Betonarbeiten: Das Parkhaus Altstadt vor der Fertigstellung 1973.  Rechts im Bild die Auffahrt. - © Karl Arnold (Sammlung Polster)
Betonarbeiten: Das Parkhaus Altstadt vor der Fertigstellung 1973.  Rechts im Bild die Auffahrt. | © Karl Arnold (Sammlung Polster)

Mittwochrätsel Auflösung: Das Parkhaus Altstadt wurde 1973 in Betrieb genommen.

Im Kellergeschoss war ein Bunker für 3.000 Menschen eingerichtet

Frank-Michael Kiel-Steinkamp
Andere Richtung: Unser Luftbild zeigt das Parkhaus an der Tribenstraße mit der Innenstadt im Hintergrund. - © Jens Reddeker
Andere Richtung: Unser Luftbild zeigt das Parkhaus an der Tribenstraße mit der Innenstadt im Hintergrund. | © Jens Reddeker

Herford. Das Mittwochrätsel der vergangenen Woche zeigte ein Foto, das der Herforder Fotograf Karl Arnold beim Bau des Parkhauses Altstadt aufgenommen hat.

Rita Frentrup hat hier als Führerschein-Neuling ein traumatisches Erlebnis gehabt: „Es ist das 1973 erbaute Parkhaus Altstadt. Im Hintergrund ist die Rennstraße mit Foto Ilsemann zu erkennen und auch das Mathilden-Krankenhaus. Ich habe 1975, mit 22 Jahren, meinen Führerschein gemacht und nach bestandener Prüfung wollte ich am nächsten Tag in das Parkhaus fahren.

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So, die Schranke geht hoch, ich gebe Gas, die Schranke schließt sich und ich schaffe es, ein Stück die Auffahrt hoch zu fahren, hinter mir mittlerweile das nächste Auto und ich werde nervös. Mein Mann sagt: ,Gib Gas, tritt die Kupplung’ und ich weiß nicht, was sonst noch alles. Das Auto stottert, geht aus und sagt gar nichts mehr, auch mein Mann kriegt es nicht wieder an.

Damals gab es noch einen Bediensteten in einem kleinen Kassenhäuschen und den bat mein Mann, die Schranke zu öffnen, damit die Autos rückwärts rausrollen könnten und so nebenbei erklärt mein Mann dem Autofahrer hinter uns: ,Meine Frau hat erst seit gestern den Führerschein.’ Ich habe mich so was von geschämt, er hätte doch auch sagen können: ,Das Auto hat einen Defekt.’ "

Jochen Hartig weiß: „Die Lösung dieses Mittwochsrätsels ist nicht weit von dem Foto der letzten Woche entfernt, es ist die Baustelle des Parkhauses Altstadt. Interessant ist in der Tat der Hintergrund des Fotos: die Fachwerkhäuser direkt gegenüber des Parkhauses scheinen schon weggeräumt zu sein (Bagger im Vordergrund), an der Rennstraße steht erst eins der neuen 5-Geschosser, die Firma Niebaum und Hamacher stellt noch ihre Autos aus. Rechts neben der Fleischerei ist das Haus Middelmann noch nicht neu gebaut.

Auch das große Gebäude auf dem Dreieck steht noch nicht. Aber man kann – wie noch heute durch die Bauverzögerung – das Haus von Foto-Ilsemann sehen. Zum Parkhaus selbst kann man sagen, dass die einst im Gebäude vorhandene Tankstelle an der Tribenstraße nicht mehr vorhanden ist und auch der Luftschutzbunker nicht mehr seiner Bestimmung unterworfen ist."

Michael Schnatmeyer erinnert sich: „Dort drin bin ich irgendwann Mitte der ’80er das erste mal selber Auto gefahren. Mit 14? 15? Spindel rauf, Spindel runter. Sollte wohl mittlerweile verjährt sein."

Klaus-Dieter Stork beschreibt: „Im Hintergrund Bildmitte ist der Rennplatz zu erkennen mit der Rennstraße und der links abbiegenden Johannisstraße. Beim genauen Hinschauen erkennt man den Firmennamenschriftzug des Ford-Händlers Niebaum& Hamacher, welcher zu der Zeit noch seinen Firmensitz an der Johannisstraße hatte.

Weiter am Horizont ist das Mathilden-Hospital zu sehen und rechts davon das Stelzenhaus. Dort sollten mal die Ahmser und Elverdisser Straße unter dem Gebäude verlaufen. Das war vermutlich eine Fehlplanung, denn die beiden Straßen verlaufen nach wie vor rechts und links an dem Hochhaus vorbei. Wer möchte schon direkt über einer viel befahrene Straße wohnen."

Spindel rauf, Spindel runter gefahren

Helfried Horstmann: „Erinnern kann ich mich, dass dort vorher der Kindergarten der Münsterkirchengemeinde Tribenstrasse war. Die Leitung hatte eine Diakonisse, wie das lange Zeit üblich war.

Es gab dort sowohl eine Schwester Aenne als auch eine Schwester Annedore, ob die beiden vielleicht identisch waren, habe ich nicht herausfinden können."

Annette Schmidt aus Minden schreibt: „Auf dem Foto wird letzte Hand an das oberste Deck von Herfords ältestem Parkhaus an der Tribenstraße gelegt. Der Blick geht über Dächer auf das Gelände der ehemaligen Tankstelle und Kfz-Werkstatt Schröder, in der mein VW Käfer in den frühen 70ern häufiger zu Gast war.

Wo Johannisstraße und Rennstraße zusammenlaufen sieht man zur Rechten unter anderem den Gebäudekomplex von Foto Ilsemann, gegenüber befand sich das renommierte Porzellanhaus Frieling. In der Bildmitte links sieht man das Dach des Mathilden-Hospitals, rechts daneben das ,Stelzenhaus’. Weiter rechts bezeichnet der Baumgürtel den Wallabschnitt Unter den Linden."

Das Parkhaus wurde zuletzt 2010 umfassend saniert. Dabei wurde auf die Tankstelle verzichtet. Es verfügt heute über 400 Parkplätze, 100 weniger als zur Eröffnung im Jahr 1973. Im Kellergeschoss befand sich bis vor einigen Jahren ein Bunker für den Zivilschutz, der im Fall einer Katastrophe 3.000 Menschen fassen konnte. Es waren Bettgestelle, Werkzeuge, Sanitätsmaterialien und Kochgeschirre eingelagert, um ein Überleben für gewisse Zeit zu ermöglichen.

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