Neue Bezeichnung: Rödinghausen auf Plattdeutsch ergänzt demnächst vier der Ortseingangsschilder. - © NW
Neue Bezeichnung: Rödinghausen auf Plattdeutsch ergänzt demnächst vier der Ortseingangsschilder. | © NW

Rödinghausen Rödinghausen bekommt plattdeutsche Ortsschilder

Ratsbeschluss: Vier Ortseingangsschilder bekommen den Zusatznamen „Ränghiusen“. Einige Ratsmitglieder hätten sich Schreibweise mit einem „k“ in der Mitte gewünscht

Anne Webler

Rödinghausen. Nun also doch. Nachdem die NRW-Heimatministerin Ina Scharrenbach (CDU) im Oktober angekündigt hat, plattdeutsche Zusatznamen auf Ortsschildern zu erlauben (die NW berichtete) und ein Runderlass des Ministeriums im Dezember die Entscheidung erläuterte, hat der Rat der Gemeinde Rödinghausen am Mittwochabend für den plattdeutschen Zusatznamen „Ränghiusen" auf vier Rödinghauser Ortsschildern gestimmt. Der Rat hatte bereits im Februar 2012 beschlossen, den plattdeutschen Zusatznamen zu beantragen, damals wurde das Ersuchen abgelehnt. Der Städte- und Gemeindebund hatte der Gemeinde empfohlen, den Rat nun erneut abstimmen zu lassen, weil der ehemalige Ratsbeschluss durch die Ablehnung gegenstandslos geworden sei. Auch, dass nach der Kommunalwahl 2014 andere Parteienvertreter im Rat sitzen, führte er als Argument für eine erneute Abstimmung an. Voraussetzung für den plattdeutschen Zusatznamen auf den Ortsschildern ist, dass die Übersetzung auf der Geschichte oder heutigen Eigenart der Gemeinde beruht. Die Übersetzung muss sprachhistorisch in der Gemeinde verwurzelt oder auf eine in der Region gesprochene Mundart zurückzuführen und bekannt sein. Die Gemeinde muss die Richtigkeit der Übersetzung und Schreibweise nachweisen. "Das "g" wird eindeutig als "k" gesprochen" Hier waren sich die Ratsmitglieder uneinig: Die Gemeinde hatte die Schreibweise „Ränghiusen" vorgeschlagen, mit einem „g" in der Mitte. Einige Ratsmitglieder sprachen sich jedoch für „Ränkhiusen" aus, mit „k" in der Mitte. „Für mich ist die Schreibweise mit „g" die falsche", sagte Ingo Tschaschnig, stellvertretender WiR-Fraktionssprecher. Es werde eindeutig als „k" gesprochen. Das Plattdeutsche sei immer eine gesprochene Sprache gewesen und es sei schwierig, diese in Schrift zu übersetzen. Mit dem „g" komme man den Nicht-Plattdeutschsprechern entgegen. „Aber das verfälscht die Sprache." Auch Reinhard Uthoff (CDU) sprach sich für das „k" aus. In der plattdeutschen Literatur werden beide Schreibweisen verwendet. Ewald Häcker und Ernst-August Tschaschnig schreiben im plattdeutschen Wörterbuch bzw. der plattdeutschen Fibel „Ränkhiusen". Erwin Möller verwendet dagegen in seinem Wörterbuch „Ränghiusen", ebenso der Kreis um Magdalena Obrock, der 2012 den ersten Antrag im Rat gestellt hat. Auch der Kreisheimatverein und der Kreis Herford haben in ihrer Karte, in der alle Ortschaften auf Plattdeutsch eingetragen sind, die Schreibweise mit „g" verwendet. Zusatzname kostet die Gemeinde 480 Euro Die Gemeinde behielt für den aktuellen Beschlussvorschlag die Schreibweise aus dem ersten Antrag von 2012 bei. Für die Entscheidung im Rat war erforderlich, dass drei Viertel der Mitglieder für den plattdeutschen Zusatznamen stimmen. Der Rat stimmte mit 21 Ja-Stimmen und 5 Nein-Stimmen von WiR und Reinhard Uthoff dafür, „Ränghiusen" auf die Ortsschilder zu schreiben. Sobald das Ministerium den Beschluss genehmigt hat, wird die Gemeinde vier Ortseingangsschilder (Alte Dorfstraße, Buersche Straße, Heerstraße, Westerbergstraße) um die Zusatzbezeichnung ergänzen. Dafür fallen Kosten von 480 Euro an.

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