Geschafft: Georg Busse in dem Moment, in dem das Ergebnis seiner Wahl zum Ersten Beigeordneten der Stadt Bad Oeynhausen bekanntgegeben wird. - © Ulf Hanke
Geschafft: Georg Busse in dem Moment, in dem das Ergebnis seiner Wahl zum Ersten Beigeordneten der Stadt Bad Oeynhausen bekanntgegeben wird. | © Ulf Hanke

Bad Oeynhausen Löhner Doppelspitze für die Kurstadt

Georg Busse, bislang Dezernent und allgemeiner Stellvertreter des Löhner Bürgermeisters Bernd Poggemöller, wurde gestern vom Stadtrat zum Beigeordneten von Bad Oeynhausen gewählt.

Jörg Stuke

Verstärkung aus der Nachbarstadt: Georg Busse wurde gestern Abend vom Rat der Stadt Bad Oeynhausen zum neuen Ersten Beigeordneten der Kurstadt gewählt. Er wird am 21. Februar 2018 den bisherigen Beigeordneten Peter Brand ablösen, dessen dritte Amtszeit dann abläuft. Busse ist bislang in ähnlicher Position in Löhne tätig: Dort ist der 54-Jährige zwar nur Dezernent und nicht Beigeordneter, aber auch allgemeiner Stellvertreter des Löhner Bürgermeisters Bernd Poggemöller. Damit sind die beiden Spitzenposten der Bad Oeynhausener Stadtverwaltung künftig mit Löhnern besetzt. Denn auch Bürgermeister Achim Wilmsmeier kommt aus der Nachbarstadt. Wahl der anderen Beigeordnetenposten Auch die beiden anderen Beigeordnetenstellen besetzte der Rat am Mittwochabend: Beigeordneter für „Bürgerdienste" wird Stefan Tödtmann, Technischer Beigeordneter wird Thomas Lüer, bislang Fachbereichsleiter für Stadtentwicklung und Liegenschaftsmanagement in Taunusstein (siehe Infokästen unten auf der Seite). Busse ist ein Bekannter Die unmittelbare Zusammenarbeit mit Bad Oeynhausen kennt Busse aus dem Wasserbeschaffungsverband „Am Wiehen", dessen kaufmännischer Betriebsführer er ist, und als Geschäftsführer der Aqua Magica GmbH. Seit 33 Jahren arbeitet der Mennighüffer bei der Stadtverwaltung Löhne. Unzufrieden sei er dort nicht, versicherte er der NW. „Aber wenn ich mich noch verändern will, dann jetzt," erklärte der 54-Jährige. Dem Rat sagte Busse: „Sie kennen mich, ich kenne Sie. Es spricht nichts dagegen, dass wir enger zusammenarbeiten." Das sah der Rat genauso. Einstimmig wählten die Politiker den parteilosen Georg Busse, ebenso den neuen Technischen Beigeordneten Thomas Lüer. SPD-Mitglied Stefan Tödtmann musste dagegen auf die Stimmen von CDU und FDP verzichten, er wurde aber mit der Mehrheit von 22 Stimmen bei 14 Gegenstimmen auch ins neue Amt gewählt. Poggemüller bedauert Weggang „Ich bedaure sehr, dass Georg Busse geht", sagte Löhnes Bürgermeister Bernd Poggemöller. Dass Achim Wilmsmeier ihm quasi den Stellvertreter weggelockt habe, nehme er seinem Amtskollegen nicht übel, versicherte Poggemöller. „Ich habe Verständnis für die Entscheidung Georg Busses. Aber ich hätte gern mit ihm weiter zusammengearbeitet." Die Lücke, die Busse in Löhne reißt, ist eine doppelte: Neben seiner Funktion als Dezernent und allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters ist Busse seit September 2013 auch Betriebsleiter der Wirtschaftsbetriebe Löhne. „Diese Organisationsstruktur ist ja auf die Person Georg Busse zugeschnitten", so Poggemöller. Ob man bei der Neubesetzung diese Struktur beibehalte, sei noch nicht entschieden. „Ich gehe aber davon aus, dass wir bis zum 21. Februar 2018 eine gute Lösung gefunden haben, so dass es einen reibungslosen Übergang gibt", sagte der Löhner Bürgermeister. Frage des Stellvertretenden Bürgermeisters ist noch offen Ob Busse als Erster Beigeordneter auch in Bad Oeynhausen Stellvertreter des Bürgermeisters wird, ist indes noch nicht entschieden. Beobachter erwarten dies zwar. Die Entscheidung darüber aber müsse der Rat fällen, nachdem Busse sein Amt als Beigeordneter angetreten habe, erläuterte Stadt-Pressesprecher Volker Müller-Ulrich. „Für mich ist die Besetzung der drei Beigeordneten-Stellen nach einem intensiven Auswahlverfahren ein Meilenstein bei der Umsetzung der Strukturreform in der Verwaltung", erklärte Bürgermeister Achim Wilmsmeier. „Es geht mir darum, die Arbeit der Verwaltung in allen Bereichen effizienter, straffer und zukunftsfähig zu gestalten. Die neuen Beigeordneten sind ein wichtiges Bindeglied zwischen Verwaltung und Politik", so der Bad Oeynhausener Bürgermeister. Beigeordneter für „Bürgerdienste" Stefan Tödtmann wird künftig in der Stadtverwaltung als Beigeordneter für die Bereiche Jugend, Bildung, Soziales, Sicherheit und Ordnung verantwortlich sein, die kurz unter „Bürgerdienste" zusammengefasst werden. Der 54-Jährige kommt aus Kirchlengern und arbeitet seit 1994 bei der Stadtverwaltung Bad Oeynhausen. Seit 2007 leitet er die Stabsabteilung Steuerungsunterstützung, seit dem 1. Januar 2017 ist er kommissarischer Leiter des Fachbereichs Jugend und Bildung. Tödtmann ist Fraktionsvorsitzender der SPD im Gemeinderat von Kirchlengern. Als Beigeordneter wird er unter anderem für die Kindergarten-Bedarfspläne, die Schulentwicklungspläne und das Feuerwehr Ehrenamtskonzept zuständig sein. „Das alles möchte ich gern an verantwortlicher Stelle weiter entwickeln", so Tödtmann. Technischer Beigeordneter Thomas Lüer wird Technischer Beigeordneter der Stadt Bad Oeynhausen. Der 56-Jährige ist derzeit Fachbereichsleiter für Stadtentwicklung und Liegenschaftsmanagement in Taunusstein, einer 30.000 Einwohner-Stadt sieben Kilometer von Wiesbaden. Nach einer Ausbildung zum Forstwirt studierte er zuerst Landespflege, dann Architektur. 1991 begann er seine Tätigkeit bei der Stadtverwaltung von Bad Lippspringe, 2012 wechselte er nach Taunusstein. Nun sei seine Frau in ihre ostwestfälische Heimat zurück, um den Vater zu pflegen. In Taunusstein habe sein Fachbereich ein Entwicklungskonzept mit über 100 Maßnahmen aufgestellt. „Ich habe das Integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept von Bad Oeynhausen gelesen. Das hat Spaß gemacht. Sehr anspruchsvoll", sagte Lüer. Er schätzt, dass er frühestens zum 1. Januar 2018 nach Bad Oeynhausen wechseln kann.

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