Mit dem Podenko-Mix Coffee nimmt Zoey (16) an der Europa- und Weltmeisterschaft im Canicross teil. Mit ihrer Mutter Manuela Grothe teilt sie die Liebe zu Hunden und einem gemeinsamen sportlichen Ausgleich. - © Susanne Barth
Mit dem Podenko-Mix Coffee nimmt Zoey (16) an der Europa- und Weltmeisterschaft im Canicross teil. Mit ihrer Mutter Manuela Grothe teilt sie die Liebe zu Hunden und einem gemeinsamen sportlichen Ausgleich. | © Susanne Barth

Löhne Schülerin Zoe fährt mit Hund Coffee zur Canicross-WM

Weniger als ein Jahr lang trainiert die 16-Jährige mit dem jungen Podenco-Mix den Geländelauf. Das Duo ist so gut, dass sie bei der EM und WM an den Start gehen

Susanne Barth

Löhne. Coffee ist schon ganz aufgeregt. Er jault und wedelt mit dem Schwanz, will endlich los rennen. Im Kofferraum wartet er dennoch ganz geduldig ab, bis ihm Zoe Grote das Geschirr angelegt hat. Auf ihr Zeichen springt er raus, lässt sich kurz kraulen und schon kann die Trainingseinheit beginnen. Die beiden machen die Sportart Canicross und gehen am Wochenende bei der Europameisterschaft in Italien an den Start. Die 16-jährige Schülerin und der Podenco-Mix sind ein Herz und eine Seele. Als Notfall kam Coffee im November des vergangenen Jahres in die Familie. Er wurde vom Tierschutz aus einer Tötungsstation befreit. „Ein Pflegehund doch Zoe hat sich verliebt", erinnert sich Mutter Manuela Grote. Coffee blieb. „Zoe hat versprochen, sich um ihn zu kümmern, nur so konnte er bei uns bleiben." Nun komplimentiert der fast Zweijährige die Hundefamilie. Gemeinsam mit Schiva (Bordercolli-Husky-Schäferhund-Mix) und Milo (Husky) lebt er seitdem bei den Grotes in Löhne. Leine ist ausgerüstet mit einem Panikhaken Zoe und Coffee das passt. Nicht nur vom Herz her, sondern auch sportlich. Gemeinsam machen sie Canicross. Bei dem Geländelauf ist der Hund mit dem Sportler durch eine flexible Leine verbunden. Zoe hat dafür einen Hüftgurt um, der ähnlich wie bei einer Kletterausrüstung aussieht. Das Ende der Leine ist an Coffees Geschirr befestigt. „Zwei Meter lang ist diese", sagt Zoe, „und ausgerüstet mit einem Panikhaken." Der sei wichtig, um die Verletzungsgefahr zu minimieren. Mit dem Panikhaken lässt sich mit einem Griff die Verbindung zwischen Hund und Läufer lösen. Das ist Voraussetzung, um an anerkannten Rennen teilnehmen zu dürfen. Seitdem der Podenco-Mix in der Familie ist, wird er sportlich mit eingebunden. Mit den anderen zwei Hunden macht Manuela Grote Dogscooting. Bei dieser Sportart wird der Mensch vom Hund auf einem Roller gezogen. Auf Dogscooting ist Manuela Grote 2015 aufmerksam geworden. Bei der Hundetrainerin Anett Kämpfer aus Löhne hat sie mit Schiva einen Kurs belegt. „Ich suchte was zum Auslasten. Schiva hat immer so stark an der Leine gezogen", erinnert sie sich. Der Outdoorsport hat Hund und Frauchen gefallen. Seitdem sind sie am Ball geblieben. „Für einen Kilometer brauchen sie drei Minuten" Dogscooting macht Zoe auch Spaß. „Aber durch das Laufen fühle ich mich ausgelasteter", sagt die Schülerin. So ist sie zum Canicross gekommen. Das gefällt nicht nur Zoe, sondern auch dem Hund. „Coffee hat einen tierischen Drang nach vorne und will immer erster sein." Das hat bisher auch sehr erfolgreich funktioniert. Bei den verschiedensten Rennen ist das Team an den Start gegangen und Anfang Mai hat sich Zoe für die EM in Italien und die WM in Polen beworben. Die Leistungen der beiden waren so gut, dass sie gleich bei beiden Rennen mitmachen dürfen. Für die EM in Italien sind Mutter und Tochter mitsamt Vierbeiner gestern losgefahren. Am Samstag, 14. Oktober, wird es dann Ernst. „Ich hatte nicht gedacht, dass ich da mitmachen darf, es ist echt krass, ich bin schon gespannt", sagt Zoe. Um ordentlich fit zu sein, sind Zoe und Coffee jeden zweiten Tag unterwegs gewesen. Besonders schön ist die Strecke durch den Ulenburger Wald. Dabei geht es ganz schön zur Sache. Coffee sprintet los, Zoe hinterher. „Für einen Kilometer brauchen sie drei Minuten", sagt Grote. Dieses enorme Tempo halten Hund und Läufer ganz schön lange durch. Die kurze Strecke ist 2,6 Kilometer lang, es gibt aber auch Langstrecken. „Am Anfang wäre ich fast gestorben bei dem Tempo, aber jetzt geht es", sagt Zoe und lacht. „Es ist ein guter Ausgleich zur Schule."

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