Organisieren gemeinsam die Aktion: Die Inhaber der Bäckerei Rost, Tanja und Sascha Rost, mit Pfarrer Rolf Bürgers, der für den Fototermin extra ins Luthergewand geschlüpft ist. - © Susanne Barth
Organisieren gemeinsam die Aktion: Die Inhaber der Bäckerei Rost, Tanja und Sascha Rost, mit Pfarrer Rolf Bürgers, der für den Fototermin extra ins Luthergewand geschlüpft ist. | © Susanne Barth

Löhne Obernbecker Konfirmanden backen Lutherbrot

Wie vor 500 Jahren: Bäcker Sascha Rost und die Jugendlichen stellen die Backerzeugnisse aus Urgetreiden her. Verkauf an mehreren Tagen vor der Bäckerei und der Gemeinde. Der Erlös fließt in die Kinder- und Jugendarbeit

Susanne Barth

Löhne. Für die Konfirmanden der Kirchengemeinde Obernbeck geht es in die Backstube. Gemeinsam mit dem Inhaber der Bäckerei Rost backen die Jugendlichen ein Lutherbrot. Schöne Kruste, altes Getreide, 750 Gramm: Das reine Mehlbrot ohne Körner hätte schon zu Luthers Zeiten gebacken werden können. „Wir verwenden die Urgetreide Emmer und Einkorn, die gab es auch schon vor 500 Jahren“, sagt Bäcker Sascha Rost. Kneten, formen, backen: Jeden Schritt des Brothandwerks machen die Konfirmanden am letzten Oktoberwochenende mit. Es ist die zweite Aktion, die die Steinofenbäckerei gemeinsam mit der Kirchengemeinde Obernbeck durchführt. 2014 hat der damalige Konfijahrgang 5.000 Brote für die Welt gebacken, passend zum Reformationsjubiläum heißt es diesmal 500 Jahre Luther – 500 Brote für Obernbeck.Brot ist ein Stück Erinnerungskultur Das Lutherbrot hat die Bäckerei schon erprobt: „Wir haben es schon im Programm, es ist in Obernbeck sehr gut angekommen“, sagt Sascha Rost. Das Backen von Reformationsbrötchen oder Reformationsbrot ist eine Tradition aus Mitteldeutschland. Es ist ein Stück Erinnerungskultur. Martin Luther verstand unter Brot viel mehr als nur etwas zu Essen. Das tägliche Brot war für ihn auch Kleider, Acker, Gesundheit, Frieden. Das Lutherbrot stehe stellvertretend für alles was der Mensch braucht. „Für uns entstehen damit gleich zwei Bezüge“, sagt Pfarrer Rolf Bürgers. Es gehe um den historischen Bezug, da Urgetreidesorten verwendet werden, als auch um den Bezug zur Schöpfungsgeschichte. Toll findet der Pfarrer es auch, dass die Konfirmanden das Bäckerhandwerk direkt vor Ort erfahren. „Ich backe auch selber gerne, es ist ein toller Beruf“, sagt Bürgers. Leicht nussig schmecke das Brot durch die Getreidesorten Emmer und Einkorn, informiert der Bäcker. Eine besondere Note des Lutherbrotes erreicht Sascha Rost auch durch den Steinbackofen. „Das macht den Geschmack aus.“Drei Verkaufstage Das Brot kann bei drei Gelegenheiten erworben werden: Sonntag, 29. Oktober, an der Christuskirche Obernbeck, direkt nach dem Gottesdienst, Montag, 30. Oktober, von 10 bis 13 Uhr vor der Bäckerei Rost und dem Getränkehandel Windmann und am Dienstag, 31. Oktober, an der Kirche in Mennighüffen, nach dem besonderen Reformationsgottesdienst. Dafür haben sich alle Gemeinden in Löhne zusammengeschlossen. „Es ist ein ökumenischer Gottesdienst“, kündigt Bürgers an. Er beginnt um 11 Uhr. Anschließend ist das Backerzeugnis bis zu Totensonntag in der Bäckerei Rost zu haben. Von jedem dort verkauften Lutherbrot gehen 1 Euro an die Kinder- und Jugendarbeit der Kirchengemeinde Obernbeck. Bei den besonderen Verkaufstagen fließt der komplette Verkaufspreis in die Gemeinde.

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