Begegnungsverkehr muss möglich sein - © Schwarze-Blanke
Begegnungsverkehr muss möglich sein | © Schwarze-Blanke

Straße zu eng für Rettungswagen

Verzögerung: Der externe Standort für einen Wagen des Bünder Rettungsdienstes auf dem Gelände der EWB wird in diesem Jahr nicht mehr realisiert. Die Zufahrtstraße dorthin ist in einem Abschnitt nicht breit genug

Gerald Dunkel

Bünde. Bis Ende des Jahres sollte ein Rettungswagen inklusive Besatzung auf dem Gelände des kommunalen Wasser- und Energieversorgers EWB an der Osnabrücker Straße in Ahle installiert sein. Ziel ist es, die westlichen Bünder Ortsteile sowie Einsatzorte in der Gemeinde Rödinghausen schneller zu erreichen als es zurzeit von der Hauptwache aus möglich ist. Das wird sich nun verzögern. Der Grund ist nach Informationen der Neuen Westfälischen, dass die Zufahrtstraße zu eng ist. Alles soll so aussehen, wie eine eigene Rettungswache – nur etwas kleiner, für eine zweiköpfige Besatzung. Im südlichen Teil des Betriebsgeländes der EWB – zum Karrenbruch hin – soll dieser völlig eigenständige und vom Betrieb der EWB unabhängige Bereich entstehen. Doch das Ziel des externen Rettungswagen-(RTW)-Standorts soll nicht nur eine Verkürzung der Eintreffzeiten an Einsatzorten zur Folge haben, er soll auch Luft auf dem Gelände der Hauptwache an der Dünner Straße schaffen. Dort wird nämlich Platz für zusätzliche Fahrzeuge gebraucht, wie es im April von Seiten der Stadt hieß. Vorrangig gilt es damit aber, die vorgegebene Maximalzeit von zwölf Minuten zwischen Alarmierung und Eintreffen am Einsatzort einzuhalten. Bei Einsätzen in Ahle, Holsen oder gar Teilen Rödinghausens war das von der Hauptwache in Spradow aus zuweilen ein sportliches Unterfangen – wenn auch oft eingehalten. Wie jetzt auf NW-Nachfrage bekannt wurde, verschiebt sich der Bau des RTW-Standortes nun aber. Bürgermeister Wolfgang Koch hat eigenen Worten nach selbst erst jetzt davon erfahren. „Die Vorschriften besagen, dass die Zufahrtstraße zu einem RTW-Standort so breit sein muss, dass bei der Fahrt mit dem Rettungswagen immer noch ein Begegnungsverkehr möglich ist“, erklärt Koch im Gespräch mit der NW. EWB-Geschäftsführer Alfred Würzinger hatte ihn kurz zuvor davon in Kenntnis gesetzt. „Es sind sehr umfangreiche Vorschriften für die Stationierung eines Rettungswagens“, so Würzinger auf Nachfrage. Neben der Unterkunft mit Ruheräumen, geschlechtergetrennten Hygieneräumen, einem Aufenthaltsraum und der Garage für den Rettungswagen, der im Ruhezustand an die Energieversorgung angeschlossen ist, müsse auch eine eigene Zufahrt gebaut werden. „Der Bauantrag ist gestellt, allerdings haben Mitarbeiter der Stadt jetzt festgestellt, dass die Straße Karrenbruch zu schmal ist und diesen Vorschriften nicht entspricht“, so der EWB-Geschäftsführer, der auch gleichzeitig Bauherr für dieses Vorhaben ist. Würzinger rechnet damit, dass die Straße ab der Abzweigung von der Siemensstraße bis zur geplanten RTW-Einfahrt auf einer Länge von 80 Metern um mindestens einen Meter verbreitert werden muss. Dadurch sollen Mehrkosten in Höhe von etwa 25.000 Euro entstehen, die die EWB als Vermieterin des Standortes auf die Miete umlegen und somit dem Kreis Herford als Aufsichtsbehörde für den Rettungsdienst in Rechnung stellen wird. Dass der RTW die vordere Einfahrt zum EWB-Gelände nutzt, ist nicht möglich. „Er müsste bei einem Einsatz über das gesamte Gelände und durch den Kunden- und Mitarbeiterverkehr fahren“, so Würzinger. Das sei zeitraubend und gefährlich. Die Verzögerung wird jetzt dazu führen, dass Rettungswagen und Besatzung wohl erst im März oder April einziehen werden. Eine Stellungnahme vom zuständigen Kreisdezernenten Paul Bischof, inwieweit die Verzögerung den neuen Rettungsdienstbedarfsplan betrifft, war am Freitag nicht mehr zu bekommen.

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