Axel Große Wortmann zeigt die Stelle der Außenwand, an der das Projektil einschlug. - © FOTO: KARL-HENDRIK TITTEL
Axel Große Wortmann zeigt die Stelle der Außenwand, an der das Projektil einschlug. | © FOTO: KARL-HENDRIK TITTEL

Rödinghausen "Glück, dass es nicht die Gasflasche war"

Auch auf den Wohnwagen von Axel Große Wortmann wurde vor zwei Jahren geschossen

Rödinghausen (karl). Welche Motivation hinter diesen Taten stehen, darüber kann nur spekuliert werden: Seit 2008 wurde in ganz Deutschland mehr als 700 Mal auf Lastwagen geschossen. Vor allem Fahrzeuge, die auf Autobahnen unterwegs waren, hatten die kriminellem Täter bisher im Visier. Die Opfer sind solchen lebensgefährlichen Angriffen schutzlos ausgeliefert.

Dieses Gefühl kennt der Rödinghauser Axel Große Wortmann aus eigener Erfahrung. Höchstwahrscheinlich am 26. August 2010 wurde während der Fahrt von Sylt nach Hause durch den Wohnwagen der Familie geschossen. "Mir ist erst am nächsten Morgen etwas an der Außenverkleidung aufgefallen, was ich für eine neue Beule hielt, aber schnell stellte es sich als ein Einschussloch heraus", sagt Große Wortmann. Das Projektil hatte die Außenwand im hinteren Teil des Anhängers durchschlagen und ist auch auf der anderen Seite durch die Wand wieder ausgetreten.

"Als ich das gesehen habe, wurde mir ganz anders, eventuell hätten die Kinder ja noch eine Nacht im Wohnwagen verbringen wollen", so Große Wortmann, der anfangs dachte, der Schuss sei in Rödinghausen vor seiner Haustür abgefeuert worden. Aber die Polizeibeamten haben kein Projektil gefunden, so dass davon ausgegangen werden muss, dass der Schütze während der Fahrt abgedrückt hat.

"Auf der Rückfahrt hat es in Strömen geregnet, aber ich erinnere mich an einen lauten Knall, irgendwo in der Nähe von Garbsen bei Hannover", so Große Wortmann, der nicht daran denken will, was passiert wäre, hätte das Projektil die Gasflasche im Wagen getroffen.

"Die Polizeibeamten haben sich die Einschusslöcher lediglich angeschaut, aber nicht weiter untersucht", so der Rödinghauser. Eine Woche später sei ein Herforder Kripobeamter dagewesen und kurz darauf habe er mit einem Beamten aus Garbsen telefoniert. "So habe ich meine Geschichte dreimal erzählt." Im Oktober hat Große Wortmann dann die Mitteilung der Staatsanwaltschaft erhalten, dass das Verfahren eingestellt wurde. "Mit dem Schaden, sicherlich mehrere tausend Euro, bin ich sitzengeblieben."

Einmal im Jahr verreist die fünfköpfige Familie mit dem Wohnwagen. Die Angst, dass so etwas wieder passiert, sei eigentlich nicht vorhanden. "Aber trotzdem ist der Vorfall während einer Reise nahezu jeden Abend wieder Thema für meine drei Kinder", sagt Große Wortmann, der hofft, dass sich weitere Opfer melden, damit vielleicht nach und nach Licht ins Dunkel gebracht werden kann.

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