Für Tim Tolges ist dieser in die Jahre gekommenen VW Golf viel zu schade für den Schrottplatz. - © FOTO: ANNA- LENA GÖßLING
Für Tim Tolges ist dieser in die Jahre gekommenen VW Golf viel zu schade für den Schrottplatz. | © FOTO: ANNA- LENA GÖßLING

LÖHNE Rost statt Chrom

Über 300 Autos beim 15. Internationalen Tuning-Treffen

VON ANNA-LENA GÖßLING

Löhne. Rostige Motorhaube, Kratzer und Dellen im Lack. Für den Schrottplatz bestens geeignet. Von wegen! Jedes Wochenende schrauben die Freunde Christopher Wissig und Tim Tolges an ihren Wagen. Dabei verhelfen sie ihren VW allerdings nicht zu neuem Glanz, sondern zu noch mehr Kratzern und noch mehr Dellen. Beim 15. Internationalen Custum & More Tuning Treffen am Sonntag auf dem Marktkaufparkplatz wurden die Beiden dafür sogar ausgezeichnet.

Jeweils einen Preis gab es für dieFreunde für ihr Auto und einen Pokal für die gemeinsame Präsentation. Mehrere Müllsäcke voll Laub, verrostete Blechtonnen und weiteren Müll hatten die beiden Autoliebhaber um ihre Wagen verteilt.

Gewertet wurden sie in der Rubrik "Ratten". Darunter fallen solche Autos, die sich nicht durch glänzenden Chrom und hochwertiges Zubehör auszeichnen, sondern durch ihren schrottreifes Erscheinungsbild.

"Wir sind schon seit sieben Jahren dabei. Unsere Ratten sind sozusagen eine Protestaktion gegen die Abwrackprämie. Wir wollen zeigen, dass auch diese Autos ihren Charme haben und nicht nur noch für den Schrottplatz gut sind", erklärt Christopher Wissig.

Auch Veranstalter Peter Zuhl freut sich, dass auch diese Art Autos den Weg zum Treffen gefunden haben.

"Die Rubrik Ratten gab es dieses Jahr das erste Mal bei uns. Insgesamt 15 von ihnen haben sich hier präsentiert, so viel wie noch nie auf einmal in dieser Gegend", freut er sich.

Ansonsten war das Treffen für ihn eher ernüchternd. Wegen des schlechten Wetters hatten sich nur etwa 350 Autos auf dem Marktkaufplatz eingefunden: "Das war relativ wenig. Dabei hatten wir für diejenigen, die dem Wetter getrotzt haben und zu uns gekommen sind, einiges zu bieten."

Neben den ausgestellten Wagen konnten die Besucher noch über die Händlermeile schlendern. Dort gab es von Autoteilen und Teppichen bis hinzu Aufklebern und Pflegemitteln alles was das Tunerherz begehrt.

Damit konnte das Löhner Treffen besonders bei Mirko Guhr punkten. "Mirko ist ein Tuner der ersten Stunde und schon oft bei uns gewesen. Mirko kommt aus der Nähe von der polnischen Grenze und hat 596km hinter sich gelassen, um zu uns zu kommen", erzählt Zuhl stolz.

Ganz so weit hatten es Christopher Wissig und Tim Tolges nicht. Sie kommen aus der Osnabrück und verließen den Marktkaufparkplatz fast als letzte. "Wir freuen uns, dass wir mit unserer Präsentation gewonnen haben. Allerdings haben wir jetzt auch die meiste Aufräumarbeit von allen", stöhnt Christopher Wissig und fegt das letzte Laub zusammen. Dann setzt er sich in seine Ratte und düst davon. Sein VW fährt nämlich noch prima und sei schon deshalb viel zu schade für die Müllpresse.

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