Großer Arbeitgeber: Neben dem Küchenhersteller Häcker ist Ballerina-Küchen einer der größten Arbeitgeber in Rödinghausen. Das Firmenareal umfasst 30.000 Quadratmeter. - © Foto: Ballerina-Küchen||
Großer Arbeitgeber: Neben dem Küchenhersteller Häcker ist Ballerina-Küchen einer der größten Arbeitgeber in Rödinghausen. Das Firmenareal umfasst 30.000 Quadratmeter. | © Foto: Ballerina-Küchen||

Rödinghausen Ballerina bewegt sich

Naturschutz: Ein Jahr nach Bekanntwerden der nicht umgesetzten Ausgleichsmaßnahmen wird der Küchenhersteller aktiv. Nach dem Frost will er die ersten Bäume pflanzen

Anne Webler

Rödinghausen. Das war ein Paukenschlag im März 2017: In einer Sitzung des Naturschutzbeirates des Kreises Herford kam heraus, dass der Küchenhersteller Ballerina aus Rödinghausen die ihm bei mehreren Erweiterungen auferlegten Ausgleichsmaßnahmen erst zu einem Bruchteil umgesetzt hatte. Die erste Erweiterung lag 24 Jahre zurück. Im Gegenzug für die Flächenversiegelung war Ballerina auferlegt worden, Wald aufzuforsten und eine Fläche an der Else in eine Feuchtwiese mit Wasserstellen (Blänken) umzuwandeln. Über viele Jahre hatte das Unternehmen die Umsetzung schleifen lassen, auf 8,3 Hektar war jedoch nichts geschehen. Landrat Jürgen Müller (SPD) forderte einen verbindlichen Umsetzungsplan. Daraufhin erließ die Gemeinde Rödinghausen eine Verfügung gegenüber Ballerina-Küchen, die Ausgleichsmaßnahmen bis zum 31. März 2018 umzusetzen. Ballerina kündigte den Pachtvertrag für die 3,4 Hektar an der Else, um sie in eine Feuchtwiese umzuwandeln. Seitdem liege die Fläche brach, einmal im Jahr werde sie gemäht, sagte Ballerina-Gründer und Geschäftsführer Heinz-Erwin Ellersiek gestern auf Anfrage der NW. "Die Blänke werden wir anlegen, sobald der Frost aus dem Boden ist", sagte Ellersiek. Das passiere "in den nächsten Tagen". "Werden 90 Prozent in den nächsten Monaten umsetzen" Bäume hat Ballerina noch nicht gepflanzt. Alle übrigen Maßnahmen seien jedoch eingeleitet. "Wir haben doch noch bis 31. März Zeit", argumentierte der Firmenchef. Er hielt die Nachfrage für verfrüht. "Wir werden etwas vorweisen können", kündigte er an. "Sie können sich darauf verlassen, dass wir in den nächsten Monaten 90 Prozent der Ausgleichsmaßnahmen umsetzen werden." Die Frist lasse sich sicherlich verlängern. "Das wird aber auch Zeit", sagte Ullrich Richter, Vorsitzender des Naturschutzbeirates, auf Anfrage der NW. "90 sind nicht 100 Prozent." Die Gemeinde sei verpflichtet, nachzuhalten und zu kontrollieren, ob ein Unternehmen die Ausgleichsmaßnahmen umsetze. Stelle ein Unternehmen einen Bauantrag für eine Erweiterung, verpflichte es sich zu den ausgleichenden Arbeiten. Er sei bereit, das Thema bei jeder Naturschutzbeirats-Sitzung auf die Tagesordnung zu heben, bis Ballerina alle Maßnahmen umgesetzt habe, sagte Richter. Notfalls müssten Zwangsmaßnahmen verhängt werden. "Unternehmen will und wird das umsetzen" Andreas Dornhöfer, Teamleiter des Geschäftsbereiches Bauen, Planen, Umwelt und technische Dienste der Gemeinde Rödinghausen, ist überzeugt, dass Ballerina alle geforderten Bäume pflanzen wird. "Das Unternehmen will und wird das umsetzen", sagte Dornhöfer. Eine Firma sei bereits beauftragt, sie werde noch im März tätig. Für den Naturschutz sei es doch wichtig, dass die Bäume nun endlich gepflanzt würden und die Firma durch Gespräche mit Bürgermeister Ernst-Wilhelm Vortmeyer eingesehen habe, dass sie die Maßnahmen umsetzen müsse. Neben den anzulegenden Feuchtwiesen muss Ballerina vier weitere Flächen aufforsten: Drei Areale liegen in Ostkilver, eines im Ortsteil Rödinghausen. Der Naturschutzbeirat werde sich in seiner nächsten Sitzung am 20. März mit dem Thema befassen, sagte Udo Busse, Leiter des Amtes Umwelt, Planen und Bauen des Kreises Herford. "Wir werden den Stand der Umsetzung abfragen."

realisiert durch evolver group