Sterbekassen finanzieren einen Teil der Beerdigung. Dieses Bild entstand auf dem Friedhof Mahnen. - © FOTO: CARO
Sterbekassen finanzieren einen Teil der Beerdigung. Dieses Bild entstand auf dem Friedhof Mahnen. | © FOTO: CARO

Löhne Löhnerin steht als Sterbekassen-Diebin vor Gericht

70.000 Euro Schaden / Verhandlung beginnt am 4. Dezember

Löhne. Schwer getroffen hat die Mitglieder der Sterbekasse Löhne-Bahnhof, dass die ehemalige Kassiererin die Sterbekasse ausgeräumt hat (nw-news.de berichtete). Ein Schaden in Höhe von 70.000 Euro ist entstanden. Am Dienstag, 4. Dezember, 10.15 Uhr, beginnt vor dem Amtsgericht Bad Oeynhausen die Verhandlung gegen die Löhnerin. Diese hat bereits gestanden, zumindest einen Teil des Geldes genommen zu haben.

Verantworten muss sich die Frau wegen Untreue in 24 Fällen. Diese beziehen sich auf 24 Abhebungen, bei denen nach Angaben der Staatsanwaltschaft Bielefeld ein Schaden in Höhe von 18.810 Euro entstanden ist. Der eigentliche Schaden ist viel höher. "Eine Vielzahl der Taten ist allerdings verjährt", hatte Staatsanwalt Christoph Mackel gegenüber der NW gesagt. Die ehemalige Kassiererin hat die Taten zwar schon im Sommer gestanden. Reue hat sie allerdings gegenüber den Mitgliedern der Sterbekasse bisher nicht gezeigt. "Die ist nicht auf uns zugekommen. Damit hatten wir eigentlich gerechnet, weil sich das ja auch strafmindernd auswirken könnte", sagte der jetzige 1. Vorsitzende Herbert Viermann.

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Er trat sein Amt für die Sterbekasse erst nach Bekanntwerden der Taten an. Für die Sterbekasse hat er auch zivilrechtliche Schritte eingeleitet. "Da gibt es einen Mahnbescheid". In ihm wird das Geld zurückgefordert. "Der Rechtsanwalt der ehemaligen Kassiererin hat dagegen Widerspruch eingelegt", so Viermann.

Aufgeflogen war der Fall durch eine routinemäßige Überprüfung der Bezirksregierung. "Im Rahmen der Aufsicht bei kleinen Versicherungsvereinen wie der Sterbekasse Löhne-Bahnhof werden die Bücher alle fünf Jahre überprüft. Bei der letzten Prüfung ist aufgefallen, dass mehr als 70.000 Euro fehlen", sagte Antje Leßmann, Sprecherin der Bezirksregierung, im September zur NW.
Ob die Verhandlung am Dienstag nach einem Tag zu Ende geht, ist offen. Der Angeklagten drohen bis zu zwei Jahre Haft.

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