Diese Löhner Bürger organisieren den Widerstand gegen die rechtsextremen Ansichten der "Justizopferhilfe". - © FOTO: ULF HANKE
Diese Löhner Bürger organisieren den Widerstand gegen die rechtsextremen Ansichten der "Justizopferhilfe". | © FOTO: ULF HANKE

LÖHNE Löhne zeigt Gesicht

Das Bündnis gegen die rechtsextreme "Justizopferhilfe" hat sich am Montagabend in der Werretalhalle formiert

Löhne (ulf). Der Widerstand gegen die "Justizopferhilfe" (JOH) nimmt Gestalt an. Am Montagabend trafen sich rund 40 Menschen in der Werretalhalle, um gemeinsam über ihr Vorgehen gegen das Büro der Rechtsextremen zu beratschlagen. Vertreter der Justizopferhilfe erschienen trotz Ankündigung nicht. Der erste Beschluss des Bündnis’: Die Stadtverwaltung soll prüfen, inwieweit das Büro verboten werden kann.

Der Antrag soll heute von den drei Ratsfraktionen der SPD, der Grünen und der Linken im Hauptausschuss eingebracht werden. Ratspolitiker der drei Fraktionen waren beim ersten Bündnistreffen dabei und setzten sich dafür ein. Die Versammlung gab sich den Namen "Gemeinsam für Vielfalt - Löhne gegen Rechtspopulismus und Rechtsextremismus".

Das Treffen war auf Initiative der Jusos, der Grünen Jugend und der AWO-Jugend zustande gekommen und soll als offenes Bündnis aller Demokraten fortgesetzt werden. "Wir müssen uns gesellschaftlich verbreitern", sagte Juso Alexander Sturm. Dr. Karsten Wilke von der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus ermunterte die Versammlung, den Kontakt zu allen gesellschaftlichen Gruppen zu suchen. "Es ist wichtig, dass das Bündnis breit aufgestellt und geschlossen ist. Das hat das Verbot des Collegium Humanum in Vlotho gezeigt."

Wilke lobte den Vortrag von Sturm, der die Ansichten der Justizopferhilfe und ihrer Anhänger am Beispiel ihres Internetauftritts darstellte. Sturm machte auf Antisemitismus, Verschwörungstherien und Verbindungen ins Neonazi-Netzwerk aufmerksam: "Gleich der erste Link auf deren Homepage führt zu bekannten Neonazis." Rechtsextreme seien nicht immer an Springerstiefeln zu erkennen, ergänzte Anil Sehirli.

Eine kurzfristige Demonstration am Freitag, 31. August, wurde von der Versammlung verworfen. Anil Sehirli wies auf entsprechende Anmeldefristen für Demonstrationen hin. Am Freitag um 18 Uhr hat die JOH angeblich die "Erstunterzeichner" der "Gründungsurkunde Germanitiens" zu einem Info-Abend ins Löhner Büro eingeladen.

Das nächste Treffen des Bündnis’ findet am 10. September um 19 Uhr in der Werretalhalle statt. Dort soll über eine Demonstration beraten werden.

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