Gut besucht: In der oberen Lübbecker Straße waren am letzten verkaufsoffenen Sonntag zum Oktoberfest viele Menschen unterwegs. Zum Weihnachtsmarkt wird es dieses Bild nicht geben. Die Einzelhändler lassen ihre Geschäfte am 17. Dezember geschlossen. - © Dirk Windmöller
Gut besucht: In der oberen Lübbecker Straße waren am letzten verkaufsoffenen Sonntag zum Oktoberfest viele Menschen unterwegs. Zum Weihnachtsmarkt wird es dieses Bild nicht geben. Die Einzelhändler lassen ihre Geschäfte am 17. Dezember geschlossen. | © Dirk Windmöller

Löhne Verkaufsoffener Sonntag in Mennighüffen gefährdet

Die Einzelhändler der Innenstadt haben ihren verkaufsoffene Sonntag zum Weihnachtsmarkt Winterzauber abgesagt. Mennighüffen will am 3. Dezember öffnen, darf es aber höchst wahrscheinlich nicht

Susanne Barth

Löhne. Ein Fest muss im Mittelpunkt stehen, nur dann ist es in NRW zulässig, dass Einzelhändler an wenigen Sonntagen ihre Geschäfte öffnen dürfen. Ein Weihnachtsmarkt fällt nicht unter diese Ausnahme. Zumindest in diesem Jahr. Das bekommt die Werbegemeinschaften Mennighüffen zu spüren. Sie würde ihre Läden am 1. Advent gerne öffnen, darf es aber nicht. Ein letztes Gespräch dazu mit dem Bürgermeister steht noch aus. Mennighüffen kämpft noch, die Innenstadtkaufleute haben ihren verkaufsoffenen Sonntag zum Winterzauber (16./17. Dezember) bereits abgesagt. Das liegt aber nicht am Gesetz. Zu wenige Einzelhändler seien bereit, mitzumachen. „Es herrschte in den vergangenen Jahren eine gewisse Unzufriedenheit über den verkaufsoffenen Sonntag zum Weihnachtsmarkt", sagt die Geschäftsführerin der Werbegemeinschaft Löhner Einzelhandel, Britta Lehmann. Die Manpower haben die Händler für das Frühlings- und Oktoberfest gebündelt Die Kaufleute wurden enttäuscht. „Wir haben es nicht geschafft, das Publikum des Winterzaubers zur Lübbecker Straße zu locken", gibt Lehmann offen zu. So ist die Werbegemeinschaft bereits im Frühjahr zu dem Konsens gekommen, nur zwei verkaufsoffene Sonntage in diesem Jahr anzuvisieren. Die Manpower haben die Einzelhändler für das Frühlings- und Oktoberfest gebündelt. Lehmann: „Das war allen wichtiger." Anders sieht es in Mennighüffen aus. Hier wollen die Händler an der Lübbecker Straße zum Adventsmarkt Mennighüffen (2./3. Dezember) „sehr gerne" ihre Geschäfte sonntags öffnen. Hier kommt – wie schon häufiger in diesem Jahr – die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi ins Spiel. Denn Verdi wehrt sich massiv gegen die Ladenöffnung an Sonntagen. Damit war die Gewerkschaft in diesem Jahr auch äußerst erfolgreich. Verkaufsoffene Sonntage in ganz Nordrhein-Westfalen mussten abgesagt werden, weil etliche Gerichte den besonderen Einkaufstag kippten. Advents- und Weihnachtsmärkte seien kein ausreichender Anlass, heiße es In Löhne gab es bisher drei verkaufsoffene Sonntage. Neben dem Frühlings- und Oktoberfest, durfte auch beim Mennighüffer Sommer durch die Läden gebummelt werden. Bei all diesen Gelegenheiten war der Anlassbezug gegeben. Bei den Weihnachtsmärkten macht Verdi den Mennighüffer Einzelhändlern jetzt aber wohl einen Strich durch die Rechnung. Das Ordnungsamt der Stadt Löhne hat nach der gesetzlichen Grundlage entschieden und den verkaufsoffenen Sonntag zum Adventsmarkt verboten. „Wir sind davon völlig überrascht", sagt Frank Michael Wuff, Marktleiter bei Expert Döring. Im vergangenen Jahr sei eine Sonntagsöffnung im Advent noch genehmigt worden. „Jetzt heißt es, Advents- und Weihnachtsmärkte seien kein Anlass", ergänzt Regina Nagel, Vorsitzender der Einkaufsmeile Mennighüffen. Ganz aufgegeben hat die Werbegemeinschaft die Hoffnung noch nicht Laut Nagel gab es eine „klare Aussage" von der Stadt. „Deswegen haben wir die Ankündigung auch auf unseren Flyern zum Weihnachtsmarkt raus genommen." Es sei schade, „wir feiern den Adventsmarkt seit etlichen Jahren und immer hatten wir die Geschäfte auf". Besonders ärgerlich findet Wuff, dass die neue Landesregierung das Gesetz um die verkaufsoffenen Sonntage lockern möchte. Der neue Gesetzesentwurf liege dem Parlament vor, doch entscheiden müssen die Städte noch nach alten Grundlagen. Ganz aufgegeben hat die Werbegemeinschaft Mennighüffen die Hoffnung aber noch nicht. Sie ist mit der Stadt noch im Gespräch. „Die Stadt versucht die Einzelhändler zu unterstützen, im Rahmen unserer gesetzlichen Möglichkeiten", sagt Sprecherin Ursula Nolting.

realisiert durch evolver group