Kater "Pucky" ist verschwunden: Die 15-jährige Katze "July" spendet Karin Tittgen Trost. Foto: Ingrun Waschneck
Kater "Pucky" ist verschwunden: Die 15-jährige Katze "July" spendet Karin Tittgen Trost. Foto: Ingrun Waschneck

Rödinghausen Viele Halter rund um Rödinghausen und Bünde vermissen ihr Tier

Internetseite bietet Forum

Rödinghausen/Bünde. "Wer hat Luzie gesehen?", "Kater Carlo vermisst" - mit zahlreichen Aushängen an Bäumen, beim Tierarzt oder in Tierfachgeschäften suchen Katzenbesitzer ihre verschwundenen Tiere. Auch Karin Tittgen vermisst ihren Kater Pucky. Nicht nur ihr ist aufgefallen, dass die Zahl der Katzen, die nicht mehr nach Hause kommen, in letzter Zeit stark angestiegen ist.

"So viele Katzen, die hier im Gebiet zwischen Holsen, Bünde, Bieren und Bruchmühlen vermisst werden, können gar nicht alle überfahren worden sein", sagt Karin Tittgen, die selbst noch drei eigene und vier zugelaufene Katzen hat. Seit April seien bestimmt über 40 Tiere verschwunden. Auch ihr "Pucky" ist weg.

"Manchmal war er über Nacht unterwegs, aber als er dieses Mal nach zwei Nächten noch nicht wieder da war, habe ich mir Sorgen gemacht", sagt die Katzenhalterin. Kurz darauf sei in der Nachbarschaft ebenfalls Kater "Findus" verschwunden.

Als sie mit einer ihrer Katzen beim Tierarzt Friedhelm Hanke war, sagte auch dieser, dass sich die Fälle der verschwundenen Katzen häufen. "An der Pinnwand in meiner Praxis hängen zurzeit fünf Vermisstenmeldungen", sagt Hanke. Bei seinen Kunden sei es häufig Gesprächsthema, viele überlegen, wie sie ihre Katze schützen können. Das ist bei Katzen, die es gewohnt sind, draußen zu sein, schwierig.

In der Tierarztpraxis in Holsen fand Karin Tittgen auch einen Hinweis auf eine Internetseite, die Nad und Daniel Bähner aus Schweicheln nach dem Verschwinden von drei Katzen erstellt haben.

"Ich habe mich mit den beiden in Verbindung gesetzt und auch sie sagten, dass viele Tiere im Bereich Schweicheln, Hiddenhausen und Löhne vermisst werden", sagt Karin Tittgen. Die Internetseite sei ein Forum für alle, die ihr Tier suchen. Man könne sich austauschen, Auffälligkeiten berichten und, um Fälle zu dokumentieren, in eine Liste eintragen.

Gleichzeitig werden auf der Internetseite auch Unterschriften für eine Petition gesammelt. "Auf Tiere, die laut Gesetz keine Sache sind, werden jedoch die für Sachen geltenden Vorschriften angewendet", erklärt die 56-Jährige.

Der Gesetzestext sei äußerst verwirrend, aber vor allem werden die Tiere nicht als Lebewesen, sondern als Sache behandelt. Um das zu ändern und den Tiere mehr Rechte einzuräumen, seien 50.000 Unterschriften nötig. "Ein Haustier darf in der rechtlichen Handhabe nicht mit einem Sachgegenstand gleichgestellt sein", sagt Nad Bähner.

"Über 80 Katzen sind hier in der Region verschwunden, so viele können seit diesem Frühjahr nicht von Autos überfahren worden sein", betont Karin Tittgen noch einmal.

Man könne nur darüber spekulieren, was mit den Tieren passiert sei. "Es kursieren die unterschiedlichsten Geschichten." Deshalb habe sie Anzeige gegen unbekannt erstattet. "Auch wenn es eher Zufall ist, etwaige Täter zu finden, können diese dann jedoch strafrechtlich verfolgt werden", sagt sie.

Weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.little-boy-blue.com.

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