Bus am Erich-Maria-Remarque-Platz: Die Löhner Bushaltestelle gegenüber des Bahnhofs hat ihren Namen von Erich Remark und dem Kriegsroman "Im Westen nichts Neues" - © Dirk Windmöller
Bus am Erich-Maria-Remarque-Platz: Die Löhner Bushaltestelle gegenüber des Bahnhofs hat ihren Namen von Erich Remark und dem Kriegsroman "Im Westen nichts Neues" | © Dirk Windmöller

Löhne Woher der Remarque-Platz seinen Namen hat

Wiki Löhne: Er klingt französisch, doch seinen Namen erhielt der Remarque-Platz gegenüber des Löhner Bahnhofs vom deutschen Schriftsteller Erich Remark

Julian Hölscher

Löhne. Täglich halten hier zahlreiche Busse. Die Bushaltestelle "Erich-Maria-Remarque-Platz" gegenüber des Löhner Bahnhofs. Doch woher kommt der Name und wer war dieser Remarque eigentlich? Die Erklärung folgt in dieser neuen Ausgabe von Wiki Löhne. Vorweg: Mit dem französischen Wort "remarque" oder "remarquer", zu deutsch "Bemerkung" bzw. "bemerken", hat der Name nichts zu tun. Er stammt vom Schriftsteller, der als Erich Paul Remark geboren ist. In seinem bekanntesten Roman "Im Westen nichts Neues" bekommen die Soldaten während der Truppenbewegungen im Ersten Weltkrieg von ihren Vorgesetzten den Befehl "Löhne umsteigen!", da der Löhner Bahnhof damals einer der größten und wichtigsten Knotenpunkte des nordwestdeutschen Eisenbahnnetzes war. Im Rahmen der Neugestaltung in den 1990er Jahren wurde der Platz mit der Bushaltestelle gegenüber des Bahnhofsgebäudes "Erich-Maria-Remarque-Platz" genannt. Dies geschah, um an den Künstler und seine Werke zu erinnern. Seine Geschichte beginnt am 22. Juni 1898 in Osnabrück. Er ist das zweite von vier Kindern des Buchbinders Peter Franz Remark und seiner Ehefrau Anna Maria Remark. Seiner Mutter, die 1917 starb, widmete er auch seinen Künstlernamen "Maria". "Remarque" nannte er sich in Anlehnung an seine französischen Vorfahren, die einst nach Deutschland eingewandert waren. Er besuchte die Johannisvolksschule (heute Domschule) in Osnabrück und später das katholische Lehrerseminar. Aus seiner geplanten beruflichen Tätigkeit als Lehrer wurde allerdings zunächst nichts, da er 1916 in den Kriegsdienst eingezogen wurde. Im Juni 1917 kämpfte er an der Westfront. Nach etwa einem Monat wurde er schwer verwundet und kam bis Kriegsende in ein Duisburger Armee-Hospital. Während seiner Genesung entwickelte er eine pazifistisch-antimilitärische Haltung, auf die seine späteren Romane aufgebaut sind. Nach dem Ende seiner Lehrerlaufbahn widmete sich Remarque seiner Tätigkeit als Schriftsteller, die er vorher bereits nebenbei ausübte. Sein bekanntestes Werk "Im Westen nichts Neues", von dem letztendlich auch der Name der Löhner Bushaltestelle stammt, erschien 1929 und wurde 1930 durch Lewis Milestones Hollywood-Verfilmung weltbekannt. In diesem Werk verarbeitet er seine Kriegserlebnisse, sowie die seiner Kameraden. 1933 wurden seine Romane öffentlich verbrannt. Er verließ am 31. Januar des selben Jahres endgültig das nationalsozialistische Deutschland und floh damit vor der NSDAP-Diktatur. Er ließ sich zunächst in Tessin am Lago Maggiore (Schweiz) nieder, lebte aber ab 1939 offiziell in den USA, wo er großes Ansehen genoss. 1947 wurde er US-amerikansicher Staatsbürger. Ab 1948 lebte er abwechselnd in den USA und im schweizerischen Porto Ronco. Remarque war drei mal verheiratet, unter anderem mit Paulette Goddard, der früheren Ehefrau von Charlie Chaplin. Mit ihr lebte er ab 1958 bis zu seinem Tod im Jahr 1970 in seiner Wahlheimat Tessin.

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