Martin Lorenz verbrachte Silvester mit seiner Frau Carola im Bielefelder Brauhaus. Nachdem der Zug nachts nicht nach Löhne fuhr, bekamen sie dort für weitere zwei Stunden Asyl. Bedienung Sarah Weidmann freute sich auf das schnelle Wiedersehen mit Martin Lorenz. - © Carola Lorenz
Martin Lorenz verbrachte Silvester mit seiner Frau Carola im Bielefelder Brauhaus. Nachdem der Zug nachts nicht nach Löhne fuhr, bekamen sie dort für weitere zwei Stunden Asyl. Bedienung Sarah Weidmann freute sich auf das schnelle Wiedersehen mit Martin Lorenz. | © Carola Lorenz

Löhne/Bielefeld Ehepaar Lorenz bekommt in der Silvesternacht nach Zugausfall Asyl im Brauhaus

An Silvester wollten Martin und Carola Lorenz um 1.45 Uhr wieder zurück nach Löhne. Die Eurobahn fuhr nicht, so ging das Paar wieder zurück zum Partyort

Susanne Barth

Löhne. Party, Pitcher, neue Bekannte: Das Löhner Ehepaar Martin und Carola Lorenz feierte zum ersten Mal im Bielefelder Brauhaus Joh. Albrecht ins neue Jahr. Der Silvesterabend war großartig, der Dämpfer kam dann aber am Bahnhof. Um 1.45 Uhr wollten die Lorenz’ den Zug zurück nach Löhne nehmen. Obwohl die Eurobahn am Gleis stand, fuhr sie nicht los. So suchte sich das Paar kurzerhand „nächtliches Asyl". In der Silvesternacht war der schmale Bahnsteig am Gleis 5 voll, beschreibt Martin Lorenz die Situation. Der Zug der Eurobahn stand schon am Gleis, war aber dunkel und verschlossen. Lorenz: „Wir dachten, das Personal kommt wohl erst noch." Doch weit gefehlt. Kurz vor der eigentlichen Abfahrt gab es eine Anzeige am Gleis: Zug fällt heute aus. Martin Lorenz wendet sich an die Eurobahn. Die entschuldigt sich via Mail. Marianne Klockow vom Kundencenter erklärt: „Der Zugausfall in Bielefeld resultierte aus einer kurzfristigen Krankmeldung auf die wir nicht mehr zeitnah reagieren konnten." Bereitschaften seien gegeben, doch durch die Größe des Liniennetzes könne nicht an jedem Haltepunkt ein Mitarbeiter anwesend sein. „Bis zur Übernahme eines Dienst kann dann eine Zugleistung leider ausfallen", so Klockow von der Eurobahn. "Bahnfahren wird zur Lotterie" Für Lorenz ein Ärgernis. Er kritisiert, dass das „bei den Privatbahnen mit Minimum an Personal und Zügen Gang und gebe" sei. Aus langjähriger Erfahrung beim Bahnfahren weiß der Löhner, dass es bei den neuen privaten Länderbahnen kein Ersatzpersonal und keine Ersatzfahrzeuge gibt. „Das führt zum ständigen Ausfall und das Fahren mit der Bahn wird zu einem Lotteriespiel." Was nun also tun? Die nächste Bahn fuhr erst in über zwei Stunden nach Löhne und wer schon mal ein Taxi ohne Vorbestellung in der Silvesternacht bekommen wollte, weiß wie schwierig das ist. So gingen Martin und Carola Lorenz kurzerhand wieder zurück zum Brauhaus. „Dort wurde ein offenes Ende angekündigt", erzählt Lorenz am Telefon und darauf hoffte das Paar. Das Brauhaus war glücklicherweise noch geöffnet und so ging es um 2 Uhr wieder an den Tisch 131. „Unsere Bedienung Sarah Weidmann freute sich, dass wir schon 45 Minuten nach der Verabschiedung wieder da waren." Hilfreich sei sie ohnehin gewesen. Weidmann schaute noch einmal nach, ob denn der nächste Zug der Westfalenbahn um 4.26 Uhr führe, laut Plan schon. „So verbrachten wir noch schöne ungewollte zwei Stunden im Brauhaus, und der erste Zug fuhr wirklich." "Eurobahn will Rechnung zahlen" Um den „verständlichen Unmut" zu schmälern, hat die Eurobahn dem Ehepaar angeboten, die Erstattung des Verzehrs während der Wartezeit übernehmen. Dabei handelt es sich laut Lorenz um 25 Euro. „Wir haben noch zwei Pitcher Leineweberbier getrunken. Wir nehmen die Entschuldigung an und lassen uns das Bier bezahlen." Den Jahresübergang werden die Lorenz’ also so schnell nicht vergessen. Nicht nur wegen des ärgerlichen Zugausfalls und dem tollen nächtlichen Asyl. „Wir haben an diesem Abend ein tolles Ehepaar aus Spenge kennengelernt. Nächstes Jahr wollen wir direkt gemeinsam feiern."

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