Shoppen an Heiligabend - erst recht, wenn es ein Sonntag ist. Viele Handelsketten und Marktbetreiber lassen ihre Läden im Bünder Land aber geschlossen. - © dpa
Shoppen an Heiligabend - erst recht, wenn es ein Sonntag ist. Viele Handelsketten und Marktbetreiber lassen ihre Läden im Bünder Land aber geschlossen. | © dpa

Bünde/Kirchlengern/Rödinghausen Heiligabend am Sonntag ist vielen heilig

Geöffnet oder nicht? Betreiber und Leiter von Edeka-Märkten im Bünder Land werden ihre Geschäfte am 24. Dezember nicht öffnen - aus unterschiedlichen Gründen

Gerald Dunkel

Bünde/Kirchlengern/Rödinghausen. Der 24. Dezember wird in den Chefetagen der Einkaufsmarktketten und auch in Filialbetrieben selbst heiß diskutiert. Soll man an diesem Sonntag öffnen, um den Kunden die Möglichkeit zu geben, auf den letzten Drücker noch Lebensmittel oder Getränke für das Fest zu kaufen? Kann man es mit den Öffnungszeiten auch übertreiben? Sven-Eric Adam, Betreiber zweier Edeka-Märkte in Schwenningdorf und Bruchmühlen, findet das Medieninteresse daran heuchlerisch und sagt: "Wir werden unsere Märkte an diesem Heiligabend nicht öffnen. Aber nicht, weil wir uns einem gewissen Druck beugen würden, sondern weil wir grundsätzlich sonntags nicht geöffnet haben." Mitarbeiter sollen wenigstens alle sieben Jahre einen ruhigen Heiligabend haben. Eckhard Ramöller betreibt Edeka-Märkte in Stift Quernheim und Dünne. Er möchte sich zu der Frage überhaupt nicht äußern. Patrick Tacke ist Leiter des Marktes von Edeka Petzold in Ennigloh und sagt: "Wir werden auf jeden Fall unseren Markt nicht an Heiligabend öffnen. Ich finde, dass man den Mitarbeitern wenigstens alle sieben Jahre diesen komplett freien 24. Dezember gönnen sollte." Dirk Sieveking betreibt Edeka-Märkte in Bünde. Auch er sagt, dass seine Geschäfte an Heiligabend nicht geöffnet haben werden, fügt aber an, dass zuvor lange überlegt worden sei. "Wir haben uns dann dazu entschlossen, am 24. Dezember nicht zu öffnen. Als wir vor einigen Jahren zuletzt die Situation hatten, dass Heiligabend auf einen Sonntag fällt, hatten wir bis zum frühen Nachmittag geöffnet. Da waren wir noch an der alten Adresse. Da war es zwar voll, aber es gab die sowieso schon langen Öffnungszeiten noch nicht in dem Maße wie jetzt, wo man samstags bis 21 oder 22 Uhr einkaufen kann", erklärt Dirk Sieveking. Die meisten planen ihr Fest lange im Voraus Sievekings Meinung nach hätte der Drang der Menschen, am 24. Dezember noch einkaufen zu müssen - selbst wenn der Tag auf einen Wochentag fällt - in den vergangenen Jahren eh nachgelassen. "Die meisten planen die Festtage lange im Voraus. Es ist eher selten, dass jemand noch auf die letzte Minute etwas für Weihnachten besorgen muss." Peter Wehrmann von Edeka Wehrmann erklärt, dass der Markt voll wäre, wenn man ankündige, dass man ihn öffnen würde. Er persönlich spricht sich aber gegen eine Öffnung aus. Edeka überlässt die Entscheidung den Marktbetreibern Vom Handelsverband OWL heißt es, dass ein Einkauf am Sonntag, 24. Dezember, unter dem reinen Frischeaspekt nicht sinnvoll wäre, da an dem Tag keine Lieferungen erfolgen. Eine Sonderregelung im Ladenöffnungsgesetz erlaubt Lebensmittelhändlern, ihre Geschäfte auch an Heiligabend zu öffnen, sollte dieser auf einen Sonntag fallen. Das Gesetz erlaubt eine Öffnung von 10 bis 14 Uhr. Handelsketten wie Aldi, Rewe, Lidl, Penny und Kaufland kündigten bereits in den vergangenen Tagen an, ihre Geschäfte am 24. Dezember geschlossen zu halten. Edeka überließ die Entscheidung den Marktbetreibern.

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