Karl Hellmann verteilt Flyer der Bürgerinitiative "Schulwald" in Bruchmühlen. - © NIKLAS KRÄMER
Karl Hellmann verteilt Flyer der Bürgerinitiative "Schulwald" in Bruchmühlen. | © NIKLAS KRÄMER

Rödinghausen Alternative auf dem Zettel

Fachmarktzentrum: Gemeinde führt Gespräche über Kauf eines anderen Grundstücks anstelle des Schulwalds. Trotzdem soll in Bruchmühlen eine Bürgerinitiative gegründet werden

Niklas Krämer

Rödinghausen. Für die Interessengemeinschaft "Schulwald" ist es zumindest ein Hoffnungsschimmer: Bei der Planung des Fachmarktzentrums, das auf dem Gelände des Schulwaldes an der Bruchstraße errichtet werden soll, gibt es eine "vielversprechende Alternative" zum bislang erwägten Standort. Das hat Bürgermeister Ernst-Wilhelm Vortmeyer gegenüber Karl Hellmann von der Interessengemeinschaft mitgeteilt. "Der Bürgermeister hat ein erstes Gespräch mit dem Eigentümer des Grundstückes geführt", sagt Hellmann, der sich mit weiteren Mitstreitern dafür einsetzt, dass das Fachmarktzentrum an einem anderen Standort gebaut wird. Nun müsse erst der Eigentümer über einen Verkauf seines Grundstücks nachdenken. Eine Entscheidung solle übernächste Woche fallen. "In der kommenden Woche ist der Bürgermeister im Urlaub, außerdem muss der Eigentümer einiges regeln", erklärt Hellmann. Grundsätzlich habe sich das Prozedere hingezogen. Die Interessengemeinschaft hatte dem Bürgermeister sieben alternative Grundstücke vorgeschlagen, davon wollte Vortmeyer zwei Alternativen eingehend prüfen (die NW berichtete). "Eigentlich sollte die Information schon vor mehr als einer Woche vorliegen", sagt Hellmann. Doch die Prüfung der Alternativen zog sich in die Länge - am Freitag kam dann der Anruf vom Bürgermeister. Welche der vorgeschlagenen Flächen nun die vielversprechende Alternative ist, wurde ihm aber nicht mitgeteilt. "Wir haben Flächen empfohlen, die in der Nähe von Edeka Adam liegen und auf denen kein Baum abgeholzt werden muss." Zudem mussten die Flächen eine Größe von etwa 11.000 Quadratmetern haben. Gemeinde gibt Pläne für den bisherigen Standort nicht auf Den Standort auf dem Gelände des Schulwaldes gibt die Gemeinde weiterhin nicht auf. "Der Bürgermeister sagte mir, dass auch diese Pläne weiterverfolgt werden", berichtet Hellmann. Die Hände in den Schoß legen und tatenlos zusehen - das kommt für ihn und seine Mitstreiter deshalb nicht infrage. Am Freitag ging der Rentner zusammen mit elf weiteren Unterstützern in Bruchmühlen von Haus zu Haus und verteilte Einladungen. Auf den Flyern ist ein Buntspecht zu sehen, der Futter an einem Vogelhaus frisst. "Der Schulwald ist mein Zuhause" steht darüber. Insgesamt 2.000 Stück wurden davon gedruckt. Die Flyer werden auch am heutigen Samstag am Edeka Adam in Bruchmühlen und in Schwenningdorf verteilt. Außerdem liegen sie in Geschäften in Bruchmühlen aus. "Wir wollen, dass so viele Bürger wie möglich zu unserem Treffen kommen", sagt Hellmann. Am Donnerstag, 8. März, 19.30 Uhr im Sportlerheim "An den Fichten" soll dann aus der Interessengemeinschaft Schulwald eine Bürgerinitiative werden. "Wir wollen damit sichtbar machen, dass viele Menschen vehement gegen ein Fachmarktzentrum an diesem Standort sind." Unterschriftenaktion angedacht Die Interessengemeinschaft freue sich besonders über diejenigen, die außerhalb des Ortes wohnen und sich mit ihnen solidarisch zeigten. "Die Gesundheit und die Lebensqualität der Bürger muss im Vordergrund stehen ", heißt es in der Mitteilung der Gemeinschaft. Hellmann spüre in der Bevölkerung zunehmend eine Verunsicherung. Die Aktiven haben weitere Ideen im Kopf: Auch eine Bürgerbefragung und Unterschriftensammlung sind angedacht. Auf der Jahreshauptversammlung der Werbegemeinschaft Bruchmühlen wird Hellmann das Konzept vorstellen. Doch was passiert, wenn der Alternativstandort ins Wasser fällt? "Wenn es keine andere Möglichkeit als den Schulwald gibt, müssen wir das Fachmarktzentrum ganz verhindern", sagt Hellmann. Seine Überlegungen für dieses Szenario: Lidl werde die Region schon nicht verlassen, der Drogeriemarkt Rossmann könne zwischen dir Sparkassen-Filiale und Edeka Adam ziehen. "Und weitere Friseure und Bäckereien brauchen wir in Bruchmühlen ohnehin nicht."

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