roller fahren. Deshalb habe ich meinen frisierten Roller zurückgebaut." Und das sei auch genau so gewesen. "Der Polizist ist ja eigentlich ganz friedlich . . ." Und wenn Müller jetzt an den Schulen oder an der Charlottenburg auftaucht, dann wissen die Jugendlichen: „Da kommt der Polizist der eigentlich ganz friedlich ist, sich aber auch ganz klar durchsetzen kann." Bisher hat Müller einige Jugendliche mit Rollern sporadisch angehalten, und es hat „keinerlei Beanstandungen" geben. Ulrich Müller setzt den Roller „vernünftig" ein. Und bei jedem Wetter. So war er jüngst bei einem Lkw-Unfall auf der Meller Straße schnell zur Stelle, konnte an den anderen Autos vorbeifahren und helfen, den Verkehr zu regeln. „Verfolgungsfahrten mit dem Roller gehen natürlich nicht." Und was ist, wenn er jemanden verfolgen muss? „Verfolgungsfahrten mit dem Roller gehen natürlich nicht.", sagt der Bezirksbeamte der Polizei. „Aber wenn ich jemanden auf einem Roller einholen will, dann geht das. Dann ist das auch eher ein schnelles Nacheilen."

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