Landschaft: Hier will Häcker ein Werk errichten. - © Gerald Dunkel
Landschaft: Hier will Häcker ein Werk errichten. | © Gerald Dunkel

Bünde Grüne: "Häcker soll eine Etage oben drauf bauen"

Stellungnahme: Der Bünder Stadtverband von Bündnis 90/Die Grünen schlägt der Firma Häcker vor, am Standort Rödinghausen lieber umzubauen, anstatt den Acker in Muckum zuzubauen

Bünde. Zu den Plänen der Firma Häcker, in Muckum eine neue Produktionsstätte zu bauen, nimmt der Stadtverband Bünde von Bündnis 90/Die Grünen folgendermaßen Stellung: Es kann für eine Firma notwendig sein, sich zu erweitern, um am Markt bestehen zu können. Neben den Interessen der Firma Häcker gibt es auch ein öffentliches Interesse an Arbeitsplätzen, an Kaufkraft, an Gewerbesteuern. Hier stehen Rödinghausen und Bünde zueinander in Konkurrenz und auch zu Ostercappeln oder anderen möglichen Orten, an denen sich Häcker erweitern kann. Aber es gibt noch ein viel weiter gehendes öffentliches Interesse: das Interesse am Erhalt von fruchtbarem Ackerboden, auf dem unsere Lebensmittel angebaut werden können. Wir könnten diese zwar auch aus dem Ausland importieren, wären dann aber in der Nahrungsversorgung von dem Geschehen auf dem Weltmarkt abhängig. In Muckum geht es um das beste Ackerland weit und breit. Ackerboden ist nicht vermehrbar und einmal versiegelt nur noch schlecht nutzbar. Traurig ist, dass dieser Acker bereits seit Jahren am Markt angeboten wird, aber kein Landwirt ihn erworben hat. Eine unglückliches Zukuntsszenario wäre, die Firma hätte sich in ihrer Erweiterung verspekuliert und statt der Möglichkeit, Nahrungsmittel anzubauen, hätten wir eine langjährige Industriebrache im bewährten Schuhkartonbaustil. Mehrfach haben vergangene Bundesregierungen versucht, das Problem der Versiegelung von Boden zu entschärfen. In Deutschland wurden 2011 täglich 100 Hektar neu bebaut, künftig sollen es bis 2020 nur noch 30 Hektar sein. Für NRW bedeutet das etwa fünf hektar pro Tag. Danach soll die Neuversiegelung gegen Null gehen. Diese Ziele wurden zunächst in den Entwurf des Landesentwicklungsplans aufgenommen, dann aber durch intensive Lobbyarbeit bis zur Verabschiedung des Landesentwicklungsplans zu relativ unverbindlichen Grundsätzen herabgestuft. Zu der Ackerfläche in Muckum und der möglichen Bebauung wurde ein Gutachten erstellt. Das Problem dieses Gutachtens ist, dass darin guter Ackerboden nur ein Wert unter anderen Werten, z. B. Anzahl der Arbeitsplätze oder Straßenanbindung, ist. Die etwa 30 Hektar in Muckum können, je nach Wirtschaftsweise, von einem Landwirt bearbeitet werden. Häcker winkt mit 400 Arbeitsplätzen. Bündnis 90/die Grünen hat einen Vorschlag: Warum macht Häcker nicht das, was auch andernorts bereits erfolgreich praktiziert wird. Daimler Benz lässt in Düsseldorf das Sprinterband über zwei Etagen laufen. Wir empfehlen Häcker, statt in die Fläche zu gehen, in Rödinghausen eine zweite Produktionsstraße über die alte zu setzen. Bester Ackerboden muss bleiben!

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