Leuchtet in der Sonne: Gut Böckel mit dem Rilketurm, umgeben von einem Wassergraben. - © Foto: Anne Webler||
Leuchtet in der Sonne: Gut Böckel mit dem Rilketurm, umgeben von einem Wassergraben. | © Foto: Anne Webler||

Rödinghausen Gut Böckel soll Bodendenkmal werden

Antrag: Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe möchte auch den Boden, auf dem das Rittergut aus dem 14. Jahrhundert steht, als Denkmal schützen lassen

Anne Webler

Die Gebäude von Gut Böckel stehen bereits seit 1982 unter Denkmalschutz, jetzt möchte die Archäologie für Westfalen des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL) auch den Boden unter Schutz stellen. Das hat sie bei der Gemeinde Rödinghausen beantragt. Sie begründet ihren Antrag mit den baugeschichtlichen Resten der Anlage, die möglicherweise bis mindestens ins 14. Jahrhundert zurückreichen. Wissenschaftlich interessant ist das Nebeneinander von zwei Familiensitzen (Hacken- und Voßböckel), deren Baustruktur im Fall von Hackenböckel gar nicht, im Fall von Voßböckel vor dem 17. Jahrhundert unbekannt sind. Der Boden von Gut Böckel ermögliche Erkenntnisse über die Geschichte des ehemaligen Amtes Limberg und der Gemeinde Rödinghausen, die für die spätmittelalterliche Geschichte der Region von erheblicher Bedeutung seien, schreibt die Gemeinde Rödinghausen. Werde Gut Böckel zum Bodendenkmal erklärt, bedeute das nicht etwa, dass Ausgrabungen gestartet würden, sagt Fritz Stephan, Leiter des Geschäftsbereichs Zentrale Dienste, Jugend, Sport, Schule und Kultur der Gemeinde Rödinghausen. Wenn man bei Bauarbeiten auf Historisches stoße, werde das jedoch untersucht. Über den Antrag der LWL-Archäologie sollten der Haupt- und Finanzausschuss der Gemeinde Rödinghausen sowie der Gemeinderat in ihren jüngsten Sitzungen beraten und entscheiden. Er wurde jedoch wieder von der Tagesordnung genommen, weil der Eigentümer von Gut Böckel, Ernst Leffers, noch nicht gehört worden ist. Die Gemeinde habe ihm die Anhörung geschickt, er habe sie jedoch nicht erhalten, erklärte Stephan. Es passiere durchaus, dass Post nicht zugestellt werde. Weil die Gemeinde nichts vom Eigentümer gehört habe, habe sie gedacht, er wolle sich nicht äußern. Er müsse sich nicht äußern, habe jedoch ein Anhörungsrecht. Nun werde der LWL-Antrag in einer der nächsten Sitzungen von Haupt- und Finanzausschuss und Rat behandelt. Er könne zu dem Antrag noch nichts sagen, sagte Ernst Leffers. Niemand sei begeistert über solche Vorhaben, er sei in Gesprächen. Vor seiner Stellungnahme der Gemeinde gegenüber wolle er sich nicht äußern. Sven Spiong, Leiter der Außenstelle Bielefeld der LWL-Archäologie für Westfalen und Ansprechpartner für den LWL-Antrag zu Gut Böckel als Bodendenkmal, ist momentan im Urlaub und war deshalb gestern nicht zu erreichen.

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