Die ehrenamtlichen Mitarbeiter aus verschiedenen Gemeinden freuen sich von Pastorin Kerstin Othmer-Haake (erste Reihe links) im Vermitteln von Geschichten geschult zu werden. - © FOTO: ANTONIA WEGENER
Die ehrenamtlichen Mitarbeiter aus verschiedenen Gemeinden freuen sich von Pastorin Kerstin Othmer-Haake (erste Reihe links) im Vermitteln von Geschichten geschult zu werden. | © FOTO: ANTONIA WEGENER

Löhne Erzählen lernen

Schulung für die Kindergottesdienstmitarbeiter in Mennighüffer Gemeindehaus

VON ANTONIA WEGENER
Löhne. "Geschichten erzählen? Das lernt man doch in der Schule! Aber Erzählungen und Geschichten sind mehr als bloßes Ablesen. Vielen fällt es schwer, den Inhalt zu reflektieren und die Botschaft zu verstehen. Im Kindergottesdienst spielen Erzählungen eine tragende Rolle. Durch biblische Geschichten fällt es den jüngsten Gemeindemitgliedern leichter den Glauben zu verstehen. Jetzt trafen sich Mitarbeiter aus verschiedenen Gemeinden um sich in der Vermittlung von Erzählungen weiterzubilden.

"Ich bin der Stern, und du das Stroh", so erklärt Pfarrerin Kerstin Othmer-Haake das Beispiel für eine neue Textgestaltung aus der Bibel. "Heute Morgen haben wir uns überlegt, wie man die Weihnachtsgeschichte interessanter machen könnte." Die Geschichte um Jesu Geburt kenne jeder, doch habe sie noch nie zuvor jemand aus der Sicht des Schafs eines Hirten, der Könige, oder auch der Krippe gehört. "Man glaubt gar nicht, dass ein Perspektivenwechsel so viel bewirkt."
Kerstin Othmer-Haake ist spezialisiert auf die Kindergottesdienste in Westfalen. Sie arbeitet mit vielfältigen und neuen Methoden um die speziellen Gottesdienste für Kinder zu verbessern. Grundsätzlich habe sie aber immer eine Methode vor Augen: "Im Grunde muss man versuchen bei den Kindern mit seiner Erzählung innere Bilder zu erzeugen." Diese würden sich am stärksten verankern und im Gedächtnis bleiben.
Doch es sei auch genauso wichtig Bilder beschreiben zu können. Die Bilderbeschreibung sei genau das Gegenstück zur Erzählung. "Die Gedanken, die man mit dem Bild verbindet muss man in diesem Fall beim Zuhörer nach innen tragen." Insgesamt ginge es im Kindergottesdienst darum, äußere Bilder nach innen und innere Bilder nach außen zu tragen.
Der Mennighüffer Pastor Kai Sundermeier lud die Dortmunder Pfarrerin und die Gemeinden Hüllhorst, Bergkirchen, Rödinghausen-Westkilver und Herford- Sankt-Petri in seine Gemeinde ein. Sundermeier ist begeistert von den versteckten Kompetenzen aller Mitarbeiter: "Heute werden dank Kerstin Othmer- Haake Fähigkeiten jedes Teilnehmers zutage gefördert!" Doch noch ein weiterer Grund steckt hinter der Zusammenkunft der fünf Gemeinden
"Auch der Austausch innerhalb der ehrenamtlichen Mitarbeiter spielt eine große Rolle.", sagt Othmer-Haake. Sie wolle nicht nur Methoden weitergeben, sondern auch die einzelnen Gemeinden dazu anregen ihren Kindergottesdienst vorzustellen. "Heute sollen sich die Mitarbeiter gegenseitig ermutigen, stärken und beflügeln."
Julian Ties und Leonne Gladbach sind ehrenamtliche Mitarbeiter in der Gemeinde Bergkirchen. Sie sind sich einig, dass sie sehr viel dazu gelernt haben. "Ich wusste zuvor nicht, dass man aus einer Geschichte so viel machen kann", sagt Leonne. Sein Freund ergänzt ihn: "In unserer Gruppe werden wir jetzt auch mit den neuen Methoden arbeiten und mehr Struktur reinbringen." Die beiden Achtklässler freuen sich schon auf den sonntäglichen Kindergottesdienst. Dann werden ihre neuen Fähigkeiten im Erzählen direkt von den Kindern auf den Prüfstand gestellt.
Pastorin Othmer-Haake ist am Ende der Zusammenarbeit sehr zufrieden. "Die heutige Gruppe war hoch motiviert, sehr kreativ und humorvoll." Die Teilnehmer hätten es verstanden, äußere Bilder nach innen und innere Bilder nach außen zu tragen. Dies bestätige sie darin, die Zusammenarbeit mit Mitarbeitern des Kindergottesdiensts fortzuführen.

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