Huckepack: Das Wechselladerfahrzeug der Feuerwehrzentrale Kreis Herford mit dem Container "Logistik". - © Kreisfeuerwehrverband Herford
Huckepack: Das Wechselladerfahrzeug der Feuerwehrzentrale Kreis Herford mit dem Container "Logistik". | © Kreisfeuerwehrverband Herford

Rödinghausen Feuerwehr-Fahrzeug fehlt seit fast zwei Jahren

Schon seit Oktober 2016 ist das Wechselladerfahrzeug der Löschgruppe Rödinghausen außer Betrieb. Eine Arbeitsgruppe von Feuerwehr und Gemeinde stellt im Sommer ein neues Fahrzeugkonzept vor

Anne Webler

Rödinghausen. Der Feuerwehr Rödinghausen fehlt zur Zeit ein Fahrzeug. Das "Wechselladerfahrzeug mit dem Abrollbehälter Schlauch" hat die Gemeinde im Oktober außer Betrieb genommen, weil es den neuen Vorschriften nicht mehr entsprach. Es habe Sicherheitsmängel aufgewiesen, sagt Rudi Altehoff, Leiter der Feuerwehr Rödinghausen, auf Anfrage der NW. Ein Wechselladerfahrzeug kann einen sogenannten Abrollcontainer transportieren und absetzen. Diese Container gibt es in verschiedenen Ausführungen: Der Container für einen Massenanfall von Verletzten enthält Material, um bis zu 50 Verletzte zu behandeln, der Abrollcontainer Löschwasser enthält einen 10.000-Liter-Faltbehälter, der Container Wasser/Schaum enthält mehrere Tausend Liter Löschwasser und mehrere Hundert Liter Schaum, der Container Sonderlöschmittel enthält eben diese und wird vor allem bei Bränden in der Industrie eingesetzt. In Rödinghausen enthielt der Container einen 2.600 Meter langen B-Schlauch, mit einem Durchmesser von 75 Millimetern. Er wird eingesetzt bei Einsätzen, bei denen die Löschfahrzeuge nicht bis direkt an den Brandherd fahren können und eine größere Distanz zum Brand überbrückt werden muss. Der Wechsellader hat dem Fahrzeugbestand der Löschgruppe Rödinghausen angehört. Feuerwehren Bünde und Löhne helfen aus Zur Zeit helfen die Feuerwehren Bünde und Löhne aus, wenn die Feuerwehr Rödinghausen einen Wechsellader braucht. Auf der Jahresdienstbesprechung der Feuerwehr Rödinghausen Ende März hatten sich einige Mitglieder erkundigt, wann es wieder ein einsatzfähiges Wechselladerfahrzeug gebe. "Bürgermeister Ernst-Wilhelm Vortmeyer versprach, dass innerhalb der nächsten vier Wochen eine konkrete Entscheidung falle, ob das Wechselladerkonzept fortgeführt werde", steht auf der Internetseite des Kreisfeuerwehrverband Herford. "Wir sind da dran", sagte jetzt Altehoff auf Anfrage der NW. Es sei noch nicht entschieden, was für ein Fahrzeug dem Wechselader nachfolge. Für Spezialfahrzeuge der Feuerwehr sei eine neue DIN-Norm in Kraft getreten, die "ein einsatzfähiges Fahrzeug nicht einsatzfähig" mache, sagte Vortmeyer auf Anfrage der NW. Er habe nach der Jahresdienstbesprechung alle Führungskräfte der Rödinghauser Feuerwehr sowie den Kreisbrandmeister Wolfgang Hackländer zum Gespräch geladen. Arbeitsgruppe sucht nach Alternativen Bei dem Treffen hätten sie eine Arbeitsgruppe gebildet aus Rudi Altehoff, seinen beiden Stellvertretern Peter Mende und Andreas Paul, allen Rödinghauser Löschgruppen- und Zugführern sowie Teamleiter Thomas Dahlmeier vom Geschäftsbereich Bauen, Planen, Umwelt, technische Dienste, Ordnung und Soziales der Gemeinde. Die Arbeitsgruppe erarbeite nun eine Modifizierung des Fahrzeugkonzeptes der Gemeinde Rödinghausen und prüfe Alternativen zum Wechselladerfahrzeug. Eine Option sei, das Wechselladerfahrzeug durch ein Logistikfahrzeug zu ersetzen. Ein Wechsellader biete keine Schnelligkeit im Einsatz, sondern sei erst im zweiten Zugriff verfügbar, sagte Vortmeyer. Ein Logistikfahrzeug könne dagegen Dinge schnell an den Einsatzort bringen. Bei Hochwasser zum Beispiel könne es Pumpen und anderes benötigtes Material schnell auch an mehrere Einsatzorte bringen. Spätestens nach den Sommerferien werde die Arbeitsgruppe das neue Fahrzeugkonzept vorlegen, sagte Vortmeyer. Dann werden der Feuerwehrausschuss und der Rat darüber beraten. Die Gemeinde Rödinghausen investiert zwischen 2017 und 2022 sechs Millionen Euro in den Brandschutz. Zwölf Fahrzeuge will sie bis 2022 für die verschiedenen Löschgruppen anschaffen. Im vergangenen Jahr gab es jedoch Verzögerungen. Aufträge hätten nicht erteilt werden können, weil die Gemeinde auf Empfehlungen der Feuerwehr gewartet habe, sagte Vortmeyer. "Die Zeit der Anschaffungen wollen wir optimieren."

realisiert durch evolver group