Zur nächsten Hausmesse im September soll alles fertig sein: Das neue Verwaltungsgebäude von Häcker Küchen. Es steht direkt neben dem Panorama-Gebäude (hinten r.). Im Untergeschoss entstehen Ausstellungsfläche und Schulungsräume. - © Anne Webler
Zur nächsten Hausmesse im September soll alles fertig sein: Das neue Verwaltungsgebäude von Häcker Küchen. Es steht direkt neben dem Panorama-Gebäude (hinten r.). Im Untergeschoss entstehen Ausstellungsfläche und Schulungsräume. | © Anne Webler

Rödinghausen Mitarbeiter ziehen im Juni ein

Häcker: Der Küchenhersteller aus Rödinghausen erweitert am Unternehmensstammsitz. Im September soll das Verwaltungs- und Ausstellungsgebäude fertig sein

Anne Webler

Rödinghausen. Es tut sich was bei Häcker: Wer die Bünder Straße entlang fährt und Richtung Häcker-Panoramagebäude schaut, sieht ein mindestens ebenso großes Gebäude mit Glasfassade, das dort innerhalb weniger Monate emporgewachsen ist. Noch ist es vollständig eingerüstet, zur nächsten Hausmesse im September soll alles fertig sein.

"Wir platzten verwaltungsmäßig aus allen Nähten", erklärt Karsten Bäumer, Leiter der Kommunikation bei Häcker. Deshalb wurden in den vergangenen Jahren 50 Verwaltungsmitarbeiter nach Melle ausgelagert. Im Juni sollen sie an den Stammsitz zurückkehren und ihre Büros im neuen Gebäude beziehen. Auf 4.500 Quadratmetern in drei Etagen werden sie arbeiten, über eine gläserne Brücke auf allen drei Etagen können sie ins Panorama-Gebäude rübergehen.

Im Untergeschoss des neuen Gebäudes entsteht eine 1.000 Quadratmeter große Ausstellungsfläche, die mit der vorhandenen Ausstellungsfläche im Panorama-Gebäude verbunden wird. Die haben sie im vergangenen Jahr gerade komplett umgebaut, erzählt Bäumer - fünf Monate lang. "Hier ist kein Stein auf dem anderen geblieben."

Für das Aquarium holte Häcker 2.000 Liter Seewasser aus Portugal

28 Küchen stellt Häcker hier auf bislang 2.000 Quadratmetern aus, von weiß im Landhaus-Stil über Massivholzoptik, Betonfronten, bis hin zu echtem grauen Schiefer, der millimeterdick die Fronten verkleidet. Häcker-Küchen beginnen bei 2.999 Euro, sagt Bäumer. "Nach oben offen", bis zu einigen Zehntausend Euro.

Leitet die Häcker-Kommunikation: Karsten Bäumer vor dem Aquarium mit Korallenfischen in der Küchenausstellung. - © Anne Webler
Leitet die Häcker-Kommunikation: Karsten Bäumer vor dem Aquarium mit Korallenfischen in der Küchenausstellung. | © Anne Webler

Jeder kann sich die Ausstellung angucken, auch Händler kommen mit ihren Kunden her. Jedes Jahr baut Häcker die Ausstellung komplett um, zwanzig hauseigene Innenarchitekten planen sie.

Im Zentrum der Ausstellung steht ein großes Aquarium mit bunten Korallenfischen, 2.000 Liter Seewasser ließ Häcker dafür von der Küste Portugals herfahren. Zwei externe Mitarbeiter füttern jeden Tag die Fische, eine App liefert ihnen die Wassertemperatur aufs Handy.

Besprechungen finden im offenen Gewächshaus statt

Daneben haben die Innenarchitekten ein Kaminzimmer im britischen Stil eingerichtet, an der Wand die Ahnengalerie der Häcker-Firmenchefs. Ein paar Meter weiter blicken die Besucher in die Häcker-Geschichte. Zwei historische Häcker-Küchen von 1974 und 1977 sind ausgestellt, in Lindgrün und im Model "Deutsche Eiche", daneben die Werkbank aus der Tischlerei Schlattmeier, an der Horst und Jochen Finkemeier gelernt haben. "Von der Werkbank und dass das Unternehmen bis heute familiengeführt ist, sind die asiatischen Kunden begeistert", erzählt Bäumer.

Ebenfalls im Untergeschoss des neuen Gebäudes entsteht der "Campus" mit Schulungsräumen direkt neben der Dauer-Küchenausstellung. Jetzt schon schult Häcker pro Jahr 1.200 Verkäufer, ab sofort auch auf Englisch und Französisch, für die Verkäufer aus dem Ausland. An den Schulungsabenden kochen die Teilnehmer gemeinsam in der großen offenen Häcker-Küche neben der Bar und essen zusammen an den langen Tischen, Meetings finden im offenen Gewächshaus gegenüber der Bar statt. Häcker ist eine Welt für sich.

Alle Etagen des neuen Gebäudes umfassen 7.500 Quadratmeter, das neu bebaute Areal misst 15.000 Quadratmeter: Neben dem Gebäude entstehen zur Bünder Straße zwei große Park- und Logistikplätze, für Kunden und Lkw.

Häcker will auf 1.600 Mitarbeiter in Rödinghausen erweitern

Die 1.550 Mitarbeiter produzieren in den vier Rödinghauser Werken im Drei-Schicht-Betrieb 960 Küchen am Tag. Häcker lagert keine Küchen ein, sondern produziert eine Küche dann, wenn sie bestellt ist. "Die Kunden kommen auf die witzigsten Kombinationen", sagt Marketing-Leiterin Gisela Rehm. Bei so vielen Sonderwünschen lohne es sich nicht, komplette Küchen zu lagern.

Häcker plant weitere Einstellungen, ab April sollen es 1.600 Mitarbeiter sein. 150 bis 200 weitere Arbeitsplätze schafft Häcker in Ostercappeln-Venne. Dort hat das Unternehmen im Industriegebiet 215.000 Quadratmeter erworben, die "modernste Küchenfertigungsstätte Europas" entsteht hier. Es ist die größte Investition der Unternehmensgeschichte, 2020 soll das Werk in Betrieb gehen. Wie viel Häcker hier investiert, behält das familiengeführte Unternehmen für sich.

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