Klaffendes Loch: Wo die Brücke an der Hansastraße stand, schaut man nun auf die darunter liegenden Bahnschienen. Die beiden Autokräne haben je eine Hälfte der Spannbetonträger gehoben. - © Peter Binger
Klaffendes Loch: Wo die Brücke an der Hansastraße stand, schaut man nun auf die darunter liegenden Bahnschienen. Die beiden Autokräne haben je eine Hälfte der Spannbetonträger gehoben. | © Peter Binger

Rödinghausen Hansastraße: Brücke abgerissen

Am Wochenende haben zwei Autokräne die drei Längsspannbetonträger der Brücke herausgehoben

Anne Webler

Rödinghausen. Wo bis vor kurzem die Brücke der Hansastraße stand, klafft seit Sonntagmorgen ein breites Loch. Wer am Rand steht, schaut auf die metertief unter der Straße verlaufenden Bahnschienen. Nachdem in den vergangenen Wochen Bauarbeiter die Brückenplatte zersägt haben, wurden am Wochenende die drei Längsspannbetonträger herausgesägt. In der Nacht von Freitag auf Samstag haben zwei Autokräne den ersten Träger der Eisenbahnbrücke herausgehoben, in der Nacht von Samstag auf Sonntag folgten die anderen beiden Träger. Sonntagmorgen um 7 Uhr war der letzte Träger in der Luft. Bis zu 90 Tonnen schwer und 26 Meter lang sei einer dieser Brückenträger, sagt Sven Johanning, Pressesprecher von Straßen NRW, auf Anfrage der Neuen Westfälischen. Das entspricht einem Gewicht von 65 VW Golf. Deshalb wurden die Spannbetonträger in zwei Hälften gesägt und je ein Autokran nahm eine Hälfte, so waren es "nur" noch 45 Tonnen pro Teil und Kran. Diese Arbeiten müssten mit größter Umsicht geschehen, sagt Johanning. Da darf nicht aus Versehen ein Teil herunterfallen - der Schaden wäre immens. Als nächstes würden die Widerlager abgebrochen, auf denen die Brücke aufliegt, sowie die Träger zerkleinert und abgefahren, sagte Bauingenieur Manuel Waiblinger vom Planungsbüro Bockermann und Fritze Ingenieur Consult in Enger. Er überwacht die Bauarbeiten. Sobald die Widerlager abgebrochen und die zerkleinerten Spannbetonträger abtransportiert seien, beginne der Bau der neuen Brücke. Die Bauarbeiten liefen "noch im Plan", sagt Johanning. "Das Heraussägen der Träger mussten wir ein paarmal verschieben, weil erst die Brückenplatte zersägt werden musste." Zudem gebe es nur wenige Pausen, in denen keine Züge fahren oder umgeleitet werden. Auch das kostet Zeit"Wir wollen nach wie vor Ende 2017 fertig sein", hält Johanning an den gesteckten Zielen fest. Bis dahin müssen Autofahrer mit Einschränkungen rechnen. 1,5 Millionen Euro kosten die Bauarbeiten insgesamt, die Kosten übernimmt das Land Nordrhein-Westfalen.

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