Gibt Gummi: Kartbahn-Betreiber Frank Truschkowski sitzt im Elektro-Kart auf dem ehemaligen Badmintonfeldern. Ab Samstag um 12 Uhr ist die Strecke buchbar. - © Ulf Hanke
Gibt Gummi: Kartbahn-Betreiber Frank Truschkowski sitzt im Elektro-Kart auf dem ehemaligen Badmintonfeldern. Ab Samstag um 12 Uhr ist die Strecke buchbar. | © Ulf Hanke

Löhne Kaisercenter bekommt eine Kartbahn

Freizeit: Der Motorpark "Am Wiehen" baut auf den Badminton-Feldern eine Indoor-Kartbahn. Hier sollen künftig Elektroautos ihre Runden drehen. Samstag um 12 Uhr ist Eröffnung

Ulf Hanke

Löhne. Das Kaisercenter brummt wieder oder besser: es quietscht. Samstag ab 12 Uhr scheuern dann allerdings keine Turnschuhe mehr, sondern Go-Kart-Reifen über die Badminton-Felder. Der Motorpark "Am Wiehen" öffnet eine neue Hallen-Rennstrecke in Löhne. Der Parcours soll eine Zweigstelle für den Motorpark in Preußisch Oldendorf werden, das kündigten die Betreiber Frank Truschkowski und André Senger am Montag an. Auf der 2.500 Quadratmeter großen Badminton-Fläche mit Schwingboden drehen bereits seit einigen Tagen elektrische Go-Karts testweise ihre Runden. Helfer haben einen 400 Meter langen Parcours mit ungezählten Autoreifen gesteckt. "Da muss Gummi drauf", sagt Rennstrecken-Betreiber Frank Truschkowski. Die Strecke ist noch ziemlich rutschig und muss erst eingefahren werden. Für die richtige Griffigkeit, im Rennfahrerjargon Grip genannt, sorgt der Reifenabrieb. Also genau das, was Hausmeister und Sportlehrer in Sporthallen strengstens untersagt haben: die Abdrücke von schwarzen Sohlen auf dem Hallenboden. Truschkowski dagegen geht auf Nummer sicher und gibt richtig Gummi: "Wir fahren die Karts erst einmal mit Regenreifen." Bis zu zehn Elektrokarts, die auf 7 bis 8 PS gedrosselt werden, stehen ab dem kommenden Wochenende im Löhner Kaisercenter bereit. Jedes Auto wiegt 170 Kilogramm und fährt bis zu 45 Kilometer pro Stunde. Nach und nach sollen bis zu 20 Karts im Kaisercenter fahren. Doch davor muss die Nutzungsänderung der alten Badmintonhalle von der Stadt Löhne genehmigt werden. "Sämtliche Papiere liegen vor und sind im Prinzip abgenickt", sagt Tim Schwarz, der die Kartbahn-Betreiber von Preußisch Oldendorf nach Löhne geholt hat. Schwarz betreibt eine Eventagentur und ist der Stratege hinter der wirtschaftlichen Neuausrichtung des Sportangebots im Kaisercenter. Die Pressesprecherin der Stadtverwaltung, Ursula Nolting, sagte dazu am Montag auf Anfrage: "Eine Genehmigung dafür ist grundsätzlich möglich." Allerdings liege der Verwaltung "bislang kein schriftlicher Antrag auf Nutzungsänderung" vor. Die Genehmigung für den Betrieb der Hallen-Kartbahn hänge auch davon ab, ob Sicherheits- und Brandschutzauflagen erfüllt werden. Nach Angaben der Kartbahn-Betreiber werden alle Auflagen erfüllt. Seit zwei Wochen schrauben André Senger, Frank Truschkowski und Holger Lindemann an der neuen Anlage herum. "Das ist eine ganz feine Sache", sagt Truschkowski. Die Kartbahnbetreiber sehen die Hallenstrecke als sinnvolle Geschäftserweiterung für den Winter. In Preußisch Oldendorf fahren die Karts nämlich draußen, in Löhne drinnen. Die Hallenflächen sind vom Kaisercenter gemietet. Für wie lange wollten die Kartbahnbetreiber nicht verraten. Auf den Badminton-Feldern sind bereits viele 100 Autoreifen platziert. Zwei Netze hängen allerdings noch. Die Felder sind von Spielern gebucht. Wenn diese letzten Spiele gespielt sind, ist es aber endgültig aus mit dem Federballsport im Kaisercenter. Unterm Strich sollen vom alten Sportangebot fünf Tennis- und drei Squashplätze nach Auskunft von Tim Schwarz erhalten bleiben. Auf einem Teil der Fläche soll eine Multi-Event-Halle entstehen. Dort könnte eine Nerf-Arena stehen, ein Spiel, bei dem sich Mannschaften gegenseitig mit Gummipfeilen abschießen. Außerdem soll es weiter Bubble-Soccer geben, eine Art Fußball, bei dem die Spieler selbst in großen Gummibällen stecken. Hallenfußball bleibt im Angebot des Kaisercenters. Einen Großteil der Einnahmen erzielt das Kaisercenter bereits über die Vermietung von Veranstaltungsräumen für Großhochzeiten. Neben der Kartbahn ist im großen Saal Platz für 1.000 Gäste, in zwei kleineren Sälen finden jeweils 150 und 80 Gäste Platz. "Samstags bis ins nächste Jahre ausgebucht", sagt Tim Schwarz. Die Hallenkartbahn ist für Löhne keine Premiere. Bis zum Jahr 2003 gab es in einer Gewerbehalle an der Gohfelder Kampstraße eine Indoor-Kartbahn.

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