Ohne Chemie: Gerhard Flachmeier (66) baut auf seinem Hof auch die eher seltene Aronia-Beere an, auf die früher bereits die Indianer vertrauten. Die Beere wächst ebenso wie alle anderen Produkte des Landwirtes unter ökologischen Bedingungen. - © Foto: Friderieke Schulz
Ohne Chemie: Gerhard Flachmeier (66) baut auf seinem Hof auch die eher seltene Aronia-Beere an, auf die früher bereits die Indianer vertrauten. Die Beere wächst ebenso wie alle anderen Produkte des Landwirtes unter ökologischen Bedingungen. | © Foto: Friderieke Schulz

Kreis Herford Raus aufs Land: Berg's Hof

Berg's Hof in Herford-Elverdissen

Friderieke Schulz

Kreis Herford. Als Gerhard Flachmeier vor rund 30 Jahren die konventionelle durch die ökologische Landwirtschaft ersetzte, öffnete er auch den Hofladen: "Das war die Philosophie. Alles, was ich erzeuge, wollte ich auch selbst vermarkten." Wie ihm ging es vielen Landwirten im Kreis Herford. Überall haben sie ihre Höfe weiterentwickelt und ihr Angebot erweitert. Zu finden sind diese in der Broschüre des "Landservice" der Landwirtschaftskammer NRW. Einige davon stellt die NW immer dienstags vor. Mit der Umstellung auf die ökologische Landwirtschaft hatte Gerhard Flachmeier es nicht einfach: "Damals galt man als Spinner, aber ich wollte nicht Massen liefern, sondern lieber an der Qualität der Produkte arbeiten und das eben ganz ohne Chemie, die krank machen kann." Er beschloss nicht nur, seinen elterlichen Betrieb in Exter, sondern auch den Hof seiner Frau Anette dafür umzustrukturieren. "Dazu gehörte eben auch der Hofladen, den meine Frau seit Anfang an mit viel Liebe aufgebaut hat", berichtet Flachmeier. Damals, so erinnert er sich, war das Sortiment überschaubar: Beeren, Kartoffeln und Getreide zum Brotbacken gab es zu kaufen. Heute reicht das Angebot über Obst, Gemüse oder Eier bis hin zu Waschmittel oder Zahnpasta. Als Marmeladeköche arbeiten für Flachmeier seit vielen Jahren die Mitarbeiter der Lebenshilfe, die die verschiedenen Sorten immer frisch aus eigenen Beeren herstellen. Und auch das Fleisch, von den Limousin-Rindern, die der Landwirt auf seinem elterlichen Hof mästet, gibt es nur bei Berg's zu kaufen. Der Renner im Laden sind die Him-, Brom-, Heidel-, oder Johannisbeeren und natürlich die Kartoffeln, die Flachmeier auf insgesamt 30 Hektar anbaut. "Wir haben von vielen Früchten frühe und späte Sorten, die sich die Kunden auch selbst vom Feld aus pflücken können", sagt der 66-Jährige. Aber auch ausgefallene Früchte, wie die Aronia-Beere baut Flachmeier an: "Sie enthält viele Mineralstoffe und soll sehr blutfördernd wirken." Dabei muss keines der angebauten Produkte irgendeine Norm erfüllen. Die Kartoffeln sind nicht unbedingt rund, sondern in vielen verschiedenen Formen. Sein Wissen über mehr als 30 Jahren Bioanbau gibt der Landwirt weiter. Neben Kindergärten- und Schulklassenführungen sind auch Gruppen von Mitarbeitern der Landwirtschaftskammer oder privat Interessierte häufig auf dem Hof zu Gast, um sich von Flachmeier einen Einblick in seine Arbeit geben zu lassen: "Das macht mir schon viel Spaß. Ich vermittle gern, wofür ich seit nun 30 Jahren stehe." Und auch Ehefrau Anette ist gern in ihrem Laden, richtet die Waren aus und unterhält sich mit Kunden.

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