Würde in der Variante 5 neu gebaut: Die Bahnunterführung würde für eine neue Brücke, die weiter links entstehen würde, weichen. Die Bahnhofstraße würde an dieser Stelle, wo es rechts in die Rilkestraße führt, begradigt und verbreitert. - © GERALD DUNKEL
Würde in der Variante 5 neu gebaut: Die Bahnunterführung würde für eine neue Brücke, die weiter links entstehen würde, weichen. Die Bahnhofstraße würde an dieser Stelle, wo es rechts in die Rilkestraße führt, begradigt und verbreitert. | © GERALD DUNKEL

Rödinghausen Varianten für die Bahnhofstraße

Mehr Sicherheit für Radfahrer: Der Kreis will den Belag der Kreisstraße erneuern. Die Gemeinde überlegt, wie man den Verkehr für Radfahrer und Fußgänger sicherer machen kann. Der Neubau der Bahnbrücke ist eine Option

Anne Webler

Rödinghausen. Die Bahnhofstraße ist marode und muss saniert werden. Da es eine Kreisstraße ist, ist der Kreis zuständig. Um den Verkehr für Radfahrer und Fußgänger sicherer zu machen, hat sich die Gemeinde eingeschaltet und gemeinsam mit dem Kreis verschiedene Ausbauvarianten ausgearbeitet, an deren Kosten sie auch beteiligt würde. Ingenieur Christoph Meinert vom Ingenieurbüro Bockermann Fritze in Enger stellte in der Sitzung des Ausschusses für Gemeindeentwicklung und Umwelt fünf verschiedene Ausbau-Varianten vor. DIE ABSCHNITTE Die Bahnhofstraße wird zwischen der Hansa- und der Rüschener Straße saniert. Die Planungsingenieure haben das 2,2 Kilometer lange Teilstück in vier Abschnitte unterteilt: Zwischen Rüschener und Waghorster Straße (A1), zwischen Waghorster Straße und Lohmühlenweg (A2), vom Lohmühlenweg bis Bremerfeld (A3) und vom Bremerfeld bis zur Hansastraße (A4). VERKEHRSZÄHLUNGEN Die Fahrzeuge wurden an zwei Stellen der Bahnhofstraße mit Radargeräten gezählt und ihre Geschwindigkeit gemessen. Bei der Gaststätte Meyers Gasthof zählte das Radargerät vom 7. bis 9. Februar 2.071 Kraftfahrzeuge (Kfz) in 24 Stunden. Der Spitzenwert wurde zwischen 14.15 und 15.15 Uhr mit 228 Kfz pro Stunde gemessen. Der Anteil des Schwerlastverkehrs betrug 8,8 Prozent, 230 Lkw in 24 Stunden. 85 Prozent der Verkehrsteilnehmer hielten sich an die vorgegebene Geschwindigkeit von maximal 50 Kilometern pro Stunde. Für das Jahr 2038 prognostizieren die Straßenbauingenieure 2.519 Kfz/Tag und einen Schwerlastverkehrsanteil von 10,3 Prozent. An der zweiten Messstelle nördlich des Lohmühlenweges zählte das Radargerät 906 Kfz in 24 Stunden. Die verkehrsreichste Stunde des Tages mit 82 Kfz war die von 16 bis 17 Uhr. Der Schwerlastverkehrsanteil betrug 7,3 Prozent. Für das Jahr 2038 sagen die Ingenieure 1.098 Kfz in 24 Stunden voraus und einen Anteil des Schwerlastverkehrs von 7,8 Prozent. VARIANTE 1 Der Kreis Herford saniert die Fahrbahndecke zwischen der Hansa- und Rüschener Straße. Das kostet ihn 630.000 Euro, die Gemeinde muss nichts zahlen. VARIANTE 2 Der Kreis saniert die Fahrbahn samt Untergrund. Kosten: 760.000 Euro. Der Bund übernimmt über die Bezirksregierung 65 Prozent der Kosten, 494.000 Euro. Bleiben für den Kreis 266.000 Euro übrig. Die Gemeinde saniert den Rad-/Gehweg zwischen Rüschener und Waghorster Straße und legt zwischen Waghorster Straße und Lohmühlenweg einen Rad-/Gehweg an. Kosten: 158.000 Euro. Das Land NRW übernimmt 65 Prozent, 103.000 Euro. Übrig bleiben 55.000 Euro für die Gemeinde. VARIANTE 3 Der Kreis saniert die Fahrbahn samt Untergrund (Kosten und Förderung wie Variante 2). Die Gemeinde saniert den Rad-/Gehweg zwischen Rüschener und Waghorster Straße und legt einen neuen Rad-/Gehweg zwischen Waghorster Straße und Bremerfeld an. Dazu wird die Mauer an der Kirche in Bieren versetzt. Gesamtkosten: 414.000 Euro. Das Land übernimmt 65 Prozent, 269.000 Euro. Die Kirchengemeinde wird mit 16.000 Euro zur Kasse gebeten, die Gemeinde zahlt 129.000 Euro. VARIANTE 4 Der Kreis saniert die Fahrbahn samt Untergrund und errichtet zwischen Bremerfeld und Hansastraße einen Rad-/Gehweg. Kosten: 965.000 Euro. Bund und Land übernehmen 65 Prozent der Kosten, 627.000 Euro. Übrig bleiben für den Kreis 338.000 Euro. Die Gemeinde saniert den Rad-/Gehweg zwischen Rüschener und Waghorster Straße und legt einen neuen Rad-/Gehweg zwischen Waghorster Straße und Bremerfeld an (wie Variante 3). VARIANTE 5 Der Kreis saniert die Fahrbahn samt Untergrund und errichtet zwischen Bremerfeld und Hansastraße einen Rad-/Gehweg. Zusätzlich baut er die Eisenbahnbrücke neu. Die kostet allein 1,2 Millionen Euro. Die Fahrbahn würde an der Stelle weniger kurvig geführt und die Fahrbahnbreite von aktuell 5 Meter auf 6,50 Meter plus Rad-/Gehweg von 3,50 Meter auf der einen Seite und 1 Meter auf der anderen Seite verbreitert. Die Höhe der Brücke wächst von 3,50 auf 4,70 Meter, so dass auch der Schwerlastverkehr hindurchfahren kann. Bund und Land übernehmen 65 Prozent der Fahrbahn- und Radweg-Kosten sowie 75 Prozent der Kosten für die Bahnbrücke. Das sind 1,26 Millionen Euro. Bleiben für den Kreis 548.000 Euro. Die Gemeinde saniert den Rad-/Gehweg zwischen Rüschener und Waghorster Straße und legt einen neuen Rad-/Gehweg zwischen Waghorster Straße und Bremerfeld an (wie Variante 3 und 4). An den Kosten für die Brücke wird sie zu 30 Prozent beteiligt. Bund und Land übernehmen auch hier 65 Prozent der Fahrbahn- und Radweg-Kosten sowie 75 Prozent der Kosten für die Bahnbrücke. Das sind 539.000 Euro. Die Kirchengemeinde zahlt 16.000 Euro, bleiben für die Gemeinde Rödinghausen 219.000 Euro.

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