Standort Kaufhof-Dach: Karl Arnolds Foto gibt ungehindert den Blick frei auf Rennstraße und Mathilden Hospital. - © Karl Arnold (Sammlung Polster)
Standort Kaufhof-Dach: Karl Arnolds Foto gibt ungehindert den Blick frei auf Rennstraße und Mathilden Hospital. | © Karl Arnold (Sammlung Polster)

Mittwochrätsel Auflösung: Das Foto auf den Martinsgang entstand beim Bau des wieder entkernten Kaufhofs

Der Blick geht frei in Richtung Wiesestraße, denn das Neustadtparkhaus war noch nicht gebaut

Thomas Hagen
Und wieder Kaufhof-Dach: Hier fällt der Blick in den Martinsgang und endet vorm Neustadt-Parkhaus. - © Frank-Michael Kiel-Steinkamp
Und wieder Kaufhof-Dach: Hier fällt der Blick in den Martinsgang und endet vorm Neustadt-Parkhaus. | © Frank-Michael Kiel-Steinkamp

Herford. Das Foto vom vergangenen Mittwoch zeigt einen Blick vom heutigen Kaufhof Richtung Martinsgang und die abzweigende Brüderstraße. Eine mögliche Erklärung für die Namensgebung könnte Reformator Martin Luther sein. Die Erklärungen von Dr. Rainer Pape gehen ebenfalls in diese Richtung:

Der schmale Gang, der um 1970 zur Straße ausgebaut wurde, erhielt 1886 auch offiziell seinen Namen. Bezeugt im 19. Jahrhundert als „Märtensgang" oder „Mertensgang", 1843 als „Martinsgang". Er soll seinen Namen von einem ehemaligen Hof, der im Volksmund „Martenshof" hieß, erhalten haben.

Gisela de Pagter hat viele Erinnerungen an diese Stelle: Dort, wo damals das Foto von Karl Arnold gemacht wurde, und nur ein Weg war, befindet sich heute der Martinsgang. Er verbindet die Johannis- mit der Brüderstraße. Interessant wäre zu erfahren, wann die farblich nicht besonders gute Aufnahme entstanden ist. Ich tippe auf die 70erJahre, da vor dem Remensnider Haus ein Käfer parkt. Der Kaufhof, das einst so geschätzte Kaufhaus wird gebaut. Zuvor war dort das alte Friedrichs-Gymnasium, einst Klosterschule. Daher auch die Straßennamen „Klosterstraße" und „Brüderstraße".

Information

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Drei Mal gab es beim Rätselbild den Freizeitführer Wandertour – Kurzurlaub für Teutonen zu gewinnen. Diese liegen zwei Wochen lang bereit in der Geschäftsstelle der NW, Lübberstraße 15-17.

Die Gewinner sind Gisela de Pagter, Günter Redeker und Rosemarie Rottmann aus Herford. Herzlichen Glückwunsch!

Dort befand sich vom 13. Jahrhundert bis 1540 das Augustiner-Eremiten-Kloster. Eine Kollegin schnekte mir eine große Münze, die das Friedrichs-Gymnasium von damals zeigt mit der Eintragung 1972. Das Gymnasium muss also in dieser Zeit abgerissen worden sein, (welch ein Nonsens) und durch den Betonklotz ersetzt worden sein.

13 lange Jahre dümpelte das Gebäude vor sich. Nun stehen wieder Leute am Bauzaun, genau wie damals. Wir bekommen ein neues Kaufhaus „...auferstanden aus Ruinen...". Auf dem Foto erkennt man die Martinsklause, die es heute noch gibt.

Dort liest man, dass diese Gaststätte als Tagungslokal des Effektenclubs Spekulatius diente. Was war das nur? Am oberen Bildrand, mittig, ist die Pfälzer Weinstube zu erkennen. Hier sind die Freunde des Teutoburger Waldvereins oft eingekehrt, um die Weine zu kosten. Blickt man vor der Tür nach oben, schauen einen sechs Figuren an.

Diese Knaggen schmücken das Balkenwerk. Schlussendlich noch das Remensnider Haus, heute in Händen der Gebrüder Liedtke (Immobilien) und der FDP. Bewundernd steht mancher vor diesem bildschönen Gebäude. Es wurde 1521 von Heinrich Aldach, genannt Remensnider, erbaut und zählt mit den Figuren-Knaggen (20 an der Zahl) zu den reichst geschmückten Fachwerkwerkhäusern der Spätgotik in Westfalen.
Und somit freut sich die Bürgerschaft, dass es gelungen ist, manche „Perle" im „Nilligen Hervede" für die Nachwelt zu erhalten.

