Der kleine Schnauzer-Mix Lucara (sitzend) hat präparierte Köder gefressen. Seit drei Wochen kursieren in Löhne Gerüchte über ausgelegte Giftköder. Bei Lucara bestätigt der Tierarzt, dass der Hund tatsächlich vergiftet wurde. - © FOTO: SUSANNE BARTH
Der kleine Schnauzer-Mix Lucara (sitzend) hat präparierte Köder gefressen. Seit drei Wochen kursieren in Löhne Gerüchte über ausgelegte Giftköder. Bei Lucara bestätigt der Tierarzt, dass der Hund tatsächlich vergiftet wurde. | © FOTO: SUSANNE BARTH

LÖHNE Hund frisst Giftköder

Polizei ermittelt / Tierarzt Hagerodt: "Hundehalter müssen jetzt besonders aufmerksam sein"

Löhne. Lucara ist eigentlich ein lebhafter Hund. Wedelt mit dem Schwanz, bellt, läuft aufgeregt umher, sobald Besuch kommt. Ganz anders ist da Twix. Der Wolfshund-Mischling liebt es in seinem Körbchen zu liegen. Vor ein paar Tagen hat sich die Situation im Hause Hamacher drastisch geändert. Lucara ist still geworden, liegt nur noch herum, frisst nichts mehr. Der Grund: Mit Rattengift präparierte Giftköder.

Seit über drei Wochen kursieren in Löhne Gerüchte über ausgelegte Giftköder (die NW berichtete). Rattengift soll eingewickelt in eine Scheibe Fleischwurst ausgelegt sein. Was bisher eher als Angstmache daherkam, hat sich erhärtet. Ein Hund ist mit Rattengift vergiftet worden. Der kleine Schnauzer-Mix der Familie Hamacher.

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Zwei Anzeigen

Doris Hamacher hat genau wie Gifköderfinderin Gundula Bökemeier Anzeige bei der Polizei erstattet.

Momentan liegen laut Kreispolizeisprecher Michael Albrecht nur die zwei Anzeigen aus Löhne vor. "Wir gehen beiden Fällen intensiv nach."

Der Verdacht auf Giftköder ist gegeben, so Albrecht, der von einem Täter ausgeht. "Das Ermittlungsverfahren läuft." Dabei hofft die Polizei auf Zeugen. Denn ohne Hinweise sei es "relativ schwer" einen Täter zu ermitteln. (sba)

Doris Hamacher geht gerne am so genannten Hundestrand an der Werre spazieren. "Es liegt praktisch und früh im Dunklen trifft man dort bekannte Gesichter." Auch Ende September war sie dort mit ihren Hunden Lucara und Twix unterwegs. Von den scheinbar ausgelegten Giftköder, den die Hundehalter Gundula Bökemeier und Alexandra Palsbröker genau dort an der Werre gefunden haben, hatte Hamacher schon gehört. "Doch ich dachte, es wären einfach nur Gerüchte, um uns Hundehalter von dort fernzuhalten."

Aufmerksam ist sie dort spazieren gegangen, hatte die Hunde meist an der Leine. Dennoch hat Lucara irgendwas gefressen. Die Auswirkungen waren deutlich: "Lucara hustete, als ob sie was im Hals hätte", beschreibt die Löhner Hundebesitzerin die ersten Symptome. Zuerst hatte sich Doris Hamacher nichts dabei gedacht. Als die Symptome einen Tag später immer noch nicht abgeklungen waren, dachte sie an die Hunde-Krankheit Zwingerhusten. Dabei sind die oberen Atemwege insbesondere die Luftröhre und die Bronchien befallen. Auffällig ist dabei ein "bellender Husten". Als dann Lucara aber gleichzeitig anfing aus Nase und Maul zu bluten, schrillten bei Doris Hamacher die Alarmglocken auf. Sonntags fuhr sie zum Tierarzt, der anhand der Symptome auch erst auf Zwingerhusten therapierte.

Hundehalter fanden diese Köder eingewickelt in einer Scheibe Fleischwurst am so genannten Hundestrand an der Werre. - © FOTO: SUSANNE BARTH
Hundehalter fanden diese Köder eingewickelt in einer Scheibe Fleischwurst am so genannten Hundestrand an der Werre. | © FOTO: SUSANNE BARTH

"Doch montags ging es Lucara immer schlechter", erzählt Hamacher, die ihr Tier dann erneut zum Tierarzt bringt. "Der blutige Nasenausfluss machte mich skeptisch", sagt Andreas Hagerodt. Der behandelnde Hüllhorster Tierarzt spritzte Lucara vorsorglich Vitamin K, schickte ihr Blut an sein Labor. "Der Hund litt schon an leichter Blutarmut. Das Vitamin K reguliert die Blutgerinnung", erklärt Hagerodt. Der Verdacht von Rattengift war für den Tierarzt offensichtlich. "Eine Vergiftung ist bewiesen, wenn das Gegenmittel beim Tier anschlägt."

Genau das ist bei Lucara passiert: "Sie hat eine Woche lang gelitten, kaum was gefressen und immer wieder Atemnot gehabt", beschreibt Hamacher die Situation. Der Hund bekommt weiterhin Vitamin K. Und Lucara ist robust, hat es überstanden. Doch es hätte auch ganz anders ausgehen können. "Wenn der Hund nicht schnell genug behandelt worden wäre, wäre er innerlich verblutet", bringt es Tierarzt Hagerodt auf den Punkt.

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