Bleibt gelassen: Obwohl jemand direkt vor Hund Taylor einen Regenschirm aufspannt, bleibt der Stafford ruhig und macht keinen Mucks. Er orientiert sich ganz auf Frauchen Isabel Ocasek, die Auszüge aus einem Wesenstest zeigt. Fotos: Barbara Weitkamp - © Barbara Weitkamp
Bleibt gelassen: Obwohl jemand direkt vor Hund Taylor einen Regenschirm aufspannt, bleibt der Stafford ruhig und macht keinen Mucks. Er orientiert sich ganz auf Frauchen Isabel Ocasek, die Auszüge aus einem Wesenstest zeigt. Fotos: Barbara Weitkamp | © Barbara Weitkamp

Löhne/Kalletal Nach dem Wesenstest gibt's Hundeküsschen

Wollen aufklären: Die Interessengemeinschaft Listenhunde OWL, die sich im Januar gegründet hat, lud zum zweiten Tag der so genannten Kampfhunde ein. Hunde jeglicher Rassen waren ausdrücklich erwünscht

Löhne/Kalletal. Hund ist nicht gleich Hund und einen so genannten Kampfhund gebe es schon einmal gar nicht. Dennoch werden Hunde, die in Nordrhein-Westfalen als gefährlich eingestuft sind und auf einer Liste stehen, häufig als solche bezeichnet. Um über diese Rassen aufzuklären und zu informieren, hat die Interessengemeinschaft (IG) Listenhunde OWL zum SoKa-Tag, dem Tag der so genannten Kampfhunde, auf das Gelände der Hundeschule Kalletal geladen. Lutz Weitkamp, Mitbegründer der IG und Hundetrainer, weiß wovon er spricht. Er stellte am SoKa-Tag den zahlreichen Besucher das Anliegen der Gruppe vor. "Wir wollen Aufklärung in Sachen sogenannter Kampfhund betreiben." Denn die Schuld für den schlechten Ruf, den die Listenhunde haben, ist häufig bei den Besitzer zu suchen. "Das andere Ende der Leine macht den Hund", sagt Weitkamp deutlich. Das zeigten die Mitglieder der IG mitsamt ihren Hunden vor Ort. Ulrich und Katja Hackmann aus Löhne stellten Pittbull-Mix-Hündin Tila vor, Isabel Ocasek kam mit American-Stafford-Mix-Rüden Taylor und Miriam Kremer mit ihrem Pitbull-Mix-Rüden Maddox. Alle Hunde zeigten sich von ihrer besten Seite. Stafford Taylor hatte im Anschluss noch eine Menge zu tun. Er verteilte an der Küsschenbude gegen eine kleine Spende Hundeküsschen. Bevor die Listenhunde ohne Leine und ohne Maulkorb spazieren gehen dürfen, müssen sie einen Wesenstest bestehen. Einen Eindruck was Hund und Herrchen dabei absolvieren müssen, zeigte Hundetrainer Weitkamp zusammen mit Isabel Ocasek und Hund Taylor. Taylor konzentrierte sich voll und ganz auf sein Frauchen, lief, ohne ein negatives Verhalten zu zeigen, an Leute mit Regenschirmen oder Rollatoren vorbei. Auch interessierten ihn nicht die vielen Menschen, die eng um ihn im sogenannten Fahrstuhltest herum standen. Für die Besucher gab es noch mehr zu entdecken. Gekommen waren die Kalletaler Pfotentherapie Marita Wehrhahn, Hundaktiv Volker Thorn, die mobile Hunde Zahn-Pflege und Reinigung Sabine Molthahn, Hund-um-Gut Andrea Tuschke, die Organisation Futter für Lippe, Tanja Wolters und die Tierheime Bad Salzuflen und Detmold. Mitglieder der Interessengemeinschaft Listenhunde verkaufen Schnüffelteppiche Auch die IG Listenhunde OWL hatte einen Stand und informierte die Besucher über Listenhunde und die  Auflagen, die sie erfüllen müssen. Die Mitglieder verkauften selbst gemachte Schnüffelteppiche und an der Tombola konnte jeder sein Glück versuchen. Den größten Teil des Erlöses spendet die IG an Bullterrier in Not, der in Herford sitzt. Besucher Thomas Pleß aus Bad Salzuflen war ganz begeistert vom Tag und brachte seinen Minibullterrier mit: "Endlich kann ich mich mit ?normalen? Menschen unterhalten und muss mich nicht immer rechtfertigen oder Fragen beantworten, ob das nicht ein Kampfhund sei", sagt Pleß. Auch Familie Fürich aus Bünde kam mit tierischem Anhang. American Staffordshire Hündin Kisha war mit dabei. Für diese Rasse haben sie sich schon immer interessiert: "Unsere Kisha ist eine richtige Couchpotato." Aber auch Besitzer von "nicht Kampfhunde" und Leute ohne Hund kamen auf ihre Kosten und informierten sich. Am Ende des Tages waren sich die Mitglieder der IG Listenhunde OWL einig. "Der Tag hat so viel Spaß gemacht, wir werden im nächsten Jahr wieder einen SoKa-Tag organisieren." Der dritte. Denn Aufklärung kann man nie genug betreiben.

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