Jahrzehnte alt: Schon seit Jahren sind hier Schüler untergebracht. Früher wurde darin unterrichtet, seit ein paar Jahren essen hier Hunderte Schüler der Erich-Kästner-Gesamtschule und des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums mittags. Zwei neue und multifunktionale Mensen sind in Planung. - © GERALD DUNKEL
Jahrzehnte alt: Schon seit Jahren sind hier Schüler untergebracht. Früher wurde darin unterrichtet, seit ein paar Jahren essen hier Hunderte Schüler der Erich-Kästner-Gesamtschule und des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums mittags. Zwei neue und multifunktionale Mensen sind in Planung. | © GERALD DUNKEL

Bünde Schulzentrum Nord: Neue Mensen frühestens ab Herbst 2019

Brandschutzgutachten: Vor mindestens acht Monaten von den Kommunalbetrieben gestellte Bauanträge sind noch nicht abschließend bearbeitet. Die Personalfluktuation bei der Feuerwehr bremst Bauverfahren mittelbar aus

Gerald Dunkel

Bünde. Rund 4,5 Millionen Euro will die Stadt Bünde in zwei Mensen am Schulzentrum Nord investieren. Zwei Millionen davon kommen aus der städtischen Kasse, 2,5 Millionen aus dem Programm „Gute Schule 2020" vom Land NRW. Vor 17 Monaten fiel im Schulausschuss der Beschluss für die Bauvorhaben. Vor etwa acht Monaten reichten die Kommunalbetriebe Bünde als Bauherr den letzten Bauantrag dazu bei der Stadt ein. Zu erstellende Brandschutzgutachten bremsten die Verfahren aus – bis heute. Als der Schulausschuss im September 2017 tagte, teilte ein Mitarbeiter der Kommunalbetriebe Bünde (KBB) dem Gremium mit, dass der Bauantrag für die Mensa des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums bereits gestellt sei. Anders sei es bei den Unterlagen für den Mensabau der Erich-Kästner-Gesamtschule. Dort verzögerte ein Brandschutzgutachten das Verfahren, so dass der entsprechende Bauantrag erst ein bis zwei Wochen nach der Sitzung vom 21. September eingereicht wurde. Im Vorfeld musste zudem das Brandschutzgutachten für das Freiherr-vom-Stein-Gymnasium komplett neu erstellt und an den geplanten Mensa-Anbau angepasst werden. Brandschutzgutachten für öffentliche Gebäude darf nur ein speziell ausgebildeter Sachverständiger erstellen. Bei der Feuerwehr Bünde war das bis zum Sommer vergangenen Jahres Horst Höner, der die Leitung der hauptamtlichen Feuer- und Rettungswache für die letzten beiden Jahre seiner aktiven Dienstzeit übernahm. Seit seiner Pensionierung arbeitet er speziell als Gutachter im vorbeugenden Brandschutz weiter – allerdings in Teilzeit. Wachleiter waren 
für die Ausbildung vorgesehen Die beiden jungen und mittlerweile ausgeschiedenen Leiter der Wache, Robert Hafke und Jens Schuhmann, waren nach Informationen der Neuen Westfälischen noch für diese Sonderausbildung vorgesehen, so dass die Stadt Bünde mit ihnen zwei hauptamtliche Kräfte gehabt hätte, die den vorbeugenden Brandschutz – also auch besagte Gutachten – hätten erstellen können. Doch dazu kam es nicht mehr. Hafke wechselte für eine Stelle nach Rostock, Schuhmann zog es nach Regensburg – gut ein halbes Jahr, nachdem sie als Leiter und stellvertretender Leiter der Feuer- und Rettungswache ihren Dienst in Bünde angetreten hatten. Die Stadt Bünde schrieb als Reaktion darauf im Winter eine Stelle „Brandamtmann/Brandamtfrau" aus, um den Weggang der beiden Brandoberinspektoren speziell beim vorbeugenden Brandschutz zu kompensieren. Laut NW-Informationen blieb die Stellenausschreibung aber erfolglos. Kooperation mit dem Kreis Herford soll künftig helfen Die Stadt Bünde will nun mit dem Kreis Herford kooperieren. Der übernimmt Aufgaben im vorbeugenden Brandschutz auch für kleinere Kommunen, die keinen eigenen Bauordnungsbereich haben. Das wird sich auf die Bauanträge für die beiden Mensen dann wohl nicht mehr beschleunigend auswirken, denn die könnten dann doch schon im Juni von der Stadt genehmigt werden. Das stellte der Technische Beigeordnete der Stadt Bünde, Andreas Siepenkothen, auf NW-Nachfrage in Aussicht. „Zu den Anträgen müssen noch ein oder zwei Stellungnahmen abgegeben werden, was innerhalb der nächsten vier Wochen erfolgen kann", so Siepenkothen. Caterer musste schon vertröstet werden Zu einer Aussage, wann mit einer Grundsteinlegung für die beiden Mensen zu rechnen sei, ließ sich ein Sprecher der KBB nicht hinreißen. „Wir müssen noch prüfen, welche Auflagen uns gemacht werden." Erst dann könnten die Ausschreibungen erstellt werden. Eine europaweite Ausschreibung sei hier nicht nötig, da nur die einzelnen Gewerke ausgeschrieben würden. Lediglich die Gesamtleistung würde vom Wert her eine EU-Ausschreibung nötig machen. War 2016 in den politischen Gremien in Bünde noch die Rede davon, dass die Mensen 2018 in Betrieb gehen könnten, wäre Jens Ransiek, stellvertretender Leiter des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums, jetzt schon froh, wenn es mit Beginn des Schuljahres 2019/2020 gelingen könnte. Für ihn ist zudem heikel, dass der Förderverein des FvSG einen Caterer verpflichten muss, der die Belieferung und Essensausgabe übernimmt. „Den musste ich bereits vertrösten", so Ransiek, der hofft, dass die Ausschreibungen vom Architekten zumindest schon detailliert vorbereitet wurden, damit gegebenenfalls nach Erteilung der Baugenehmigungen nur noch marginale Änderungen vorzunehmen sind. So könnte bei vierwöchiger Ausschreibungsfrist und viel Optimismus mit einer Grundsteinlegung im Herbst 2018 zu rechnen sein – bei vermutlich gestiegenen Baukosten im Vergleich zur Planung.

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