Die aktuelle Besetzung: Janis Smilga (Zweite Trompete), Egils Sketris (Posaune), Roberts Brants (Basstuba), Andrejs Pogrebnaks (Erste Trompete) und Dainis Tarasovs (Waldhorn). - © Philipp Tenta
Die aktuelle Besetzung: Janis Smilga (Zweite Trompete), Egils Sketris (Posaune), Roberts Brants (Basstuba), Andrejs Pogrebnaks (Erste Trompete) und Dainis Tarasovs (Waldhorn). | © Philipp Tenta

Rödinghausen Blechbläserquintett verwandelt Blech in Edelmetall

Virtuos: Weihnachtskonzert mit dem Rigaer Bläserquintett in der Johanneskirche in Schwenningdorf

Philipp Tenta

Rödinghausen. Bereits seit Jahrzehnten ist das Rigaer Bläserquintett regelmäßiger Gast in Rödinghausen. Am 15. Dezember stellten sie ihren zahlreichen Fans ihr diesjähriges, abwechslungsreiches Weihnachtsprogramm vor. Von den Gründungsmitgliedern des seit 1985 bestehenden Ensembles war an diesem Abend nur noch Janis Smilga als Ensemblespieler und Solist an der Trompete zu erleben. Egils Sketris ist nicht nur ein beeindruckender Posaunist, sondern gleichzeitig auch Arrangeur und Komponist des Ensembles. Seine Bearbeitungen halten sich manchmal eng an die gewählte Vorgabe, oft zeigt er aber auch verblüffende Kreativität. Besonders beeindruckend war eine Verflechtung von Händels "Halleluja" mit dem Gospel "The Saints" oder seine ganz besondere Version von Berlins "White Christmas", bei der Tubaspieler Robert Brant gemeinsam mit Egils Sketris an der Posaune Gelegenheit zu einem beeindruckenden Jazzduett erhielten. Leonard Cohens Halleluja wurde in einer innovativen Version von Trompeter Andreas Pogrebnaks vorgetragen. Eine spannende Neuinterpretation, die ungewohnte Klangfarben mit einer Inszenierung des Klangraums verband. Hornist Dainis Tarasovs glänzte hingegen nicht nur mit seinem Instrument, sondern vor allem auch als charmanter Moderator. Mit einem melancholischem Walzer war im ersten Teil des Abends ein lettischer Komponist zu entdecken. Emils Darzins war Schüler von Sibelius, ist aber außerhalb des baltischen Raums kaum bekannt. Mit diesem liebenswürdigen Werk überzeugten die fünf Musiker ihre Zuhörer zum ersten Mal mit ihrer hohen instrumentalen Meisterschaft. Die zuvor interpretierten barocken Werke wirkten hingegen eilig und gehetzt. Der virtuose Anspruch an die Spieler wurde dadurch zwar enorm gesteigert, was aber musikalisch nicht immer ganz überzeugen konnte. Mit "Jingle Bells" und "Feliz Navidad" verabschiedeten sich die lettischen Musiker von ihrem Publikum. Schwungvolle Bearbeitungen, bei denen sie zuletzt auch noch als Sänger und Entertainer auftrumpfen konnten. Wer es nicht am Freitagabend zum Konzert geschafft hatte, konnte dem Rigaer Bläserquintett am dritten Adventssonntag in der Johanneskirche Schwenningdorf bei der musikalischen Umrahmung des Gottesdiensts begegnen.

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