Beschwerliche Reise: Wegen eines Gebots des Kaisers Augustus (Anton Schäffler, rechts) mussten Maria (Ronja Heiland) und Josef (Jakob Wieneke) sich seinerzeit von Nazareth nach Betlehem begeben. - © Foto: Thorsten Mailänder||
Beschwerliche Reise: Wegen eines Gebots des Kaisers Augustus (Anton Schäffler, rechts) mussten Maria (Ronja Heiland) und Josef (Jakob Wieneke) sich seinerzeit von Nazareth nach Betlehem begeben. | © Foto: Thorsten Mailänder||

Bünde/Rödinghausen Jesu Geburt auf allen Bühnen

Weihnachten: In den Kirchen im Bünder Land wird am Heiligen Abend die Ankunft von Christus nachgespielt

Thorsten Mailänder

Bünde/Rödinghausen. Es wird gesungen, und Texte müssen auswendig gelernt werden. Die Laiendarsteller verkleiden sich mit ausgedienten Hüten, mit Wolldecken, die als Gewänder dienen oder mit Alugrillschalen, die als Brustpanzer den Kaiser Augustus schützen sollen. In fast allen Kirchengemeinden laufen dieser Tage die Proben zu den alljährigen Krippenspielen an Weihnachten. Sehr unterschiedlich und fantasiereich sind die Handlungen, doch am Ende geht es immer um die Botschaft von der Geburt eines Kindes in einer Krippe - der Geburt von Jesus in Betlehem. Vor der Michael-Kirche hatte Pfarrer Axel Bruning von der Evangelischen Kirchengemeinde Westkilver am Mittwochvormittag noch einige Dinge am Smartphone zu regeln, bevor er seine Kirche betrat. Die Zeit wird langsam knapp, denn zwei Tage später soll das Krippenspiel mit den Schülern der Grundschule Bruchmühlen zum ersten Mal für die Mitschüler gezeigt werden. Bei der Generalprobe herrscht Unruhe Seit rund vier Wochen laufen die Vorbereitungen mit der Klassenlehrerin Katrin Junggebauer. An Heiligabend sollen die Grundschüler in ähnlicher Besetzung ihre Variante in der Christvesper erneut zeigen. In der Westkilverer Michael-Kirche fand somit am Mittwoch die Generalprobe statt. Es herrscht etwas Unruhe unter den jungen Laiendarstellern. "Alle bitte auf dem Teppich bleiben", sagte Pfarrer Axel Bruning dem Schülerchor vor der ersten Gesangseinlage. Er dirigiert die Sänger vom Steinboden auf die Auslegeware vorm Altar. Die Kinder singen kräftig mit und sind textsicher. Im Krippenspiel geht es um ganz viele Sterne: Den Zimtstern, den Seestern, die Sterne für eine Hotelbeurteilung und um einen "kleinen Stern", der versehentlich beim Toben vom Himmel gestürzt ist. Er ist auf den Po gefallen und hat sich den Steiß leicht geprellt. Der "kleine Stern", gespielt von Sieglinde (9) ,macht sich auf die Suche nach dem Weihnachtsstern von Betlehem und begegnet auf seinem Weg dorthin vielen, meist ahnungslosen Sternen. "Die meisten sind gar keine richtigen Sterne", sagt die Bruchmühlener Schulleiterin Maren Erntner. Später wird der "kleine Stern" von spielenden Kindern im Schnee gefunden und in die Michael-Kirche nach Westkilver gebracht. Hier begegnet er dem Weihnachtsstern, der vom Küster an der Decke der Kirche angebracht wurde, und der Krippe mit dem Jesuskind. Der Weihnachtsstern ist hell erleuchtet. "Unsere Kirche wird voll sein" In der Kreuzkirche zu Ennigloh wird die Weihnachtsgeschichte mit dem Gebot des Römischen Kaiser Augustus zu einer Volkszählung klassisch dargestellt. Man sieht die Hirten auf dem Feld, die von den himmlischen Heerscharen über die Geburt des Heilands informiert werden. "Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freunde, die allem Volk widerfahren wird: denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids", verkündet der Engel. Die "Heiligen drei Könige aus dem Morgenland" ziehen in die moderne Kirche ein. Seit Mitte November liefen unter der Leitung von Pfarrer Volker Kükenshöner und seiner Frau Elke die Proben für zwei Gruppen. In Ennigloh sind zwei Christvespern mit dem Krippenspiel um 15 Uhr und um 16.30 Uhr an Heiligabend geplant. Nicht nur in Westkilver und in Ennigloh werden die Kirchen erfahrungsgemäß sehr gut gefüllt sein, sondern an vielen Orten im Bünder Land. "Ich möchte den Meldungen der letzten Tage widersprechen, dass nur noch wenige Menschen zu Weihnachten in die Kirche gehen . Unsere Kirche wird voll sein. Ich wünsche uns ein friedliches Weihnachtsfest", sagt Pfarrer Axel Bruning.

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