Löhne-Ort aus der Luft: Dieser Ortsteil hat der Stadt ihren Namen gegeben. Neben unserem einmontieren Schild ist die Martin-Luther-Kirche zu sehen. - © Siegfried Büschenfeld / Sina Rudolf
Löhne-Ort aus der Luft: Dieser Ortsteil hat der Stadt ihren Namen gegeben. Neben unserem einmontieren Schild ist die Martin-Luther-Kirche zu sehen. | © Siegfried Büschenfeld / Sina Rudolf

Löhne Warum Löhne Löhne heißt

Wasserläufe als Namensgeber: Heute starten wir mit unserer neuen Serie "Wiki Löhne"

Dirk Windmöller

Löhne. Fünf Ortsteile, ein Name: Das ist Löhne. Mehr als 40.000 Menschen leben hier, viele Unternehmen haben in der Werrestadt ihren Sitz. Doch woher kommt eigentlich das Wort Löhne und was verbinden zwei Urlöhner mit ihrer Stadt? Wir haben recherchiert und nachgefragt.

"So ganz einfach lässt sich nicht klären, woher der Begriff Löhne kommt", sagt Stadtarchivar Joachim Kuschke und verweist auf das Buch 1.000 Jahre Löhne.  Nach einigem Stöbern und tiefem Eintauchen in die Geschichte finden sich Spuren.

Laut dieser Chronik wurde der Name  aus dem 12. und 13. Jahrhundert  in der Variante "Lenithe" und "Lonethen" überliefert. Doch was bedeutet das? Dazu hat Johannes Henke in der Chronik geschrieben. Er war viele Jahre Vorsitzender  des Heimatvereins und hat als Heimatforscher zahlreiche Texte verfasst.

Die Silbe "Len" könnte  nach seiner Einschätzung "sich lehnen" oder "schräg angelehnt lagern" bedeuten. "Lon", ebenfalls Grundbestandteil von Löhne, verweise auf einen "alten Wasserlauf". "Lonethe/Lönede" könnte unter diesen Umständen bedeuten, "wo es viele Wasserläufe gibt", schreibt Henke.

Das wäre zumindest aus heutiger Sicht ebenfalls noch plausibel. Denn auch in der Gegenwart gibt es in Löhne jede Menge Bachläufe. Ralf Isemann, Gewässerexperte der Stadt, hat sie gezählt. "Auf einer Gesamtlänge von 200 Kilometern gibt es 110 registrierte Bachläufe", hatte Isemann vor Kurzem während der Gewässerschau berichtet.

Viele Bäche münden in die Werre und dieser Fluss ist es auch, den Karl-Heinz Bernsmeier, Vorsitzender des Heimatvereins, ganz eng mit seiner Stadt verbindet. "Löhne hängt zusammen mit der Werre. Kaum ein Löhner muss nicht mindestens einmal am Tag die Werre überqueren", ist er sich sicher.

Und auch sein nächster Punkt hat damit zu tun, dass in Löhne immer noch viel in Bewegung ist. "Wenn es um das Zusammenwachsen der Ortsteile zu einer Stadt geht, dann ist das etwas, was sich immer noch im Werden befindet", sagt Bernsmeier.

Da sei man auf einem guten Weg. Nicht zuletzt das weiter wachsende Zentrum um Musikschule und Werretalhalle habe dazu beigetragen. "Da entsteht ein zunehmendes Wir-Gefühl." Das stelle er auch fest, wenn er außerhalb von Löhne gefragt wird, woher er kommt. "Dann sage ich natürlich, dass ich aus Löhne komme, nur innerhalb der Stadt erzähle ich, dass ich Ostscheider bin." Und als Ur-Ostscheider spricht er das Wort mit doppelten "sch" als Oschscheid aus. So muss es sein. Klingt einfach besser.

Ur-Löhne-Orter ist Dieter Falkenstern. Der Vereinsring-Vorsitzende ist dem Ortsteil, der der Stadt ihren Namen gab, treu geblieben. "Ich habe 35 Jahre in Bielefeld und in Hannover gearbeitet. Aber ich war immer froh, wenn ich zurück war", sagt der Ingenieur für Nachrichtentechnik, der jetzt im Ruhestand ist.

Kurz habe er nach dem Studium darüber nachgedacht, nach Bielefeld zu ziehen. "Aber die sozialen Kontakte und das Vereinsleben wiegen das bessere Kulturangebot nicht auf."

In seinem Löhne-Ort vermisst er eine Kneipe. "Eine Anlaufstelle, wo man sich mit Kumpels treffen kann, fehlt. Dafür müssen wir über die Werre gehen", sagt er.

Information

Die Serie

  • Heute starten wir mit unserer neuen Serie „wiki Löhne".
  • Angelehnt haben wir den Titel an das Internet-Lexikon Wikipedia.
  • Unsere Idee ist, auch mit Ihrer Hilfe, liebe Leserinnen und Leser, ein Löhne-Lexikon aufzubauen. In den nächsten Wochen wollen wir die verschiedensten Fragen rund um Löhne klären.
  • Es wird darum gehen, woher Ortsteile, Straßen und Plätze ihren Namen haben.
  • Klären möchten wir auch, warum die Werre so gerade ist, oder warum Löhne eigentlich so viele Küchenfirmen hat.
  • Wenn Sie Ideen haben, dann freuen wir uns über Vorschläge.
  • Schreiben Sie uns eine Mail unter loehne@nw.de oder rufen Sie uns an unter Tel. (0 57 32) 1 06 50.

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