Auf Höhe des Zentrums: Der Fußweg soll auf die andere Seite verlegt werden. - © PGV Hannover
Auf Höhe des Zentrums: Der Fußweg soll auf die andere Seite verlegt werden. | © PGV Hannover

Löhne Ostwestfälischer Radschnellweg kommt in Fahrt

Mehr als 60 Interessierte kamen nach Löhne und diskutierten über die Pläne / Andreas Meyer, Leiter von Straßen NRW, legt ein klares Bekenntnis des Landes für den Radschnellweg ab

Dirk Windmöller

Löhne. Der ostwestfälische Radschnellweg kommt. Diese Botschaft brachte Andreas Meyer, Leiter der Landesbehörde Straßen NRW, mit in die Bürgerinformation. „Der Landesbetrieb steht nicht auf der Bremse. Wenn Befürchtungen bestehen, dann kann ich diese zerstreuen. Am Geld wird es nicht scheitern. Diese Worte sind abgestimmt mit dem Düsseldorfer Ministerium." Die Gesamtkosten des 36 Kilometer langen Radschnellwegs von Minden über Bad Oeynhausen und Löhne bis nach Herford sollen bei zehn Millionen Euro liegen. 80 Prozent davon will das Land tragen. Der Rest verteilt sich anteilig auf die Städte. Mit Befürchtungen meinte er die Unsicherheit, die entstanden war, ob die neue Landesregierung bereit ist, die Planungen für den Radschnellweg fortzusetzen. Und so gingen die rund 60 Besucher der Bürgerinformation entsprechend motiviert in die Veranstaltung. „Den Zustand einer Vision haben wir hinter uns gelassen. Das wird unser Radschnellweg", betonte Bürgermeister Löhnes Bernd Poggemöller. Jetzt gehe es um die konkrete Planung der Strecke. Sie soll zunächst auf einer Länge von 36 Kilometern zwischen Herford und Minden verlaufen. Eine Verlängerung bis nach Bielefeld wäre denkbar. Sieben Kilometer davon sind in Löhne. Der Bürgermeister freut sich darauf. „Manche sagen, das ist purer Luxus und man soll die bestehenden Radwege sanieren", sagte Poggemöller. Das werde jedoch nicht reichen. „Themen wie Klimaschutz und Feinstaub werden uns begleiten. Und da ist ein Radschnellweg als Grundlage einer veränderten Mobilität ein Teil der Lösung." In die vorhandene Bebauung integriert Planer Rainer Dargel (Planungsgemeinschaft Verkehr Hannover) hat mit seinem Team in den letzen Monaten fleißig gearbeitet. Er präsentierte den aktuellen Stand der Planungen. „Wir reden heute über die Strecke zwischen Deupenbühl im Westen und der Wilhelmstraße an der Stadtgrenze zu Bad Oeynhausen." Mit Visualisierungen zeigte er, wie es aussehen könnte. „Wir präsentieren hier bewusst keine fertige Vorplanung, sondern wollen zeigen, wie sich ein Radschnellweg in die vorhandene Bebauung integrieren lässt. Darüber wollen wir mit Ihnen ins Gespräch kommen", sagte er zu den 60 Besuchern, die sich in drei Gruppen aufteilten. Sie befassten sich mit je einem der folgenden Themengebiete. 1. Gruppe, Kreisel Schützenstraße bis zur Oeynhausener Straße Hier wollen die Planer ab dem Bahnhof den vorhandenen Gehweg in Zukunft komplett als Radschnellweg nutzen. „Wir haben ermittelt, dass 95 Prozent der Fußgänger den Gehweg zwischen den Geschäften auf der anderen Straßenseite nutzen", so Rainer Dargel. Fortgeführt wird der Weg dann durch einen Zaun, abgegrenzt direkt am Bahngelände hinter der Königsbrücke in Richtung Bad Oeynhausen. „Die Stadt hat diese Fläche in weiser Voraussicht von der Bahn vor Jahren gekauft. Das wäre heute nicht mehr möglich". sagte Dargel. Auch andere Flächen an der Bahn hätten die Planer gerne integriert. Da habe sich die Bahn allerdings quer gestellt. 2. Gruppe, Weihestraße Hier geht es um die Querung der Straße. „Das ist eine heikle Ecke. Die Straße ist mit bis zu 12.000 Fahrzeugen täglich stark belastet", sagte der Planer. Aus diesem Grund sei man relativ schnell auf den Bau einer Brücke gekommen, die parallel zur Bahnbrücke verläuft. „Dafür wäre die Bahn ausnahmsweise bereit, Gelände abzugeben." Mit der Brücke sind offensichtlich alle Besucher einverstanden. „Darüber gab es in der Gruppe keinen Diskussionsbedarf", sagte Claudia Heitkamp, die im Amt für Stadtentwicklung für das Projekt zuständig ist. 3. Gruppe, Nordbahnstraße Diese Gruppe beschäftigte sich am Beispiel der Nordbahnstraße mit der Frage, wie auf einer Radfahrstraße der Anliegerverkehr durch Pkw integriert werden kann. „Da hatten einige Leute die Sorge, dass es Probleme mit Parkplätzen vor ihren Häusern gibt. Da müssen wir noch mal ran", so Heitkamp. Das gilt ebenso für das Ende des Radschnellweges an der Grenze zu Bad Oeynhausen. „Einige Bürger kritisieren, dass die Verbindung von der Nordbahnstraße zur Langen Straße nicht gut gelöst ist. Auch dieser Bereich wird überarbeitet." In Bad Oeynhausen wird ebenfalls eine Bürgerinformation durchgeführt. Dann geht es in die Feinplanung. Die könnte baureif Mitte 2018 vorliegen.

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