Hilfe für Bedürftige: Ehrenamtliche Mitarbeiter der Tafeln in ganz Deutschland verteilen Lebensmittel an Menschen, die auf diese Unterstützung dringend angewiesen sind. - © Gero Breloer/dpa
Hilfe für Bedürftige: Ehrenamtliche Mitarbeiter der Tafeln in ganz Deutschland verteilen Lebensmittel an Menschen, die auf diese Unterstützung dringend angewiesen sind. | © Gero Breloer/dpa

Bünde Beschwerden über Gedränge bei der Lebensmittelausgabe in Bünde

Schwierige Situation: Eine Leserin der Neuen Westfälischen ärgert sich über Verhalten einiger Kunden bei der Bünder Tafel. Die Verantwortlichen wollen Abhilfe schaffen

Björn Kenter

Bünde. Jeden Montag warten zahlreiche Bedürftige vor dem DRK-Zentrum in Bünde auf die Ausgabe von Lebensmitteln durch die Helfer der Meller Tafel. Bevor die Kunden sich mit Lebensmitteln versorgen können, verteilen die Mitarbeiter nach dem Zufallsprinzip Nummern, die den zeitlichen Ablauf regeln sollen. Die Nummern, die an der Reihe sind, werden auf einer Anzeigetafel eingeblendet. "Zustände sind katastrophal und unzumutbar" Dass es mitunter recht rau zugeht, beklagt jetzt eine NW-Leserin. "Seit mehreren Monaten herrscht dort ein unglaubliches Gedränge", berichtet die Frau, die seit knapp drei Jahren zur Tafel geht, um dort für ihre Eltern und ihren Sohn Lebensmittel einzukaufen. "Meine Mutter sitzt im Rollstuhl, meine Eltern haben auch kein Auto, so dass ich das für sie erledige." Die Zustände seien "katastrophal" und "unzumutbar". Teilweise flögen Bänke um, auch Kinder seien schon umgerannt worden. "Ich hatte mich schon beim DRK darüber beschwert, aber das hat nichts geändert", ärgert sich die Frau. Die aktuellen Probleme führt sie auf die gestiegene Zahl von Migranten zurück. Viele Deutsche seien seitdem weggeblieben. In Melle hat man das Problem in den Griff bekommen Bei den Verantwortlichen der Meller Tafel, die die Nebenstelle in Bünde seit über zehn Jahren betreibt, ist die Problematik bereits thematisiert worden. "Wir haben darüber gesprochen, dass die Situation in Bünde schwieriger geworden ist", sagt der stellvertretende Vorsitzende, Hans Brokamp. "Unsere Fahrer haben berichtet, dass sie teilweise aufgrund des Gedränges Probleme hatten, die Kisten mit den Lebensmitteln auf die Tische zu stellen." Ähnliche Probleme habe es vor einigen Monaten auch in Melle gegeben. "Das haben wir dann aber schnell in den Griff bekommen", so Brokamp. der Verständnis für die Beschwerde äußert. "Wir wissen, dass dort Handlungsbedarf besteht und werden auch für die Tafel in Bünde eine vernünftige Lösung finden", verspricht Brokamp Abhilfe. Verein "Mahlzeit" hat bei der Essensausgabe keine Probleme Ebenfalls in den Räumen des DRK verteilt der Verein "Mahl-Zeit" dreimal die Woche ein warmes Mittagessen für bedürftige Menschen, die zum Teil auch Kunde bei der Tafel sind. "Die Gruppe, um die es geht, ist vorher manchmal bei uns, um einen Kaffee oder Tee zu trinken", berichtet der Vereinsvorsitzende Ulrich Martinschledde. Zwischen 35 und 45 Menschen bedient der Verein derzeit. Dabei gehe es aber harmonisch zu. "Wir haben da keine Probleme." Die Probleme bei der Tafel sind dem Vorsitzenden von Mahl-Zeit jedoch nicht neu. "Manche Leute verstehen offenbar nicht, dass die Nummern bei der Ausgabe gemischt werden. Bei manchen gehen dann die Ellenbogen raus, sonst hätten sie wohl die Flucht auch nicht überlebt", vermutet Martinschledde. "Sie haben Angst, nichts mehr zu bekommen, auch weil das in vielen Lagern während der Flucht so gewesen sein muss." "Es müssen Menschen dorthin, die für Ruhe sorgen" Um die Probleme in den Griff zu bekommen, sei eine Auswahl nach Ländern keine Option. "Es müssten Menschen dorthin, die für Ruhe sorgen", schlägt er vor. Denkbar sei auch eine getrennte Ausgabe nur für Frauen. Bei der Stadt ist von den Problemen nichts bekannt. Allerdings hätten Mitarbeiter des Außendienstes im Frühjahr 2016 bei der Essensausgabe und bei der Kleiderausgabe beim DRK geholfen, nachdem es dort ähnliche Probleme gab, teilt die Stadt mit. Das sei auf Wunsch der Verantwortlichen geschehen. Nach Einführung verschiedener organisatorischer Maßnahmen und deren Begleitung durch den Außendienst hätten sich die Verhältnisse normalisiert.

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