Lichtspur: Sagurna hielt auch das neue Gesicht des Klinikums in einer Langzeitaufnahme fest, als gerade ein Rettungswagen ankam. - © Stephan Sagurna
Lichtspur: Sagurna hielt auch das neue Gesicht des Klinikums in einer Langzeitaufnahme fest, als gerade ein Rettungswagen ankam. | © Stephan Sagurna

Rödinghausen Wertvolle Fotodokumente aus der Region

Der Großteil einer Foto-Ausstellung, die bereits anlässlich des 200. Gründungstages des Kreises Herford im Kreishaus zu sehen war, ziert gerade die Wände im Haus des Gastes

Gerald Dunkel

Rödinghausen. Über drei Jahre hinweg hat der Fotograf Stephan Sagurna immer mal wieder Fotos im Kreis Herford erstellt. Nicht für sein Privatalbum, sondern als Mitarbeiter des Landschaftverbandes Westfalen-Lippe (LWL) in Münster. Er schafft fotografische Dokumente, die in staatlichen Archiven für die Nachwelt erhalten bleiben sollen. 32 Bilder sind nun in Rödinghausen zu sehen, die "das Leben im Kreis Herford zu Beginn des 21. Jahrhunderts" zeigen. So lautet das offizielle Motto seiner Bildersammlung. Stephan Sagurna arbeitet als Fotograf im LWL-Medienzentrum, das früher einmal als Landesbildstelle bekannt war, in Münster. "Seit den 1920er Jahren fertigen und sammeln wir Fotos als Dokumentation des Lebens in Nordrhein-Westfalen", erklärte Sagurna während der Ausstellungseröffnung am Mittwoch im Haus des Gastes. Für Rolf Botzet von der Gemeinde Rödinghausen sind die Aufnahmen Beispiele, die das Leben in der Region "festhalten und authentisch wiedergeben". Und weiter: "Es sind Momentaufnahmen, die zum Teil unwiederbringliche Szenen zeigen. Eines davon ist beispielsweise Hanna Hentzschel vor dem Bauerncafé ?Zum Alten Wrangel?. Dieses Lokal wurde vor einem Jahr geschlossen und Frau Hentzschel ist nun im Ruhestand. Eine Szene, wie auf dem Bild vor der Tür ihres Lokals, wird es nicht mehr geben." Von den ursprünglich 52 Bildern, die im Kreishaus zu sehen waren, werden jetzt im Haus des Gastes 32 gezeigt, die sich auf Rödinghausen als "Mittelpunkt" konzentrieren, aber auch auf Bünde und Kirchlengern. Kategorisieren lassen sich die Bilder in die Bereiche "Natur", "Industrie und Bildung", "Porträt" und "Architektur". Eine Besonderheit bei der Arbeit Sagurnas ist, dass er auch im digitalen Zeitalter hin und wieder noch analog, also auf Film fotografiert. Einige wenige Beispiele zeugen von dem Einsatz von Negativen im Format 5 x 4 Zoll. "Das war dann noch Fotografieren wie früher mit Tuch über dem Kopf, wenn man hinter der großen Kamera steht", erzählt Stephan Sagurna, der es bei seiner Arbeit immer genießt, mit Menschen in Kontakt zu kommen und ihre Charaktere in der Aufnahme herauszuarbeiten. Das ist seinen Porträtaufnahmen deutlich anzusehen. Die Ausstellung mit dem Titel "Rödinghausen und der Kreis Herford" ist noch bis zum 15. Januar zu sehen.

realisiert durch evolver group