Rödinghausen Warum die Lärche als Weihnachtsbaum ungeeignet ist

Verwurzelt im Bünder Land (12): Die NW und der NABU stellen gemeinsam Bäume und Baumarten im Bünder Land vor. Heute: die Lärche

Meiko Haselhorst

Rödinghausen. Trotz einer gewissen Ähnlichkeit mit der Tanne: Als Weihnachtsbaum würde die Lärche ein jämmerliches Bild abgeben - der nur im Sommer grüne Baum hätte wohl schon vor dem 1. Advent sämtliche Nadeln verloren. Für Friedhelm Diebrok ist der Anblick von Lärchen trotzdem ein sprichwörtliches "inneres Christbaumfest". "Zum Austrieb im Frühling sind die Nadeln ähnlich frisch-grün wie die Blätter der Birke. Die weiblichen Blüten sind auffallend lila - und jetzt im Oktober leuchten die Nadeln so schön gelb", erzählt Diebrok. Der Mann vom NABU hat sich nicht zuletzt aufgrund dieser Farbenpracht erst unlängst ein paar Lärchen in den eigenen Garten gepflanzt - als er beruflich noch in Rödinghausen aktiv war, konnte er sie noch jeden Tag in der "wilden" Natur sehen. Hier auf der Sonnenseite des Wiehengebirges wachsen die licht- und windhungrigen Lärchen besonders gut und zahlreich. Für die Großstadt ist die stark säureempfindliche Lärche dagegen weniger geeignet. Alte Heimat Hochgebirge, neue Heimat Wiehengebirge Der Baum, der im Gegensatz zum gleichnamigen Singvogel mit "ä" geschrieben wird, kann bei günstiger Lage bis zu 45 Meter hoch, 20 Meter breit und - man höre und staune - 800 Jahre alt werden. In den Alpen kommt der eigentliche Hochgebirgsbaum in Höhen bis zu 2.400 Metern vor. Ihr zähes, elastisches, harzreiches und wohlriechendes Holz wurde und wird für Bahnschwellen und Fensterrahmen ebenso genutzt wie für Innenmöbel und Fässer. "In meiner Wohnung habe ich einen Fußboden aus massiver Lärche", sagt Friedhelm Diebrok. "Und die Treppe draußen im Flur ist auch aus Lärchenholz." Diebrok schätzt die Maserung und die rote Färbung des Lärchenholzes, dem härtesten und widerstandsfähigsten aller hiesigen Nadelbaumhölzer. Die Zapfen, die bei der Lärche - wie bei Tannen - nach oben stehen (bei Fichten hängen sie nach unten) und auch in den untersten Bereichen der Krone in großer Menge wachsen, sind eine schöne Dekoration für Herbst- und Adventsgestecke. Fichtenkreuzschnabel, Eichhörnchen und Siebenschläfer - und in anderen Regionen vor allem der Auerhahn - sehen?s etwas pragmatischer und knabbern die Zapfen an. Die öligen Samen sind eine wichtige Fettreserve für den Winter. Holz, Nadeln und Zapfen - alles sehr sympathisch Bei der Lärche sind einem selbst die Nadeln sympathisch: "Viele Leute machen sich hier auf dem Friedhof die Mühe, alles wegzumachen und decken die Gräber dann stattdessen mit Rindenmulch ab", sagt ein Gärtner auf einem Friedhof. Was kaum jemand weiß: Lässt man Lärchennadeln einfach liegen und verrotten, führt das schon nach kurzer Zeit zu einer Verbesserung der Bodenqualität.

realisiert durch evolver group