Rödinghausen Rödinghausener aktiv gegen Müll

Müllsammelaktion: Grundschüler, Vereine, Parteien und Privatpersonen machen die Wege der Wiehengemeinde wieder sauber. 90 Helfer packen gemeinsam an

Myriam Domke-Feiner

Rödinghausen. "Das Müllsammeln ist sehr wichtig für die Tiere. Denn die denken dann, dass ist etwas zum Fressen und können daran sterben". Die Sechsjährige Anna Palsbröcker weiß Bescheid. Sie ist eines der Kinder, die am Samstag an der Müllsammelaktion der Gemeinde Rödinghausen teilgenommen haben. Abgesehen von dem guten Zweck war die Aktion besonders für die Kids auch ein kleines Abenteuer. Mit Greifzangen und Handschuhen ausgestattet durchkämmten sie mit insgesamt 90 Mitbürgern die Grünstreifen, Böschungen und Wege der Wiehengemeinde. Der spannendste Fund war für die Grundschüler ein altes, rotes Blechschild mit dem großen Schriftzug "Kinder". "Das werden wir behalten. Vielleicht hängen wir das sogar in unsere Schule auf", sagt die 10-jährge Shari Rack. Schulleiterin Gaby Quest ließ ein leises Veto einfließen: "Das müssen wir vorher aber gründlich abwaschen". Damit gaben sich die Kinder zufrieden. »Angebrochene Lebensmittel waren auch dabei« Zur Belohnung für ihr fleißiges Tun gab es Schokolade und zur großen Freude der Erwachsenen Grillwurst und Kaffee. "Wir sind auch richtig durchgefroren", sagt Quest und reibt sich die Hände. Kleingruppen aus Vereinen, Schulen, Politik, aber auch Privatpersonen haben drei Stunden lang Straßengräben, Wegesränder und Plätze der Ortsteile Bieren, Schwenningdorf, Ostkilver und Bruchmühlen von Müll und Unrat befreit. Hunderte blaue Müllsäcke säumten am Mittag die Straßenränder, die im Laufe des Tages von den Bauhofmitarbeitern Sven Tiemann und Johann von Amtern per Anhänger eingesammelt wurden. "1,3 Tonnen Müll kommen so im Schnitt bei diesen Aktionen zusammen", sagt Silke Holtkamp von der Abfallberatung der Gemeinde Rödinghausen. »Den Leuten geht es wohl zu gut« Und wie viele Helfer am Samstag durchweg bestätigten, handelte es sich dabei größtenteils um Plastikmüll - Flaschen, Folien und Verpackungen, die achtlos ins Gelände geworfen wurden. Bürgermeister Ernst-Wilhelm Vortmeyer hatte daher während der Abschlussveranstaltung am Feuerwehrgerätehaus Westkilver klare Worte für die Umweltschützer, aber auch für die Umweltsünder: "Heute wurde wieder ein wichtiger Beitrag zum Umweltschutz geleistet. Und dadurch, dass die örtliche Presse immer über diese Aktion berichtet, bekommen die Umweltsünder das Ergebnis ihrer Achtlosigkeit zu sehen". Nicht nur Vortmeyer - auch die vielen, fleißigen Helfer - hoffen auf ein künftiges Umdenken. Für teilweise noch halbvolle Flaschen und Joghurtbecher fehlte besonders dem 74-jährigen Wilfried Wehmeyer jegliches Verständnis: "Wir haben nicht nur Müll gefunden. Es waren auch angebrochene Lebensmittelverpackungen dabei. Den Leuten geht es wohl zu gut".

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