Vor Ort: Harald Gülzow beim Analysieren. - © VSR
Vor Ort: Harald Gülzow beim Analysieren. | © VSR

Löhne Hohe Nitratbelastung in zwei Brunnen

Untersuchung: In Obernbeck und auf dem Bischofshagen gibt es nach Messungen des Vereins VSR-Gewässerschutz Probleme. Der Kreis Herford sieht das etwas gelassener

Dirk Windmöller

Löhne. In Löhne gibt es noch mindestens rund 100 Hausbrunnen, die zur Gewinnung von Trinkwasser dienen. Zwei dieser Brunnen sind jetzt bei einer Untersuchung des Vereis VSR-Gewässerschutz durchgefallen. „Wir haben stark mit Nitrat verschmutzte Brunnen in Obernbeck mit 81 Milligramm pro Liter und auf dem Bischofshagen mit 78 Milligramm pro Liter festgestellt", sagt Harald Gölzer vom Verein. Der Grenzwert liegt bei 50 Milligramm pro Liter. Der Verein hatte im Juli während einer Informationsveranstaltung in Bünde sein Labormobil für die Messungen aufgestellt. Bürger konnten dort ihr Brunnentrinkwasser testen lassen. Die Untersuchungsergebenisse dieser und anderer Proben sind nach Einschätzung des Vereins beunruhigend. Das Wasser von 89 Brunnen aus dem Raum Löhne-Bünde-Rödinghausen sei untersucht worden. „In jeder achten Probe lag die Nitratkonzentration oberhalb des Grenzwertes der Deutschen Trinkwasserverordnung von 50 Milligramm pro Liter", so Gölzer. Auch die beiden Löhner Brunnen bewegten sich deutlich über diesem Wert. Dass die Löhner Brunnen jetzt nicht mehr für die Gewinnung von Trinkwasser genutzt werden dürfen, ist auf den ersten Blick naheliegend. Udo Rolfsmeier vom Kreisgesundheitsamt sieht die Lage anders. „Es ist natürlich gut, dass Vereine wie der VSR-Gewässerschutz solche Messungen anbieten. Allerdings stellt sich die Frage, wie zuverlässig diese Messergebnisse sind." Damit wolle er dem Labor keine Schlamperei unterstellen. „Es wird in dem Augenblick problematisch, wenn die Probe zu Hause in ein nicht sauberes Gefäß gefüllt wird." Das Gesundheitsamt schreibt vor, dass alle drei Jahre die Qualität des Trinkwassers überprüft wird. „Die Betreiber der Hausbrunnen müssen ein zertifiziertes Labor mit der Überprüfung des Wassers beauftragen", sagt Rolfsmeier. Ein Mitarbeiter des Labors würde dann mit der entsprechenden Ausrüstung in die Haushalte kommen und die Wasserprobe entnehmen und später analysieren. „Untersucht wird natürlich nicht nur die Nitratbelastung. Es geht auch um Eisen, Aluminium und die bakterielle Belastung", sagt Rolfsmeier. Wenn einer oder mehrere Grenzwerte überschritten würden, dann müssten Lösungen für das Problem gefunden werden. „Bei einer bakteriellen Belastung ist das oft relativ einfach. Schwierig wird es beim Thema Nitrat." Bei einer zu hohen Nitratbelastung wird der Fall weiter beobachtet. Es könne ja sein, dass die Überschreitung des Grenzwertes ein einmaliger Ausrutscher war. Der Betreiber sei zur Ursachenforschung verpflichtet. Das könne im schlimmsten Fall dazu führen, dass ein neuer Brunnen gebohrt werden müsse. „Das kann schnell 15.000 Euro kosten und lohnt sich oft nicht. Da ist dann der Anschluss ans Wassernetz günstiger." Dass die Landwirtschaft Schuld hat an den Brunnen die zu stark mit Nitrat belastet sind, sei zu kurz gedacht. „Wir haben für unsere Region keine Daten, die das belegen können." Dass die Landwirtschaft der Grund für die Probleme ist, vermutet dagegen der Verein. 1.000 gemeldete Hausbrunnen gibt es im Kreis Herford. Etwa 100 davon befinden sich in Löhne. „Die Dunkelziffer ist natürlich höher, es wird einige Brunnenbesitzer geben, die ihren Brunnen nicht gemeldet haben und sie dennoch für die Gewinnung von Trinkwasser nutzen", sagt Rolfsmeier. Alles in allem ist er mit den regelmäßigen Untersuchungsergebnissen zufrieden. „In der Regel haben wir Trinkwasser von ganz hoher Qualität und ein zuverlässiges Kontrollsystem."

realisiert durch evolver group