Spielen hinter dem Vorhang: Leon Sowa am Spieltisch der Orgel in der Wuppertaler Stadthalle. - © Gerd Sowa
Spielen hinter dem Vorhang: Leon Sowa am Spieltisch der Orgel in der Wuppertaler Stadthalle. | © Gerd Sowa

Löhne Organist Leon Sowa erfolgreich bei Wettbewerb

Wuppertaler Musiksommer: Der Löhner kommt als jüngster Teilnehmer bei den internationalen Wertungsspielen unter die ersten Zehn

Dirk Windmöller

Löhne. Die Finger von Leon Sowa fliegen über die Tasten. Gleichzeitig bewegen seine Füße die Pedale in der Siemshofer Kirche. Der 18-Jährige spielt gerne an dieser Orgel und zaubert auf dem Instrument eine Melodie, die für ungeübte Ohren sehr gewöhnungsbedürftig ist. Zu hören ist „7éme Saga" von Jean Guillou. „Das ist total abgehobene moderne Musik", sagt Sowa. Dieses Stück hat er auch auf dem internationalen Orgelwettbewerb im Rahmen des Wuppertaler Musiksommers gespielt. Dort ist er als jüngster Teilnehmer angetreten und unter den ersten Zehn gelandet. An dem Wettbewerb beteiligten sich in diesem Jahr über 30 junge Organistinnen und Organisten aus elf Nationen. Zehn von ihnen lud die hochkarätig besetzte Jury – der Kölner Domorganist Winfried Bönig, die lettische Star-Organistin Iveta Apkalna und der international renommierte französische Organist und Komponist Naji Hakim – zu den Wertungsspielen nach Wuppertal ein. In die Auswahl für den Wettbewerb kam längst nicht jeder talentierte Organist. „Man musste vorher zeigen, was man drauf hat", sagt Vater Gerd Sowa. Er hat seinen Sohn zum Wettbewerb begleitet. Während des Spiels blättert er die Noten um. „Das ist eine große Verantwortung. Wenn ich da zu früh oder zu spät bin, dann kann ich Leon in große Schwierigkeiten bringen", sagt er. Der Musikstudent ist 18 Jahre alt spielt als jüngster Teilnehmer In der Herforder Marienkirche (Stiftberg) spielte Leon Sowa einige Stücke auf einem mobilen Aufnahmegerät ein. Damit konnte er die Jury von seinen Fähigkeiten überzeugen und wurde zum Wettbewerb eingeladen. Der Musikstudent spielte als jüngster Teilnehmer. Ihr Können zeigen durften Organisten im Alter zwischen 18 und 35 Jahren. In Wuppertal mussten Sowa und seine Konkurrenten ein einstündiges Programm präsentieren. „Wir haben in der historischen Stadthalle gespielt", sagt Sowa. Die Stadthalle wurde im Juli 1900 als prächtiges Veranstaltungs- und Konzerthaus eröffnet. Zur Eröffnung dirigierte Johann Strauß. In der Halle steht auch eine der klanglich vielseitigsten Orgeln Deutschland. Sie wurde im Jahr 1989 von der Firma Westfälischer Orgelbau aus Höxter gebaut. „Die Orgel besitzt einen Spieltisch, der viele Meter entfernt vom eigentlichen Instrument im Saal steht. Das Spiel wird erschwert, weil wir immer noch die Zeitverzögerung zwischen Tastendruck und dem Erklingen des Tons einkalkulieren müssen", erklärt der Organist. Die Teilnehmer spielten hinter einem Vorhang, die Jury konnte sie nicht sehen Weil die Organistenszene eine kleine Welt ist, spielten die Teilnehmer des Wettbewerbs hinter einem Vorhang, so dass die Jury nicht sehen konnte, wer spielt. „So sollte jede Form von Voreingenommenheit ausgeschlossen werden", sagt Gerd Sowa. Beim Vorspiel sei er angespannt gewesen. „Man muss schon hellwach sein, sonst wäre man nicht konzentriert genug." Die Jury muss er überzeugt haben, sonst wäre er nicht unter die ersten Zehn gekommen. Nach der Bewertung habe er mit Jurymitglied Naji Hakim gesprochen. Der habe sich sehr zufrieden gezeigt. „Spieltechnisch und musikalisch hat alles gepasst. Nur die Registrierung hat sich die Jury anders vorgestellt." Genannt werden nur die ersten drei Plätze. „Wir haben gehört, dass er nah dran war am dritten Platz. Aber bei dem Wettbewerb so weit gekommen zu sein, ist ein toller Erfolg", sagt Gerd Sowa zufrieden. Hier die Sieger des Wettbewerbs: 1. Alberto Brigandi, 2 Eunwoo Lee, 3. Jihee Rhim.

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