Noch in den Anfängen: Die Schüler der Grundschule Mennighüffen-Ost mit Schulleiterin Sandra Grube, Musikschulleiter Gerhard Sowa, Musiklehrerin Monika Krawulski und Musiklehrer Andreas Spillmann. - © Julia Heidemann
Noch in den Anfängen: Die Schüler der Grundschule Mennighüffen-Ost mit Schulleiterin Sandra Grube, Musikschulleiter Gerhard Sowa, Musiklehrerin Monika Krawulski und Musiklehrer Andreas Spillmann. | © Julia Heidemann

Löhne Projekt an der Grundschule Mennighüffen-Ost: Vom ersten Ton zum Streichorchester

Zwölf Kinder haben die Chance in der Schule ein Streichinstrument zu erlernen. In zwei Jahren möchte Gerhard Sowa aus den Zweitklässlern ein Orchester formen

Julia Heidemann

Löhne. Ein Musikinstrument zu erlernen bedeutet Fleiß, Ehrgeiz und eine Menge Spaß. Doch der Weg dahin, sein Instrument kennen zu lernen und aus den vielen Möglichkeiten der Instrumentengruppen das Richtige zu finden, ist für viele ein erster großer Schritt. Die Musikschule Löhne arbeitet schon seit vielen Jahren mit der Grundschule Mennighüffen-Ost zusammen und unterstützt die Schüler in Sachen Musik. Neben „Kultur entdecken" hat die Musikschule nun ein neues Projekt auf die Beine gestellt. Elf Kinder der zweiten Klassen und eine Schülerin der dritten Klasse haben für zwei Jahre die Chance Streichinstrumente wie Violine, Viola, Violoncello und Kontrabass zu erlernen. Am Ende möchte sie Musikschulleiter Gerhard Sowa zu einem Streichorchester formen. Für zwei Jahre heißt es für die Kinder nun jeden Donnerstag das Instrument mitbringen. Einmal in der Woche kommen Streichfachleitung Monika Krawulski und Streichlehrer Andreas Spillmann der Musikschule Löhne in den Musik-Gruppenraum der Grundschule, um den Kindern den Umgang mit den Instrumenten näherzubringen. „In den ersten Stunden lehren wir den Kindern erst einmal die Umgangsweise und Wertschätzung mit solch teuren Instrumenten", sagt Monika Krawulski. Sie stellt den Kindern vorab Fragen, ob sie Fußbodenheizung Zuhause haben oder ob noch kleinere Geschwister da sind. „Ich lege meine Geige in meinen Schrank, da findet die niemand", sagt Anastasia stolz. Zwei neue Bässe angeschafft Nach Hause nehmen durften die Kinder die Instrumente noch nicht. „Wir müssen ihnen erst einmal zeigen, wie sie ihr Instrument ein- und auspacken sollen und wo sie anfassen dürfen, dass nichts kaputt geht", erklärt Andreas Spillmann. In einem kleinen Kreis sollen sich die Schüler, die sich die Violine ausgesucht haben, stellen damit der Lehrer ihnen den Umgang beibringen kann. „An den Haaren berühren ist strengstens verboten", sagte er den Kindern und alle fünf Violinisten hören aufmerksam zu. Entstanden ist die Idee durch Streichfachleitung Monika Krawulski. „Ich arbeite schon lange mit Streicherprojekten", sagt die Lehrerin. Mit ihrem Übungsheft „Die Schneckenklasse" begleitet sie schon lange Kinder in Grundschulen. „Unsere Zusammenarbeit mit den Grundschulen ist für die Kinder, aber auch für uns etwas Schönes. Die Kinder können erste Erfahrungen mit den Instrumenten und der Musik machen und können alles ausprobieren", sagt Gerhard Sowa. Ausgesucht haben die Schüler ihre Instrumente selbst. „ Wir haben schon einen Schnuppervormittag veranstaltet, so konnten die Eltern das Projekt kennenlernen und die Kinder die einzelnen Instrumente ausprobieren", sagt Schulleiterin Sandra Grube. „Überraschender Weise haben sich genau die richtige Anzahl von Kindern angemeldet", sagt Sowa erstaunt. Finanziert wurde ein Teil der Instrumente vom Förderverein der Musikschule. Der andere Teil der Instrumente ist aus dem Bestand der Musikschule. „Zwei Kinder haben sich für das Erlernen des Kontrabass’ entschieden, dafür wurden extra zwei 1/10 Bässe angeschafft", so Monika Krawulski. Die rund 1.100 Euro teuren Instrumente dürfen die Kinder nun mit nach Hause nehmen. Für nun zwei Jahre sind sie die treuen Begleiter der Schüler.

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