Jobcoach Nora Mohsni mit Teilnehmer der Projektwerkstatt des Jobcenters. - © Susanne Barth
Jobcoach Nora Mohsni mit Teilnehmer der Projektwerkstatt des Jobcenters. | © Susanne Barth

Löhne Perspektiv-Werkstatt Löhne gibt Jobsuchenden neue Hoffnung

Das Projekt des Jobcenters ist erfolgreich. Von 111 Teilnehmern haben 66 bereits eine Arbeit gefunden

Susanne Barth

Löhne/Kreis Herford. 15 Laptops, 15 Teilnehmer, 3 Jobcoaches: Die Perspektiv-Werkstatt Löhne setzt auf Gruppendynamik bei der Jobsuche. Dabei geht es intensiv und konkret zu. Die arbeitssuchenden Teilnehmer lernen nicht, was in einer perfekten Bewerbung stehen sollte, sondern fertigen mithilfe der Coaches ein Schreiben zu einem Job an, den sie haben wollen. Dass das Konzept „aktives Bewerben" funktioniert, zeigen die Zahlen. Bei vielen Arbeitslosen ist der Wille, sich um eine Arbeit zu bemühen da, doch im Alltag kommen sie häufig nicht dazu, eine Bewerbung anzufertigen, weiß Heike Boudount aus Erfahrung und denkt an die alleinerziehende Mutter mit Kind. Auch gehe häufig nach einigen Bewerbungsschreiben und dem Warten auf eine Zusage die Motivation verloren. Dem steuert die Perspektiv-Werkstatt entgegen. Die Teilnehmer bekommen hier nicht nur Rat und Tipps, sondern fertigen konkrete Bewerbungen direkt an. Für über 25-jährige Teilnehmer Die Perspektiv-Werkstatt hat im Februar seine Arbeit im Jobcenter Löhne begonnen. Nach zehn Monaten kann das Projekt, für das Heike Boudount, Nora Mohsni und Patrick Hohmann verantwortlich sind, beachtliche Zahlen vorweisen. 111 Teilnehmer haben das Modell durchlaufen, davon haben 66 einen sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplatz gefunden. „Wir sind stolz darauf, was die drei Kollegen in Löhne aufgebaut haben", sagt Klaus Binnewitt, Geschäftsführer des Jobcenters Herford. In der Perspektiv-Werkstatt steht das Arbeiten in der Gruppe für über 25-Jährige im Fokus. Niemand ist hier auf sich allein gestellt. Jeder Teilnehmer profitiert von anderen, von ihren Erfahrungen und Tipps. Maximal acht Wochen lang treffen sich 15 Teilnehmer dreimal in der Woche für drei Stunden. Wer erfolgreich eine Arbeit gefunden hat, beendet das Projekt vorzeitig und ein anderer Arbeitssuchender rückt nach. "Das Projekt gibt mir Sicherheit" Dabei achtet das Jobcenter auf eine gemischte Gruppe: „Vom Produktionsmitarbeiter bis hin zum Ingenieur ist hier alles dabei", sagt Boudount. Die Heterogenität sei wichtig: „Hier soll keine Konkurrenzsituation untereinander entstehen", sagt die Pressesprecherin Ursula Obereiner. So sucht ein Teilnehmer eine Arbeit im sozialen oder kaufmännischem Bereich, ein weiterer ist Betriebswirt, würde aber gerne eine neue Aufgabe übernehmen. „Ich bin positiv von dem Projekt überrascht", sagt ein Mann, der hier innerhalb von vier Wochen bereits sieben Bewerbungen geschrieben hat. „Die drei Mitarbeiter sind hilfreich und geben einem Sicherheit beim Schreiben. Das hat Hand und Fuß." Die Teilnehmer stammen aus dem ganzen Kreis Herford und machen freiwillig mit: „Wir zwingen hier keinen", sagt Arend Janzon, Geschäftsstellenleiter des Jobcenters Team Löhne. Die Fallmanager des Jobcenters, die ihre Kunden im Vieraugengespräch betreuen, fragen potenzielle Projektteilnehmer direkt an. „Da spielt die Motivation eine große Rolle", so Janzon. "Wir ziehen am gleichen Strang" Für Jobcoach Boudount, die einst Sozialarbeiterin gelernt hat, ist die Perspektiv-Werkstatt eine Win-Win-Situation: „Wir wollen alle das gleiche", sagt sie. „Wir wollen unsere Kunden in Arbeit bringen und unsere Kunden wollen eine Arbeit." Ob Verkäufer, Fleischer oder Lehrer, Lagerhelfer oder Kauffrau im Gesundheitswesen: 66 Menschen haben über die Perspektiv-Werkstatt erfolgreich eine Arbeit gefunden. Binnewitt: „Und zwar auf dem ersten Arbeitsmarkt." Eine Auflistung dessen hängt im Schulungsraum. Boudount: „Das motiviert zusätzlich. Und wenn es einer geschafft hat, freuen sich die anderen mit."

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