Frische Ware: Renate Stuke betreut ihren Hofladen seit 1999 mit viel Freude. Seit 2004 steht sie zudem einmal wöchentlich auf dem Wochenmarkt und zahlreichen anderen Märkten der Region, wie etwa auf dem Museumshof oder dem Bauernmarkt. - © Foto: Friderieke Schulz
Frische Ware: Renate Stuke betreut ihren Hofladen seit 1999 mit viel Freude. Seit 2004 steht sie zudem einmal wöchentlich auf dem Wochenmarkt und zahlreichen anderen Märkten der Region, wie etwa auf dem Museumshof oder dem Bauernmarkt. | © Foto: Friderieke Schulz

Kreis Herford Raus aufs Land: Hofladen Stuke

Um sich neuen Herausforderungen zu stellen und der Senkung des Schweinepreises entgegen zu wirken, eröffnete Renate Stuke 1999 ihren Hofladen in Löhne

Friderieke Schulz

Kreis Herford. Um sich neuen Herausforderungen zu stellen und der Senkung des Schweinepreises entgegen zu wirken, eröffnete Renate Stuke 1999 ihren Hofladen in Löhne. Seitdem verkauft sie die Wurst von den eigenen Schweinen, um die sich ihr Ehemann Heinz kümmert. So wie ihnen erging es vielen Landwirten im Kreis Herford. Überall haben sie ihre Höfe weiterentwickelt und ihr Angebot erweitert. Zu finden sind diese in der Broschüre des "Landservice" der Landwirtschaftskammer NRW. Einige davon stellt die NW immer dienstags vor. "Meine Schwiegereltern haben schon immer Kartoffeln verkauft", erinnert sich Renate Stuke. Damals wie heute wurden diese auf den Flächen des Hofes angebaut und nur von selbigem aus verkauft. Das trifft jedoch nicht nur auf die Kartoffeln zu, denn Stukes produzieren den Großteil von dem, was sie verkaufen, selbst. Das war es auch, was die 60-Jährige 1999 dazu brachte, den Hofladen zu öffnen. "Ich hatte eine kaufmännische Ausbildung und Lust dazu, unsere Produkte direkt zu vermarkten. Den letzten Anstoß haben dann die stark schwankenden Schweinepreise gegeben", erinnert sie sich. Doch das Sortiment war klein. Eier, Kartoffeln und die Wurst waren die Basis, von der aus Renate Stuke sich immer wieder Neues einfallen ließ: "Irgendwann fing ich an, Marmelade zu kochen. Heute habe ich ganz unterschiedliche Sorten im Angebot, je nachdem, was mein Garten gerade so zu bieten hat." Eigentlich wollte sie auch nicht größer werden, bis der damalige Marktleiter aus Löhne sie kontaktierte. Das war 2004 und Erwin Turowsky auf der Suche nach einem Stand mit Gemüse und Wurstwaren.Eierlikör aus dem Münsterland "Ich habe überlegt, ob ich es machen soll. Rückblickend war es eine gute Entscheidung", sagt Stuke und erzählt, dass sie zu diesem Zeitpunkt erstmals Produkte zugekauft habe. Neben Gemüse, Obst und Honig aus der nahen Umgebung fand die Löhnerin jedoch auch etwas, dass eigentlich nicht in ihr regionales Konzept passte: "Der Eierlikör kommt aus dem Münsterland. Der schmeckt wirklich gut - deswegen machte ich die Ausnahme." Denn Stukes vermarkten ihr eigenes Fleisch: 20 bis 30 Schweine, je nachdem wie viel Wurst und Fleisch sie verkaufen, haben sie im Stall. Hinzu kommen Enten und Gänse, die Ehemann Heinz nach Bestellung für Weihnachten mästet. "Gefüttert werden die Tiere mit dem Getreide von unserem Feld", so der Landwirt im Nebenerwerb. Nur zum Schlachten und Verwursten verlassen die Rüsselnasen den Hof: "Das übernimmt die Schlachterei und Fleischerei Wiehenkamp für uns, die ist quasi um die Ecke." Denn Massentierhaltung kam dem Ehepaar nie in die Tüte: "Da stehen wir nicht hinter. Wir möchten ruhigen Gewissens hinter den Produkten stehen können."

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