Sebastian Krüger, 1. Vorsitzender vom SVLO im neuen Werretalstadion. - © Dirk Windmöller
Sebastian Krüger, 1. Vorsitzender vom SVLO im neuen Werretalstadion. | © Dirk Windmöller

Löhne Für knapp 900.000 Euro ist das Werretalstadion runderneuert

Kunstrasenplatz für die Fußballer, eine neue Wurfanlage für die Leichtathleten. Der Sportplatz Brückenhaus wird aufgegeben und soll bebaut werden

Windmöller

Löhne. Für einen Handballer macht er das gar nicht schlecht. Bürgermeister Bernd Poggemöller läuft an, tritt den Ball und Klaus Schulz, der eigentlich Kassierer des SVLO ist, hat etwas Mühe, den Ball vor dem Tor abzuwehren. Die Männer waren zur Übergabe des neuen Kunstrasenplatzes im Werretalstadion gekommen. Und einfach nur am Rand stehen und ein paar Worte sagen, ist nicht die Sache des Bürgermeisters. Ein paar Testschüsse müssen schon sein. Im Juli begann der Bau des Kunstrasenplatzes. Für die Fläche und den Bau der neuen Wurfanlage mussten rund 2.500 Kubikmeter Boden bewegt werden. „Gestern sind wir fertig geworden. Auf dem Rasen kann ab sofort gespielt werden", sagt Projektleiter Thomas Jöstingmeier von der Stadt. Der Regen am Dienstag hat nur die Linierungsarbeiten für die Laufbahn unterbrochen. „Die hätten noch eineinhalb Stunden gebraucht." „Kunstrasen und Speerwerfen vertragen sich nicht so gut" Bürgermeister Bernd Poggemöller freut sich über das runderneuerte Werretalstadion. „Es ging hier nicht nur um den neuen Rasenplatz für die Fußballer. Auch für die Leichtathleten wollten wir gute Bedingungen schaffen." Die Leichtathleten brauchten eine neue Wurfanlage für Speer und Diskus. „Kunstrasen und Speerwerfen vertragen sich nicht so gut", sagt der Bürgermeister. Die Vertreter der beiden Vereine, die das Stadion künftig nutzen werden, sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Sebastian Krüger, 1. Vorsitzender des SV Löhne Obernbeck, freut sich, dass die Fußballer in Zukunft nicht mehr auf Asche spielen müssen. „Vielleicht machen wir noch mal eine Abschlusstrainingseinheit am Brückenhaus. Das wars dann aber auch", sagt er. Vermissen wird er den Aschenplatz zwar nicht, wohl aber die Atmosphäre. „Weil es dort sehr klein ist, reichten relativ wenig Zuschauer um Stimmung zu machen." Michael Schelp, 1. Vorsitzender des TV Löhne-Bahnhof, ist ebenfalls sehr zufrieden: „Hier wurde viel Rücksicht auf unseren Verein genommen. Wir haben jetzt eine Sportanlage, die sich sehen lassen kann." Perfekt wäre es, wenn die Sportler jetzt noch ein neues Vereinsheim bekommen würden. 80.000 Euro für die Flutlichtanlage Auch das Gymnasium profitiert von der neuen Anlage. „Jetzt haben wir auch im Winter die Chance, bei entsprechendem Wetter, draußen Sport zu machen. Das war bisher nicht möglich", sagt Schulleiterin Anja Backheuer. Der Platz ist ziemlich wetterfest. An seine Grenzen stößt er bei Schnee. „Ich kenne einen Fall aus der Region, da hat ein Verein den Platz vom Schnee befreien wollen. Beim Schneeschieben wurde aber auch das Granulat mit rausgeschoben. Dabei ist ein Schaden zwischen 5.000 und 10.000 Euro entstanden", sagt Projektleiter Thomas Jöstingmeier. 813.000 Euro haben die Bauarbeiten für das runderneuerte Stadion gekostet. Dazu kamen noch 80.000 Euro für die Flutlichtanlage. „90 Prozent der Kosten wurden von Land und Bund gefördert", sagt Poggemöller. Die Experten gehen davon aus, dass der Kunstrasenbelag zwischen 12 und 15 Jahren halten wird. „Die Schicht unter dem Rasen hat sogar eine Lebensdauer von 30 bis 45 Jahren", sagt Jöstingmeier. Durch die neue Kunstrasenfläche wird der Sportplatz am Brückenhaus nicht mehr gebraucht. „Wir haben schon vor einiger Zeit festgestellt, dass wir zu viele Sportflächen haben", so Poggemöller. Der Platz am Brückenhaus soll mittelfristig zu Bauland werden. Das haben städtische Gremien bereits beschlossen.

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