Alles ohne Zusatzstoffe und aus der Region: Judith Düsediekerbäumer (re.) verkauft in ihrem Hofladen Wurst oder Milch an die Kunden aus dem Dorf und darüber hinaus. Denn unbehandelte Rohmilch ist selten und wird von vielen Kunden auch gern als Erinnerung an den Besuch im Gartencafé mitgenommen. - © Friderieke Schulz
Alles ohne Zusatzstoffe und aus der Region: Judith Düsediekerbäumer (re.) verkauft in ihrem Hofladen Wurst oder Milch an die Kunden aus dem Dorf und darüber hinaus. Denn unbehandelte Rohmilch ist selten und wird von vielen Kunden auch gern als Erinnerung an den Besuch im Gartencafé mitgenommen. | © Friderieke Schulz

Kreis Herford Raus aufs Land: Familie Düsediekerbäumer hat sich einen Traum erfüllt

Friderieke Schulz

Kreis Herford. "Wir haben hier immer schon Milch, Kartoffeln oder Eier verkauft. Früher aber nicht im Hofladen, sondern aus der Küche heraus", sagt Hans Otto Düsediekerbäumer. Um mit der Zeit zu gehen, eröffnete die Landwirtsfamilie 1998 ihren Hofladen. Wie den Düsediekerbäumers ging es vielen Landwirten im Kreis Herford. Überall haben sie ihre Höfe weiterentwickelt und das Angebot erweitert. Zu finden sind diese Höfe in der Broschüre "Landservice" der Landwirtschaftskammer NRW. Einige davon stellt die NW dienstags vor. 1972 übernahm Hans Otto Düsediekerbäumer den Hof von seinem Großvater. Im Familienbesitz ist das Anwesen seit ungefähr 1900. "Früher hatten wir hier von allem etwas", sagt der 62-Jährige und berichtet, dass er den Betrieb dann später auf Milchviehhaltung spezialisierte. Die Milch war auch der Hauptgrund, warum seine Frau Judith 1998 den Hofladen neben der Küche im ehemaligen Hauswirtschaftsraum eröffnete. "Darauf hatten wir uns ursprünglich fokussiert, aber die Produktpalette hat sich darüber hinaus erweitert", so Düsediekerbäumer. Die meisten Produkte im Hofladen sind bis heute selbst hergestellt. "Wir lassen unsere Schweine bei einem befreundeten Landwirt aufziehen und verarbeiten das Fleisch mit Hilfe von alten, eigenen Hausrezepten zu Wurst und anderen Fleischwaren", erzählt der Milchbauer. Daran schätzen seine Kunden vor allem, dass die Waren ohne jegliche Zusatzstoffe sind. Auch die Kartoffeln lässt der Oetinghauser anbauen und auf die Fremdwaren hat er ein Auge: "Wir möchten nicht irgendetwas anbieten, sondern nur Qualität, hinter der wir stehen. Alles kommt aus der Umgebung und von Produzenten, die wir kennen." Nachdem Judith Düsediekerbäumer ihren kleinen Hofladen etabliert hatte, kam ihr der nächste Gedanke, erinnert sich ihr Mann: "Gemeinsam mit unserer Tochter und Schwiegertochter entstand der Wunsch nach einem Café." Denn nicht nur die gelernte Hauswirtschaftsmeisterin, auch Tochter Michaela und Schwiegertochter Nadine vereint eine Leidenschaft: das Backen. Als immer mehr Cafés im Umkreis eröffneten, schauten sich die drei Frauen genau um und überlegten, wie sich ihr Traum umsetzen ließe. "Sie hatten Angst, dass es nicht funktionieren könnte", sagt Jan Düsediekerbäumer und erzählt vom zweijährigen Probelauf, der dem heutigen Café auch seinen Namen gegeben hat. "Auf unserer Terrasse errichteten sie ein kleines Café, um zu sehen, wie es angenommen wird und ob es ihnen letztlich überhaupt gefällt", sagt der 38-Jährige. Die Terrasse war täglich voll, also begannen die Frauen zu planen und bauten schließlich ihr Gartencafé angrenzend ans Naturschutzgebiet. 2013 wurde ihr Traum auf 200 Quadratmetern wahr. Das Konzept hat die Familie selbst erdacht: "Wir sind sehr zufrieden damit. Frühstück, Cafébetrieb und auch die Themenabende laufen super", freut sich Düsediekerbäumer. Und die Kunden schätzen ebenso wie im Hofladen nicht nur die Transparenz der Produkte, sondern auch, dass jeder Kuchen, jede Waffel und jedes Menü von der Familie selbst hergestellt wird. "Der Blick auf die alte Kleinbahntrasse ist toll. Gerade Radfahrer machen hier gerne Pause, essen ein Stück Kuchen oder das Bauernhofeis, bevor sie weiterfahren", sagt der gelernte Bäcker, der hier ebenfalls mithilft. Es mag etwas makaber klingen, aber auch die Weihnachtsgans suchen manche Gäste sich hier schon im Hochsommer aus: "Unsere Gänse und Enten laufen unterhalb der Terrasse frei." Zwischen Schnittchenteller und Bäumerkranz - übrigens der meistverkaufte Kuchen im Café - ist für die Familie Düsediekerbäumer ein Traum wahrgeworden. "Klar, das Wochenende ist für uns alle weg, aber das nehmen wir gern in Kauf. Das Café ist genauso geworden, wie wir es uns immer gewünscht haben", sagt Düsediekerbäumer und der Rest der Familie nickt zustimmend. Nächste Folge: Am kommenden Dienstag lesen Sie, dass Sie bei Klostermeiers in Herford einkaufen und auch Hofatmosphäre erleben können.

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