Klaus-Dieter Stork hat erkannt: Es handelt sich um den „Martinsgang". Das rechte Fachwerkhaus ist das 1521 von Hinrick Aldach erbaute Remensniderhaus. Links daneben stand früher noch ein Haus welches abgerissen wurde.

Auf dem Foto ist noch an dieser Stelle der Parkplatz zu erkennen. Das Bild wurde vom Rohbau des Kaufhofes aus aufgenommen. Nach Fertigstellung musste der Parkplatz dem Ausbau der Straße „Martinsgang" weichen. Hinter dem Remensniderhaus steht heute das Parkhaus „Altstadt", welches zum Zeitpunkt der Aufnahme noch nicht existierte."

Ulrich Stille schreibt: „Ein beeindruckendes Foto vom Dach des damals gerade im Bau befindlichen Kaufhofes in Richtung Brüderstraße und Martinsgang. Das Altstadtparkhaus ist noch nicht gebaut und dort ist viel Platz und viel Grün zu sehen. Im Vordergrund links das Rothesche Haus, hinter dessen Giebelspitze sich die Pfälzer Weinstube etwas versteckt, und vorn rechts das Riemenschneiderhaus.

Wie oft haben wir Schüler dessen markante Fassade mit ihren bunten ausdrucksstarken Knaggen gegenüber vom Schulhof des Friedrichs-Gymnasiums aus unter fachkundiger Anleitung unseres Kunstlehrers Werner Keller skizziert. Keller, der sich entschieden und unübersehbar gegen den Abriss des klassizistischen Friedrichs-Gymnasiums – heute wäre der Bau ein Kleinod – zu Gunsten des Kaufhofes gewehrt hat, der nun nach gut 40 Jahren und langem Leerstand ebenfalls abgerissen wird.

1972 hatte sich der Rat der Stadt einstimmig (!) für den Abriss des Friedrichs-Gymnasiums und für den Kaufhofbebauungsplan ausgesprochen. Keller hat damals durch seinen massiven Protest ein Umdenken in Herford hinsichtlich der erhaltenswerten Bausubstanz wach gerufen, das aber leider immer noch viel zu wenig verbreitet ist und weiterhin den Verlust wertvoller historischer und unwiederbringlicher Objekte zu Gunsten oft gesichtsloser Renditeprojekte nur unbefriedigend verhindert."

Detlev Piekenbrock: „Beim ersten Blick habe ich auch erst gedacht: Nanu, wo ist das denn jetzt? Aber dann klingelte es doch sehr schnell in meinem lokalem Hinterstübchen und die Erinnerung an die Lernjahre kam auf. Wie oft bin ich da hergekommen auf dem Weg zu meiner Bildungsanstalt, dem alt-ehrwürdigen Friedrichsgymnasium. Klosterstraße wird dieser Weg heute genannt. Den schönen Parkplatz gibt es nicht mehr, obwohl er heute wichtiger wäre als damals. Dafür haben wir jetzt ein großes Parkhaus!"

Friedrich Windeck meint: „Das ist der Martinsgang, gesehen von da, wo einstmals das Friedrichs-Gymnasium einem hässlichen Kaufhaus weichen musste."

Klaus Nowitzki sagt: „Rechts ist das „Rothsche Haus". Herr Roth hatte eine Lieferhandlung für Industrieländer (Treibriemen und mehr. Außerdem eine Tierhandlung im Garten. Ich habe dort ...weiße Mäuse gekauft. Herr Roth machte mit Mäusen Mäuse: 50 Pfennig das Stück. Rechts die Kaufhofbaustelle. Den Herfordern wurde damals "augenzwinkernd und fest" versprochen, die Fassade vom Friedrichsgymnasium bleibt stehen.

Wie von Geisterhand war die Fassade dann einsturzgefährdet und wurde abgerissen, „unwiederbringlich". Das Ergebnis haben wir in den letzten 15 Jahren alle gesehen. Andere Gemeinden stand da schlauer und verbinden die Abbruchgenehmigungen mit extrem hohen Bürgschaften."

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