Freuen sich, dass es los geht: Landrat Jürgen Müller (v.l.), Arne Eichler (DB Netz), Andreas Balzar (Bauunternehmung Wilhelm Scheidt), Annika Paul (Wirtschaftsförderung Rödinghausen), Christian Zierau (Baudezernent Kreis Herford), Klaus Bockermann, Andrej Klause (beide Ingenieurbüro Bockermann Fritze), Bernd Flagmeier (Bauleiter Kreis Herford) und Thomas Kortfunke (Bauunternehmung Wilhelm Scheidt). - © Anne Webler
Freuen sich, dass es los geht: Landrat Jürgen Müller (v.l.), Arne Eichler (DB Netz), Andreas Balzar (Bauunternehmung Wilhelm Scheidt), Annika Paul (Wirtschaftsförderung Rödinghausen), Christian Zierau (Baudezernent Kreis Herford), Klaus Bockermann, Andrej Klause (beide Ingenieurbüro Bockermann Fritze), Bernd Flagmeier (Bauleiter Kreis Herford) und Thomas Kortfunke (Bauunternehmung Wilhelm Scheidt). | © Anne Webler

Bünde/Rödinghausen Spatenstich für 60-Meter-Brücke

Bahnübergang Schäferweg: Im Sommer 2018 soll die Brücke über die Schienen stehen, im Frühjahr 2019 sollen alle Arbeiten abgeschlossen sein. Das Bauwerk ersetzt den Bahnübergang

Anne Webler

Bünde/Rödinghausen. "Wir diskutieren seit dem Jahr 2000, den Bahnübergang anders zu lösen", sagte Landrat Jürgen Müller gestern beim Spatenstich für die Brücke über die Schienen. Mehr als zehn Planungsvarianten hat das Ingenieurbüro Bockermann Fritze aus Enger seitdem erstellt. Im Jahr 2001 passierte am Bahnübergang ein Unfall zwischen einem Schulbus mit Kindern und einem Nahverkehrszug, bei dem es glücklicherweise nur drei Leichtverletzte gab. 2004 ereignete sich durch einen liegengebliebenen Lkw ein weiterer Unfall am Bahnübergang, bei dem es zu erheblichem Sachschaden kam. "Diese Gefahrenstelle wollen wir beseitigen", sagte Müller. Zudem wolle man das Gewerbegebiet Ostkilver so an die Landstraße anschließen, dass der Verkehr gut abfließen könne. Bislang staut sich der Verkehr bei geschlossenen Halbschranken häufig bis auf die Osnabrücker Straße. 160 Zugfahrten pro Tag 160 Zugfahrten gibt es pro Tag zwischen Bünde und Melle, dadurch sind die Schranken sieben Stunden pro Tag geschlossen. In Zukunft soll eine 60 Meter lange Brücke den Bahnübergang ersetzen. Sie wird 90 Meter östlich des beschrankten Überganges errichtet und führt in gut sieben Metern Höhe über die Gleise und über die Osnabrücker Straße. Auf diese mündet sie in einem Bogen. Steht die Brücke, wird der Bahnübergang rückgebaut. Der Studieker Weg wird dann verschwenkt und in einer S-Kurve auf den Schäferweg geführt. Die Brücke soll im Sommer 2018 fertig sein, alle Arbeiten sind voraussichtlich im Frühjahr 2019 beendet. Die Gesamtkosten von sieben Millionen Euro teilen sich der Kreis Herford, die DB Netz AG und der Bund zu gleichen Teilen. Der Anteil des Kreises wird mit Landesmitteln gefördert. Die Gemeinde Rödinghausen übernimmt die Kosten für den Anschluss des Studieker Weges von 500.000 Euro. "Dieser Brückenbau ist eine anspruchsvolle Aufgabe", sagte Andreas Balzar, Geschäftsführer des ausführenden Bauunternehmens Wilhelm Scheidt aus Herford. Der gesteckte Zeitrahmen sei "sportlich". "Wir sind recht spät dran mit dem Beginn." Balzar nimmt es gelassen. "Wir werden den Winter ausblenden", sagte er. Ein Kran hebt die 75 Tonnen schweren Teile Einen Termin müssten sie auf jeden Fall einhalten: An Ostersamstag wird der Bahnverkehr für sieben bis acht Stunden ruhen. In diesem Zeitfenster wird ein großer Kran die Brücke in Halbfertigteilen an ihren Platz heben: acht 25 Meter lange und 75 Tonnen schwere Teile. Steht die Brücke, werden in mehreren Bauabschnitten die Straßenbauarbeiten ausgeführt. Die Osnabrücker Straße werde "auf einigen Hundert Metern" erneuert, sagte Bauingenieur Klaus Bockermann. Auf dieser Länge werde die Fahrbahn auf etwa 7,50 Meter verbreitert und damit an die heutigen Standards angepasst, sagte Balzar. Die Brückenbauarbeiten haben bereits begonnen. In den nächsten Tagen werden Stahlrohre senkrecht in den Boden getrieben. Sie werden durch Stahlkörbe ersetzt, aus denen das Erdreich entfernt wird, dann werden sie mit Beton verfüllt. 38 Betonsäulen von 1,20 Meter Durchmesser werden auf diese Weise acht Meter tief in die Erde gegossen. Für die Bauzeit hat der Kreis Herford ein digitales Bautagebuch eingerichtet. Hier können sich Interessierte über den aktuellen Stand der Bauarbeiten und anstehende Umleitungen informieren: www.baustellentagebuch.de/bbr

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